Skripnik setzt voll auf die Jugend – und die Erfahrung auf die Tribüne

Der Umbruch im Abstiegskampf

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Werder-Coach Skripnik

Bremen - Der Abstiegskampf an sich ist schon ein Drahtseilakt, doch Viktor Skripnik verzichtet nun auch noch auf Netz und doppelten Boden. Der Werder-Coach setzt voll auf die Jugend – und die Erfahrung auf die Tribüne.

„Das war schon ein harter Brocken“, sagt Zlatko Junuzovic zur Verbannung von Nils Petersen, Ludovic Obraniak und Eljero Elia. Zudem schmorten so namhafte Profis wie Cedrick Makiadi, Izet Hajrovic und Santiago Garcia zunächst auf der Bank. Dafür ließ Skripnik gleich vier seiner U23-Jungs ran: Richard Strebinger, Janek Sternberg, Levent Aycicek und Melvyn Lorenzen. „Das ist ein Zeichen, dass es in eine andere Richtung geht. Hier wird auf die Jugend gesetzt“, sagt Junuzovic. Und der 27-jährige gesteht: „Es ist schwer zu sagen, ob das die ideale Lösung ist, denn der Druck im Abstiegskampf ist enorm.“ Deshalb fordert der Österreicher, dass Petersen und Co. nicht für alle Zeit abgeschrieben sind: „Wenn sie gut trainieren, muss es sich auch wieder drehen.“

Aber es wird schwer für sie, denn Skripnik hat ein hartes Urteil gefällt. So meinte er zum Beispiel zu Petersen: „Er hat seine Zeit gehabt.“ Das gilt im Prinzip auch für die anderen, die seit langem die Erwartungen nicht erfüllen. Sie bekommen mit diesen Aussagen auch das Signal: Hier geht es wahrscheinlich nicht weiter, wie wäre es mit einem vorzeitigen Wechsel? Bei Elia wird das sogar öffentlich von Sportchef Thomas Eichin kommuniziert: „Möglichst im Winter, spätestens im Sommer muss eine Lösung her.“

Werder steckt mitten im Abstiegskampf im Umbruch – für Eichin natürlich kein perfekter Zeitpunkt: „Ich bin in einem Wechselbad der Gefühle. Wenn ich sehe, wie Lorenzen und Selke treffen, wie Aycicek spielt, wie sich die Jungen insgesamt machen, so könnte dies genau der Werder-Weg sein. Wenn wir so durchkommen, erinnert mich das an den Werdegang, mit dem andere Mannschaften früher Erfolg hatten. Doch klar ist: Wir müssen in der Liga bleiben.“

Ein Punkt gegen Hannover ist dafür zu wenig, Werder bleibt nach dem 3:3 auf einem Abstiegsplatz. Das Problem: Es gibt zu viele Gegentore, diesmal hatten Lars Stindl (12.), Joselu (62.) und Hiroshi Kiyotake (64.) zu leichtes Spiel. Das Gute: Auch Werder trifft in Person von Zlatko Junuzovic (36.), Lorenzen (55.) und Davie Selke (88.). Und bei allem Jugendwahn: Skripnik ist bereit, sich selbst zu korrigieren, was die frühe Herausnahme von Sternberg beweist. Das macht den Drahtseilakt etwas sicherer.

kni

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