2:3 gegen Aachen – eine Woche vor dem ersten Pflichtspiel macht Werder schlapp

Bremen blamiert sich beim letzten Tanz auf dem Tivoli

Ausgerechnet an seiner alten Wirkungsstätte auf dem Aachener Tivoli kassierte Torsten Frings (links) mit Werder Bremen die erste Testspielpleite in dieser Saison.

Werder-Bremen - Aus Aachen berichtet Carsten Sander - Der Tivoli bebte ein letztes Mal. Und Werder Bremen wurde dabei kräftig durchgeschüttelt. Im vorletzten Test der Saisonvorbereitung und eine Woche vor dem DFB-Pokalspiel bei Union Berlin verlor der Bundesligist gestern Abend beim Zweitligisten Alemannia Aachen mit 2:3 (0:3).

Für die Bremer war es die erste Pleite des Sommers, für Aachen das Ende einer Ära. Nach 101 Jahren und 2 215 Partien hat der alte Tivoli als Spielstätte der Alemannia ausgedient. Künftig wird im neuen Tivoli gespielt – in direkter Nachbarschaft zum alten. Für die Abschiedsparty hätten sich die Aachener keinen besseren Gegner aussuchen können als Werder – jedenfalls an diesem Tag. Obwohl die Bremer Startelf schon sehr große Ähnlichkeit mit der erwarteten Stammelf hatte (lediglich Philipp Bargfrede spielte noch den Platzhalter für Marko Marin), zeigten die Gäste lange nichts, was auf einen erfolgreichen Saisonstart hoffen lässt. Schwerfällig und spielerisch ohne Esprit traten die Bremer in Halbzeit eins auf. Die Quittung: drei Gegentore durch Szilard Nemeth (14.), Florian Müller (44.) und Benjamin Auer (45.). In allen Fällen half die Bremer Defensive, in den bisherigen Testspielen der stabilste Mannschaftsteil, kräftig mit. Beim 0:1 patzte Keeper Tim Wiese, indem er Szilard den Ball genau vor die Füße faustete, beim 0:2 passte Naldo nicht auf und beim 0:3 war gleich die gesamte Abwehr nicht im Bilde. Auf der Gegenseite traf Mesut Özil nur den Pfosten (21.), vergab Hugo Almeida eine Großchance (27.) und fiel Neuzugang Marcelo Moreno nur dadurch auf, dass Almeida ihn anpfiff, besser in Position zu laufen. Kurzum: Werder war von der Rolle.

Die Zufriedenheit von Trainer Thomas Schaaf tendierte während der Pausenansprache stark gen Null. „Wir haben nicht die Zweikämpfe gesucht und nicht den Druck entwickelt, den man haben muss. Insgesamt haben wir es dem Gegner zu leicht gemacht“, analysierte er das erschreckende Zwischenergebnis von 0:3.

Straffes Programm, schwere Beine

Der Ärger fiel allerdings verhältnismäßig gering aus. Schaaf entschuldigte das Auftreten mit den „schweren Beinen“ seiner Spieler: „Wir haben unser Vorbereitungsprogramm bisher straff und ohne Pause durchgezogen. Da kann man schon mal müde sein.“

Was dann wohl nur für die Akteure der ersten Halbzeit gegolten hat. Denn nach der Pause trat Werder plötzlich wesentlich engagierter auf. Die eingewechselten Marin (53.) und Boubacar Sanogo (83.) sorgten mit ihren Toren dafür, dass die Blamage nicht ganz so groß ausfiel. Marin gelang sogar noch der Ausgleich, als er den Ball per Hinterkopf ins Netz beförderte. Aber wegen einer vermeintlichen Abseitsposition wurde der Treffer nicht anerkannt.

Aber egal ob 0:3, 2:3 oder 3:3 – Fakt ist, dass Werder sechs Tage vor dem ersten Pflichtspiel noch nicht auf Stand ist. „Vielleicht ist es auch mal gut, dass wir verloren haben. Jetzt wissen wir, dass wir noch viel zu tun haben“, meinte Kapitän Torsten Frings. Die nächste Leistungsüberprüfung folgt schon morgen, 19.00 Uhr. In Meppen heißt der Gegner FC Valencia.

Werder: Wiese (46. Vander) - Fritz (63. Harnik), Mertesacker, Naldo, Boenisch (46. Pasanen) - Frings (63. Niemeyer), Borowski (73. Vranjes) - Bargfrede (46. Hunt), Özil (46. Marin) - Moreno (46. Sanogo), Almeida (73. Husejinovic).

Das könnte Sie auch interessieren

Rajoy kündigt Regierungsabsetzung in Katalonien an

Rajoy kündigt Regierungsabsetzung in Katalonien an

Erneuter Rückschlag für BVB - Bayern schließen auf

Erneuter Rückschlag für BVB - Bayern schließen auf

Artistisches Abschlusstraining

Artistisches Abschlusstraining

Krause-Sause in der Halle 7

Krause-Sause in der Halle 7

Meistgelesene Artikel

Rosenberg zum dritten Mal Schwedischer Meister

Rosenberg zum dritten Mal Schwedischer Meister

Das passiert am Dienstag

Das passiert am Dienstag

Schlimme Werder-Krise: Nouri bleibt, Psychologe kommt

Schlimme Werder-Krise: Nouri bleibt, Psychologe kommt

Nouri: „Ich bin nicht so wichtig“

Nouri: „Ich bin nicht so wichtig“

Kommentare