Werder unterliegt Freiburg 2:3

Pleite mit Pech und Pannen

Zeigt einige Unsicherheiten: Sebastian Mielitz

Bremen - Die Bremer Fußballprofis haben dem neuen Werder-Geschäftsführer Thomas Eichin den Einstand verdorben. Der norddeutsche Bundesligist verlor am Samstag im ersten Spiel des Allofs-Nachfolgers 2:3 (1:1) gegen den SC Freiburg.

So war das ganz und gar nicht geplant: Eigentlich wollte Werder den dritten Sieg hintereinander und seinem neuen Geschäftsführer Thomas Eichin damit ein schönes Einstandgeschenk machen. Stattdessen gab es gegen den SC Freiburg gestern Nachmittag eine Pleite mit Pech (drei Aluminiumtreffer) und Pannen – gleich zwei Gegentore beim 2:3 (1:1) waren „freundliche“ Bremer Präsente an den Gast aus dem Süden. Werder verlor – trotz eines Doppelpacks von Mittelstürmer Nils Petersen – aber nicht nur das nach der Pause „viel zu wilde Spiel“ (Coach Thomas Schaaf), sondern auch den Anschluss an die internationalen Plätze. Freiburg und Nordrivale Hamburger SV (1:0 gegen Mönchengladbach) sind auf den Rängen fünf und sechs nun bereits sechs Punkte entfernt. „Es war ein Sechs-Punkte-Spiel – und wir haben es verloren. Das ist total enttäuschend“, sagte Mittelfeldmann Zlatko Junuzovic.

Werder unterliegt Freiburg 2:3

Eichin, der erstmals auf der Werder-Bank saß, ärgerten vor allem die „dummen Gegentore, die so einfach nicht passieren dürfen“ – und die zwischenzeitliche Passivität: „Freiburg ist eine Mannschaft, die du 90 Minuten konsequent beschäftigen musst. Das haben wir nicht geschafft.“

Nach ordentlicher Anfangsphase verloren die Gastgeber, die auf Sokratis und Aaron Hunt (beide krank) verzichten mussten, völlig den Faden. Die kombinationsstarken Freiburger rissen die Partie immer mehr an sich und hatten gute Chancen. Der gebürtige Sulinger Jan Rosenthal scheiterte erst an Werder-Keeper Sebastian Mielitz (21.) und köpfte nur eine Minute später knapp vorbei. Mielitz rettete dann auch noch gegen Vedar Eggen Hedenstad (23.). Werder fand im Spiel nach vorne keine Lücken und keine Lösungen, blieb total harmlos. Anders als Freiburg: Das 1:0 für die Breisgauer lag in der Luft – und Max Kruse machte es dann auch. Der Ex-Bremer war 18 Meter vor dem Tor völlig ungedeckt, vollendete mit links ins rechte untere Eck und drehte jubelnd ab (38.).

Offenbar hatten die Hausherren so einen Weckruf gebraucht, sie waren plötzlich präsent. Petersen brachte jedoch freistehend nur ein Schüsschen zustande (38.). Dass er es deutlich besser kann, bewies er nur eine Minute später. Kevin De Bruyne beendete sein starkes Solo mit einem Pass auf Petersen. Und der schob aus 16 Metern mit dem linken Außenrist links unten ein – 1:1 (39.).

Ein Tor, das die offenkundigen Schwächen der Bremer – vor allem im Defensivverhalten – jedoch nicht kaschieren konnte. „Ich glaube, das war die schlechteste Halbzeit, die wir jemals gespielt haben. Und es lag sicher nicht an den Ausfällen, dass wir uns so haben vorführen lassen“, schimpfte Petersen.

In die zweite Hälfte starteten die Bremer vor 38 498 Zuschauern im nicht ausverkauften Weserstadion deutlich schwungvoller – und hatten Pech, dass Junuzovic per Kopf nur die Latte traf (46.). Das war der scheppernde Auftakt zu einer Halbzeit, die beste Unterhaltung bot, den Trainern aber die Schweißperlen auf die Stirn trieb. Junuzovic nannte es „einen offenen Schlagabtausch“, bei dem sich die beiden Teams mit ihren Aussetzern gegenseitig halfen. Erst war Werder dran: Eljero Elia schubste kurz vor der Strafraumlinie Daniel Caligiuri. Der Freiburger fiel in Aleksandar Ignjovski rein, der im eigenen Sechzehner stand. Ein aus Bremer Sicht völlig unnötiger Elfmeter, den Caligiuri souverän zum 2:1 verwandelte (53.). Doch wieder ließ die Werder-Antwort nicht lange auf sich warten. Der kurz zuvor eingewechselte Marko Arnautovic, der mächtig Betrieb auf dem rechten Flügel machte, flankte scharf in die Mitte. Freiburgs Keeper Oliver Baumann segelte vorbei am Ball, der dann Matthias Ginter an den Körper sprang. Der Verteidiger rutschte beim Klärungsversuch aus – und Petersen staubte aus fünf Metern zum 2:2 ab (64.). Es war das elfte Saisontor des Mittelstürmers, der um ein Haar sogar das Dutzend vollgemacht hätte. Doch er köpfte an die Latte (67.). Von dort sprang der Ball Freiburgs Fallou Diagne an den Arm, Elfmeter gab’s nicht. Doppeltes Pech für Werder.

Dass es dann nicht mal ein Unentschieden gab, hatten sich die Bremer selbst zuzuschreiben. Mielitz hätte bei einer Ecke herauskommen und klären müssen, tat es aber nicht. Karim Guédé hämmerte den Ball an die Latte, der Abpraller landete jedoch nicht bei den herumstehenden Bremern, sondern bei Ginter. Der Pechvogel beim 2:2 war diesmal ein Glückspilz und schoss das 3:2 für Freiburg (75.). Werder war wütend und wollte abermals zurückschlagen, doch Petersen scheiterte mit einem Kopfball am Pfosten (75.) und war mächtig frustriert: „Ich dachte, zwei Tore reichen mindestens für einen Punkt.“ Gestern nicht.

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