Werder verkündet das Saisonziel

Europa! Was auch sonst?

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Möglichst weit oben will Florian Kohfeldt seinen SV Werder Bremen in dieser Saison in der Tabelle der Fußball-Bundesliga sehen.

Bremen – Als Sportchef Frank Baumann vor einem Jahr von Europa als Saisonziel sprach, da rieb sich Fußball-Deutschland verwundert die Augen. Was war bloß in diesen SV Werder Bremen gefahren, der doch jahrelang um den Klassenerhalt zittern musste?

Nun wundert sich niemand mehr, wie mutig sie an der Weser sind und wie selbstverständlich sie wieder das internationale Geschäft anpeilen, obwohl die finanziellen Mittel im Vergleich zur direkten Konkurrenz eher bescheiden sind. Aber Werder Bremen wiederholt vor dem Bundesliga-Auftakt am Samstag gegen Fortuna Düsseldorf (15.30 Uhr, Weserstadion) nicht einfach nur das Saisonziel, sondern demonstriert zugleich ein anderes Selbstverständnis – und das bei inzwischen allen Beteiligten.

Werder Bremen: Europa in allen Köpfen

Vor einem Jahr sei die verwegene Vorgabe ein Mittel zum Zweck gewesen, erklärt Trainer Florian Kohfeldt bei der Pressekonferenz zum Düsseldorf-Spiel. „Wir wollten die Mannschaft und den Verein aus diesem Denken, wir sind mit Mittelmaß zufrieden, befreien“, erinnert sich der Coach. Das sei gelungen, jetzt gebe es wieder die nötige Siegermentalität. Das Saisonziel wurde zwar knapp verpasst, aber das habe die Denkweise nicht verändert. „Vom ersten Tag an habe ich von der Mannschaft das Gefühl vermittelt bekommen: Ja, wir wollen das!“ Europa ist jetzt von Anfang an in allen Bremer Köpfen. Niemand muss mehr überzeugt werden.

„Es fühlt sich anders an. Das Vertrauen ist größer als im letzten Jahr“, bestätigt Kapitän Niklas Moisander. Weil der Kader fast komplett zusammen geblieben ist, würden die Automatismen weiter greifen. „Die Spieler können auf dem Platz viel freier und viel sicherer agieren“, sagt Kohfeldt. Und weil die Mannschaft mit Ömer Toprak und Niclas Füllkrug gezielt verstärkt worden sei, urteilt der Coach: „Ich sehe uns als Mannschaft weiter als vor einem Jahr.“ Ohne einen Max Kruse wohlgemerkt, den besten Torschützen und Vorlagengeber der Vorsaison. Werder Bremen fühlt sich flexibler ohne den Star, der jetzt bei Fenerbahce Istanbul spielt.

Werder Bremen: Kampfansage, aber auch Realismus

Zum Auftakt gibt es durchaus angenehme Kost. Fortuna Düsseldorf ist weder ein Spitzenteam noch ein euphorischer Aufsteiger. Außerdem wird im Weserstadion gespielt. „Natürlich wollen wir gewinnen“, sagt Moisander. Aber mit diesen Auftaktspielen ist das immer so eine Sache. „Für mich gibt es da eigentlich keinen Favoriten“, so Kohfeldt. Zu ungewiss sei die eigene Form, auch der Gegner könne nicht richtig eingeschätzt werden. Und natürlich fehle der Wettkampf-Rhythmus.

Was wie eine Vorbereitung der Fans auf ein vielleicht doch noch nicht so tolles Ergebnis klingt, ist der gesunde Bremer Realismus. Denn aus Mut wird bei Werder nicht Hochmut. „Die Liga ist besser geworden“, sagt Kohfeldt und meint damit auch Gegner Düsseldorf, der die namhaften Abgänge gut kompensiert habe. Und mit Blick auf das große Ganze sagt Baumann: „Wir müssen nicht nach Europa, aber wir wollen es unbedingt.“ Den Satz hat er auch vor einem Jahr gesagt, aber diesmal noch ein „unbedingt“ drangehängt. Es ist eine Kampfansage, die Fußball-Deutschland längst nicht mehr verwundert, sondern von diesen Bremern sogar schon erwartet hatte.

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Die neue Saison geht los, und mit dem ersten Spieltag stellt Werder Bremen neue Bundesliga-Rekorde auf, „Dino“ wollen die Grün-Weißen aber nicht sein. Am ersten Spieltag gegen Fortuna Düsseldorf gibt es eine Besonderheit: Werder Bremen läuft mit Trauerflor auf. Unterdessen bastelt Sportchef Frank Baumann weiter am Kader für die neue Saison. Bei den Transfer-Gerüchten um Nabil Bentaleb von Schalke 04 blockt Werder Bremen aber lieber noch ab. Ein Transfer stand lange im Raum, jetzt hat Benjamin Henrichs Werder Bremen wohl endgültig abgesagt.

Quelle: DeichStube

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