Werder stellt neuen Negativrekord auf

Sieglos aus der Saison

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Bundesligareif: Die Unterstützung der Werder-Fans

Bremen - Von Carsten Sander.  Auch am letzten Spieltag ist sich Werder Bremen treu geblieben und hat die verkorkste Saison 2012/13 mit einer Niederlage abgeschlossen. Im ersten Spiel nach der Trennung von Trainer Thomas Schaaf verlor der Beinahe-Absteiger beim 1. FC Nürnberg mit 2:3 (1:0). Es war das 13. sieglose Spiel in Folge – das ist der eine Bremer Negativrekord. Der andere: Nur zwölf Punkte sammelte Werder in der Rückrunde – so wenig wie noch nie.

Insgesamt war es nicht der Nachmittag des großen sportlichen Kitzels in Nürnberg. So bot sich reichlich Gelegenheit für große und kleine Gesten – in deren Zentrum bei Werder natürlich Thomas Schaaf stand. Die Spieler machten den Anfang, kamen in grünen T-Shirts mit weißem Aufdruck zum Aufwärmen. „Niemals geht man so ganz! Danke Thomas!“ stand darauf geschrieben. Und auch das Interims-Trainer-Duo Wolfgang Rolff und Matthias Hönerbach wollte sich eine Reminiszenz an ihren jahrelangen Chef nicht verkneifen und ließ die Thomas-Schaaf-Gedächtnis-Taktik spielen – sprich: Werder agierte mit der Mittelfeldraute. Und die 4 500 Fans im Gästeblock sangen eine halbe Stunde lang ihr in den 14 Jahren der Schaaf-Ära eingeübtes Mantra „Thomas Schaaf olé!“ Torwart Mielitz hörte das ausgesprochen gern: „Die Fans haben gezeigt, was sie von Thomas Schaaf halten – ich finde das super. Er fehlt uns, keine Frage.“

Bei so vielen rückwärts gerichteten Gedanken ging auf dem Platz zunächst kaum etwas vorwärts. Im Spiel um die goldene Ananas zwischen dem 13. und 14. der Tabelle ließen Aufreger auf sich warten. Kevin De Bruyne zwang Schlussmann Raphael Schäfer mit einem Distanzschuss zu einer Flugeinlage (27.), und Nils Petersen setzte einen Kopfball freistehend über das Tor (32.). Für den Höhepunkt beim Sommerkick im sonnigen Franken sorgte aber Werder-Verteidiger Sebastian Prödl – er drosch den Ball bis auf das Tribünendach.

Doch danach wurde es besser – speziell bei Werder, noch spezieller bei De Bruyne. Der Belgier, der die Bremer eine Woche zuvor mit seinem Tor beim 1:1 gegen Frankfurt zum Klassenerhalt geschossen hatte, traf auch gestern. Nach Steilpass von Zlatko Junuzovic lupfte De Bruyne das Spielgerät über Schäfer ins Netz (37.). Ein schönes Abschiedsgeschenk der 21 Jahre alten Leihgabe. Zum letzten Mal war er gestern für Werder aufgelaufen. In der kommenden Saison wird er nach einem Jahr bei Werder entweder zum FC Chelsea zurückkehren oder zu Borussia Dortmund wechseln.

Die Bremer verlieren damit einen herausragenden Fußballer. Seine Klasse bewies De Bruyne gestern gleich mehrfach. Schäfer verhinderte mit einer Glanzparade aber den zweiten Treffer des Rotschopfs (45.). Und Junuzovic verarbeitete die perfekte Vorlage seines Mittelfeldkollegen mit einem Schuss auf den Oberrang (52.).

Wieder verpassten die Bremer es, die Führung auszubauen. Auch, weil Schiedsrichter Guido Winkmann ein fraglos elfmeterwürdiges Foul von Schäfer an Nils Petersen ungeahndet ließ (55.). „Mit diesem Elfer“, trauerte auch Kapitän Clemens Fritz der Szene nach, „hätten wir dieses Spiel für uns entscheiden können.“

Statt 2:0 stand es wenig später aber 1:1. Per Nilsson hatte nach einer Ecke und eigenem Kopfball an den Pfosten zum Ausgleich abgestaubt. Typisch für Nürnberg, dass das Team nach einer Standardsituation traf (schon zum 20. Mal). Typisch auch für Werder, dass die Mannschaft nun ins Schwimmen geriet. „Ich verstehe es einfach nicht, dass wir immer diese einfachen Tore kriegen“, klagte Junuzovic.

Werder verliert in Nürnberg 2:3

Immerhin mauserte sich der Sommerkick nach dem Ausgleich zu einem Fußballspiel. Mit Chancen auf beiden Seiten. Doch während De Bruyne (63.) und der als zweite Spitze aufgebotene Joseph Akpala (70.) jeweils nur das Außennetz trafen, schlug Nürnberg eiskalt zu. Wieder nach einer Ecke: Sebastian Polter war per Kopf zur Stelle. Pikanterie am Rande: Polter spielte einst in der Werder-Jugend – damals noch als Torwart.

In der Schlussphase erhöhte Tomas Pekhart noch auf 3:1 für den FCN (88.), ehe Kevin De Bruyne seine persönliche Bilanz mit Saisontor Nummer zehn weiter aufpolierte. An der Bremer Bilanz änderte das freilich nichts mehr. Die ist einfach miserabel. Und Werder gelang nicht mal in einem Spiel ohne sportliche Brisanz das, was sich die Spieler fest vorgenommen hatten: ein Sieg für Schaaf.

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