Werder wieder mittendrin im Abstiegskampf

Der Sekt bleibt warm

Zu viel Platz für Freiburg: Werder-Coach Robin Dutt schimpfte über „grobe taktische Fehler“.

Freiburg - Von Carsten Sander. Mal angenommen, Fußball wäre wie Tennis. Dann hätte Werder Bremen am Freitagabend beim Stand von 5:4 und 40:30 im fünften Satz Matchball gehabt, um den Klassenerhalt in der Bundesliga vorzeitig klarzumachen. „Wir hätten“, meinte Stürmer Nils Petersen, „den Sekt dann kaltstellen können“.

Doch Werder machte quasi einen Doppelfehler, verlor die Partie beim SC Freiburg mit 1:3 (0:1) und ist, seufzte Teamkapitän Aaron Hunt „nun wieder da, wo wir schon vor Wochen waren: Mittendrin im Abstiegskampf.“

Es war eine frustrierende Erkenntnis, die die Bremer nach der Pleite bei dem Tabellen-16. zu verarbeiten hatten. Fünf Spiele waren sie zuvor ungeschlagen geblieben und zeigten in Freiburg doch eine Leistung, die überhaupt nicht zu der großen Chance passte, die sich geboten, die sie sich erarbeitet hatten. Nur noch dieser eine Sieg bei dem Lieblingsgegner, in dessen Stadion Werder so oft gewann wie kein anderer Bundesligist (neun Mal) – und alles wäre in bester Ordnung gewesen. Mit dann 32 Punkten und zehn Zählern Vorsprung auf Freiburg hätten die Bremer den direkten Abstieg wohl nicht mehr fürchten müssen. Doch jetzt sieht alles wieder anders aus. Der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt vor dem Kellerduell zwischen Nürnberg und Frankfurt morgen zwar noch sechs Punkte. Aber das kann sich schnell ändern. Die Abstiegsangst ist zurück bei Werder: „Jeder von uns weiß, was die Stunde geschlagen hat“, sagte Stürmer Nils Petersen, der als Einwechselspieler für den Bremer Ehrentreffer gesorgt hatte (70.). Zuvor hatten Julian Schuster (16.), Felix Klaus (53.) und Admir Mehmedi (59.) die nachlässigen Bremer mit ihren Toren abgestraft. „Das war vorne nix, in der Mitte nix und hinten nix“, analysierte Sportchef Thomas Eichin knallhart: „Das war einfach schlecht.“

Die Bilder vom Spiel

Bremen verliert in Freiburg 1:3

Das Hauptproblem war laut Trainer Robin Dutt die Organisation auf dem Platz. „Zwischen unserer ersten Linie – also den Stürmern – und unserer letzten Linie – also unseren Verteidigern – war zum Teil 60, 70 Meter Platz. So konnte sich Freiburg immer wieder spielerisch aus unserem Pressing befreien. Was uns zuletzt stark gemacht hat, nämlich die Räume eng zu halten, hat diesmal überhaupt nicht geklappt. Wir haben deshalb keinen Zugriff auf die Partie bekommen.“

Dutt hatte daran freilich seinen Anteil. Die Umstellungen, Petersen zunächst draußen zu lassen, Hunt in die Spitze zu ziehen, Ludovic Obraniak auf die Spielmacherposition zu stellen und Cedric Makiadi im linken Mittelfeld aufzubieten, taten der Mannschaft erkennbar nicht gut. Auch wenn Dutt sich verteidigte, dass er auf die schon schwache Vorstellung beim 1:1 gegen Stuttgart reagieren wollte. Doch das führte zu dem, was Nils Petersen treffend als „Rückfall in alte Zeiten“ beschrieb: Viel Platz für den Gegner und so gut wie keine eigene Offensivaktion. „Wir haben unser Konzept nicht umgesetzt. Es war ein grober taktischer Fehler, die Räume so offen zu lassen“, meinte Robin Dutt.

Werder in der Einzelkritik

Nach dem 1:3 - Werder in der Einzelkritik

Die schöne Serie von zuvor fünf Partien ohne Niederlage ist nun dahin, das Selbstvertrauen auch. Die Zuversicht, dass es mit dem Klassenerhalt klappt, aber nicht. „Es gibt keinen Grund, nicht daran zu glauben. Wir können immer noch unser Ziel von 40 Punkten erreichen. Ich bin nach wie vor zuversichtlich, dass uns das gelingt“, so Dutt. Mit der Freiburg-Form wird das allerdings ein frommer Wunsch bleiben.

Unerklärlich blieb für Aaron Hunt (der sich weiter um die Offenlegung seiner Zukunftspläne drückt), wie es zu dem Leistungsabfall in Freiburg und mit Abstrichen auch schon gegen Stuttgart kommen konnte. „Vielleicht“, mutmaßte er, „haben wir uns schon zu sicher gefühlt. Anders kann ich mir einen Auftritt wie diesen nicht erklären. Wenn man zweimal die Chance hat, sich entscheidend abzusetzen, sollte man eine davon auch nutzen.“

Matchball vergeben – jetzt geht es bei „Einstand“ weiter. Schon am Dienstag kommt der VfL Wolfsburg mit Ex-Werder-Boss Klaus Allofs ins Weserstadion. „Es ist gut, dass direkt das nächste Spiel ansteht. Da können wir zeigen, dass wir es besser können“, sagte Thomas Eichin und versprach: „Gegen Wolfsburg werden wir wieder einen anderen SV Werder se

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