Qualitativ besser als das Team 2006

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Tim Borowski

Bremen / Danzig - Von Tim Borowski - Ich erinnere mich noch genau an das Gefühl von vor sechs Jahren. Fabio Grosso macht in der 119. Minute das 1:0 für Italien, Alessandro Del Piero wenig später das 2:0. Es war das brutale Aus für uns bei der Heim-WM.

Wir wollten den Titel, aber es blieb nach diesem bitteren Ende in Dortmund nur Leere. Der große Traum war geplatzt – kein gutes Gefühl und niemandem zu empfehlen. Ich gehe aber fest davon aus, dass Löws Team heute eine Wiederholung erspart bleibt. Denn die Mannschaft 2012 ist qualitativ noch besser besetzt als das Team 2006. Diese Nationalelf hat ein Überangebot an überragenden Akteuren – das haben die personellen Wechsel gegen Griechenland gezeigt. Spieler wie Klose, Reus, Schürrle nachschieben zu können, hat schon was.

Das ist ein riesiger Unterschied zu damals. Trotzdem wird es nicht einfach sein, die Italiener zu knacken. Sie haben mich während des Turniers ehrlich überrascht. Nach den Eindrücken aus der Qualifikation und der Vorbereitung musste man nicht zwingend auf den Gedanken kommen, dass sie im Halbfinale stehen würden. Jetzt sind sie da, und Deutschland muss alles zeigen, um ins Endspiel zu kommen. Der Schlüssel zum Erfolg ist für mich der Glaube an die eigene Stärke und das Spieltempo. Wenn die DFB-Elf es versteht, permanent Gas zu geben, werden die Italiener irgendwann müde. Auch nicht unwichtig: Wenn es auf dem Platz richtig prickelnd wird, müssen alle cool bleiben. Denn die Provokationen werden kommen.

Tim Borowski (32) absolvierte 33 Länderspiele für Deutschland und war Mitglied des WM-Teams 2006. Im Halbfinale gegen Italien stand er in der Startelf.

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