„Ich habe ihn schon immer bewundert“

Veljkovic eifert Xabi Alonso nach

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Milos Veljkovic

Bremen - Als im Gespräch das Thema FC Bayern kommt, da funkeln seine Augen. „Jeder will doch gegen die Bayern spielen, das wäre eine Super-Chance für mich, deswegen spiele ich Fußball“, sprudelt es aus Milos Veljkovic nur so heraus. Da ist es schon etwas kurios, dass Veljkovic vor allem deshalb ein heißer Kandidat für Werder Bremens Startelf ist, weil zwei Teamkollegen freiwillig auf dieses Highlight verzichten.

Clemens Fritz und Zlatko Junuzovic fehlen am Samstag in München wegen ihrer provozierten Gelbsperren. „So richtig verstehen kann ich das alles nicht“, sagt Veljkovic zu dem großen Wirbel um die Bremer Gelbsucht. Mehr gibt es von ihm dazu nicht. Ansonsten präsentiert sich der 20-Jährige ziemlich offen und selbstbewusst, aber keineswegs überheblich. „Ich bin von meinen Fähigkeiten überzeugt“, hebt er zwar hervor, „aber ich hätte nicht gedacht, dass es so schnell geht.“

Erst kurz vor Ende der Transferperiode war er am 1. Februar verpflichtet worden. Und das eigentlich zunächst nur für die U23, wie Sportchef Thomas Eichin damals betonte. Denn Veljkovic hing zuletzt in der U21 von Premier-League-Club Tottenham Hotspur fest, hatte kaum Erstliga-Erfahrung. Aber dafür war er im Sommer U20-Weltmeister mit Serbien geworden. Ein Qualitätssiegel, das sich bei Werder offenbar schnell bestätigte. Trainer Viktor Skripnik vertraute ihm schon im Pokal (eine Minute) und nun auch zwei Mal in der Bundesliga (insgesamt 47 Minuten). Dabei hinterließ Veljkovic vor allem gegen Hannover auf der Position des Sechsers einen ordentlichen Eindruck.

„Ich habe mich sehr wohl gefühlt“, berichtet der Serbe, der in der Schweiz aufgewachsen ist und perfekt Deutsch spricht. Nervös sei er eigentlich nicht gewesen: „Ich muss doch gerade auf meiner Position Ruhe ausstrahlen, damit die anderen mir vertrauen und mich anspielen.“ Diese Coolness hat sich Veljkovic auch von einem abgeguckt, der am Samstag sein Gegner sein könnte: Xabi Alonso. „Ich habe ihn schon immer bewundert. Schon bevor er an den Ball kommt, weiß er genau, was er dann machen will. Seine langen Bälle sind auch stark“, schwärmt der Werder-Profi von dem 34-jährige Spanier.

Werder-Training am Dienstag

Gegen einen Trikotwechsel hätte er am Samstag in der Allianz-Arena nichts einzuwenden. Doch das ist absolute Nebensache. Denn Veljkovic hat da so einen Satz verinnerlicht: „Man sollte im Fußball nie zu glücklich und nie zu traurig sein, denn der Fußball ist unberechenbar.“ Deswegen will er bei seinem aktuellen Hoch nicht zu euphorisch sein und sich nicht vom Wesentlichen ablenken lassen: „Ich will jetzt nicht stoppen, ich will mehr. Dafür muss ich hart arbeiten.“ Schließlich gilt es, die Trainer zu überzeugen, ihn erstmals in die Startelf zu stecken – und das ausgerechnet bei den großen Bayern.

Teamkollege Jannik Vestergaard traut ihm das durchaus zu: „Er ist ein sehr, sehr guter Spieler.“ Und dabei auch flexibel einsetzbar. Denn der Sechser kann auch im Abwehrzentrum verteidigen. Doch dort ist Werder mit Vestergaard und Papy Djilobodji sowie dahinter Alejandro Galvez ganz gut besetzt. Doch für die Zukunft ist Veljkovic auch dort eine echte Alternative. Sein Vertrag in Bremen läuft schließlich bis 2019. Eine Wohnung hat er schon gefunden – in der Überseestadt. Fehlt also nur noch ein Einsatz gegen die Über-Bayern zum perfekten Werder-Start.
kni

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