Gruselige Gegentore im Geisterspiel

Bremen - Von Björn Knips. Der SV Werder kann doch noch verlieren. Im zehnten Test hat es die Bremer gestern Nachmittag erstmals erwischt – und das beim 0:2 (0:0) gegen den Bundesliga-Konkurrenten Hannover 96 völlig verdient. Allerdings sah es ein wenig danach aus, als hätte Werder-Coach Robin Dutt die Pleite durchaus einkalkuliert. Im Geisterspiel auf Platz 11 – die Polizei hatte aus Sicherheitsbedenken keine Zuschauer zugelassen – stand nur eine B-Elf auf dem Platz, während die Gäste mit ihrer aktuell stärksten Formation antraten. Auch Dutts spätere Wechsel deuteten darauf hin.

„Wir haben in dieser Woche drei Spiele gegen drei Erstligisten, da wollen wir alle Spieler testen“, verteidigte Dutt seinen Kurs und wehrte sich auch gegen den Begriff B-Elf. Doch in der Viererkette war es mit Innenverteidiger Oliver Hüsing und Rechtsverteidiger Marnon Busch sogar eine C-Besetzung, die große Probleme mit Edgar Prib und Hannovers Fünf-Millionen-Einkauf Joselu hatte. Das Bremer Mittelfeld war mit Felix Kroos, Cedric Makiadi, Theodor Gebre Selassie und Ludovic Obraniak, der einen Tag nach seinem öffentlichem Wechsel-Flirt auf seiner Lieblingsposition als Spielmacher ran durfte, namhaft besetzt, enttäuschte aber bis auf Kroos.

Darunter litten auch die engagierten Angreifer Izet Hajrovic und Nils Petersen. So musste schon eine Flanke von Linksverteidiger Santiago Garcia her, damit sich Petersen in Szene setzen konnte. Sein Kopfball klatschte allerdings an die Latte (11.). Anschließend hätten Joselu (12./27.), Lars Stindl (23.) und Prib (37.) die Gäste in Führung schießen müssen, doch entweder zielten sie vorbei oder scheiterten am starken Keeper Raphael Wolf.

Für Werders Nummer eins war dann Schluss, Ersatzmann Richard Strebinger hütete nach der Pause das Tor – und das genauso gut gegen den schon etwas verzweifelnden Joselu (60.), der bereits kurz zuvor eine Großchance ausgelassen hatte.

Werder verliert Testspiel gegen Hannover

Werder war nur durch einen Fernschuss von Alejandro Galvez gefährlich, den Weltmeister Ron-Robert Zieler im ersten Spiel nach seinem Urlaub entschärfte. Bei den Bremern lief nach vorne nichts mehr zusammen – und die Abwehr oft nur hinterher. „Wir waren in den ersten 20 Minuten wirklich gut im Spiel, haben dann aber total die Linie und die Ordnung verloren“, haderte Petersen. Trotzdem hätte es vielleicht zum torlosen Remis gereicht, wenn Werders Innenverteidiger nicht so heftig gepatzt hätten. Erst rutschte Luca Caldirola bei einem Befreiungsschlag aus und schenkte Artur Sobiech das 1:0 (75.). Dann bediente der eingewechselte Galvez mit einem Querschläger den Japaner Hiroshi Kiyotake, der sich diese Gelegenheit zum 2:0 nicht entgehen ließ (85.). „Das waren schon zwei krumme Dinger“, meinte Petersen, der sich über die Niederlage ziemlich ärgerte: „Ich wäre schon gerne niederlagenfrei durch die Vorbereitung gekommen.“

Sein Chef, der beim Stand von 0:0 die aussortierten Mehmet Ekici und Joseph Akpala und eben nicht die Stammkräfte Clemens Fritz und Eljero Elia gebracht hatte, sah das wesentlich entspannter. „Ich habe schon nach dem Sieg gegen Chelsea (3:0, die Redaktion) gesagt, dass das Ergebnis für mich nicht relevant ist, Und so ist das jetzt auch“, erläuterte Dutt, deutete aber zugleich an, dass am Samstag beim englischen Erstligisten Leicester City wieder eine andere Mannschaft auf dem Feld stehen wird: „Das ist die Generalprobe.“ Für den DFB-Pokal eine Woche später.

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