Lukimyas Fehler führen zum 0:2 gegen Schalke

Werder erschießt sich selbst

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Des Einen Freud', des Anderen Leid: Ciprian Marica freut sich über das 2:0, Sebastian Mielitz hingegen ist bedient.

Bremen - Von Carsten Sander. Heute, 17.20 Uhr, Tatort Frankfurt: Nach dem 1:0-Sieg über die Eintracht feierte Bayern München die früheste Meisterschaft in 50 Jahren Bundesliga-Geschichte. Ganz Fußball-Deutschland schaute hin. Wirklich ganz Fußball-Deutschland? Nein. In Bremen schauten zeitgleich alle zum entthronten Champion nach Dortmund.

Und atmeten auf. Die Borussia hatte den FC Augsburg mit 4:2 besiegt und so das Schlimmste für Werder verhindert. Trotz der eigenen 0:2 (0:0)-Heimschlappe gegen Champions-League-Anwärter Schalke 04 bleibt der Bremer Vorsprung auf den Tabellen-16. Augsburg konstant bei sieben Punkten. „Unsere Situation“, analysierte Bremens Coach Thomas Schaaf also, „hat sich nicht verändert.“

Er zeigte dabei keinerlei Regung, ob ihn das mehr ärgerte oder mehr freute. Für beides hatte es gute Gründe gegeben. Denn vor 42 100 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion waren die Bremer gestern eine Halbzeit lang die bessere Mannschaft gewesen. Bis Assani Lukimya, der schon beim 1:1 in Mainz das frühe Gegentor verschuldet hatte, zwei kapitale Fehler produzierte. Den ersten nutzte Julian Draxler (51.), beim zweiten profitierte Ciprian Marica (68.). Zwei auf dem grün-weißen Tablett servierte Tore. Werder, nunmehr seit sieben Spielen ohne Sieg, hat sich einmal mehr selbst bezwungen. Und hätte es parallel nicht die – aus Bremer Sicht entschärfende – Augsburger Pleite gegeben, wäre der Gang in die Kabine für die Profis und ihren Coach noch unangenehmer geworden. So aber blieb es bei einem zwar heftigen, aber eher kurzen Pfeifkonzert. Wilde Proteste? Schaaf-raus-Rufe? Nur vereinzelt. Vielleicht, weil die meisten honorierten, dass Werder bis zum 0:1 die beste Leistung seit langem gezeigt hatte. Die Gastgeber bestimmten die erste Halbzeit, kamen zu großen Chancen durch Marko Arnautovic (4.) und zweimal Kevin De Bruyne (11./16.). Weitere Kontermöglichkeiten gegen richtig schwache Schalker wurden leichtfertig vergeben. Dennoch: Nach den ersten 45 Minuten pfiff niemand im Stadion. Werder schien auf einem guten Weg.

Schalke gewinnt in Bremen 2:0

Bis Lukimya sich und alle Kollegen brutal aus der Bahn warf. „Das 0:1 hat zum Bruch in unserem Spiel geführt“, analysierte Kapitän Aaron Hunt die spielentscheidende Szene. Und das hatte sich zugetragen: Mit vereinten Kräften hatten drei Bremer eine bedrohliche Situation abgewendet – jedenfalls sah es für Sekundenbruchteile danach aus. Doch dann schoss Lukimya den Schalker Angreifer Marica an, der Ball prallte zu Draxler, der aus 16 Metern vollendete. Ein Stöhnen ging durchs Stadion, und wohl jeder dachte: Schlimmer geht‘s nicht. Ging es doch. Beim 0:2 verunglückte Lukimya ein Rückpass auf Torwart Sebastian Mielitz. Der eingewechselte Raffael spritzte dazwischen, bediente Marica – das war‘s.

Zwei fürchterliche Fehler des Mannes, der schon in Mainz gepatzt hatte. „Luki“ selbst traute sich nach Abpfiff nicht vor die Kameras und Mikrofone. Andere sprachen für ihn, und formulierten im Bemühen, bloß nichts Falsches zu sagen, tröstende und schützende Worte für den Innenverteidiger. „Niemand ist allein Schuld, wir gewinnen und verlieren zusammen“, sagte Abwehrkollege Sokratis. „Luki ist doch selbst der Unglücklichste“, meinte Hunt. Und Sebastian Prödl, gestern wegen neun Ausfällen im Team (als letztes traf es Philipp Bargfrede, der mit Knieproblemen kurzfristig passen musste) Lukimyas Nebenmann in der Innenverteidigung, betonte: „Draufhauen bringt jetzt nichts. Das wäre das absolut Falscheste.“

Manchmal hilft es aber. Wie das Beispiel Schalke zeigt. Nach der indiskutablen ersten Halbzeit soll die Kabine der Knappen in der Pause gebebt haben, so laut stauchte Coach Jens Keller seine Mannen zusammen. „Es waren deutliche Worte. Ich bin froh, dass es gefruchtet hat“, sagte er später. Obwohl: Erarbeitet hat sich Schalke den Sieg gestern nicht. Es war ein Bremer Geschenk. Und Lukimya hat die Schleifen drumgebunden. Die Kollegen taten am Ende ihr Übriges, ließen kein Aufbäumen mehr erkennen. Die Mannschaft – in der Schlussphase wie tot.

Kein Wunder, meinte Schaaf: „Wir haben dem Gegner die Tore aufgelegt. Wir erschießen uns selbst. Dass das nicht zur Stärkung des Selbstvertrauens beiträgt, ist klar. Wir waren am Ende mutlos.“ Alles eine Folge von Lukimyas Aussetzern. Schaaf stellte seinen Innenverteidiger aber nicht an den Pranger. Dass der Deutsch-Kongolese aber auch am Samstag im so wichtigen Kellerduell bei seinem Ex-Club Fortuna Düsseldorf aufläuft, ist wohl unwahrscheinlich. Die Katastrophenfehler gestern „werden sicher erstmal an ihm nagen“

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