Werders neuer Linksverteidiger Ulisses Garcia will sich durchsetzen

Kein Mann für die Vitrine

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Daumen hoch für eine erfolgreiche Zukunft. Ulisses Garcia sieht bei sich das Potenzial für die Bundesliga

Aus Neuruppin berichtet Malte Rehnert - Der Typ Draufgänger scheint dieser Ulisses Alexandre Garcia Lopes wahrlich nicht zu sein. Bei seiner ersten Medienrunde als Werder-Profi wirkte der 19-Jährige gestern Mittag total schüchtern. Er saß im Mannschaftshotel am Kopf des Tisches in einem schweren, braunen Ledersessel und redete so leise, dass diejenigen, die etwas weiter weg saßen, ihn kaum hörten. Probleme, sich zu verständigen, hat er sonst jedoch nicht.

Der zweite Bremer mit dem Nachnamen Garcia neben dem Argentinier Santiago (der als Linksverteidiger auch noch sein direkter Konkurrent ist) spricht „ein bisschen Deutsch“ und dazu noch Portugiesisch, Französisch und Englisch. Mit seinem Namensvetter aus Südamerika hat Ulisses Garcia in Bremen beim Vorbereitungsauftakt ein paar Sätze gewechselt. „Santi sitzt in der Kabine neben mir – ein toller Typ“, findet der neue Außenverteidiger, der auch Stürmer Anthony Ujah mittlerweile ein bisschen besser kennt: „Er ist hier mit mir auf einem Zimmer.“

Ujah weiß also schon mehr über Garcia als viele andere. In Deutschland ist der 19-Jährige, geboren in Almada nahe der portugiesischen Hauptstadt Lissabon, bislang weitgehend unbekannt. Seine Eltern stammen von den Kapverden und zogen, als der kleine Ulisses drei Jahre alt war, ins schweizerische Genf. Dort begann er mit dem Fußballspielen, schaffte es später in die Schweizer Jugend-Nationalteams und wechselte 2011 zu den

Grasshopper Zürich. Er könnte international auch für die Kapverden oder Portugal („Da habe ich sogar ein Angebot bekommen“) auflaufen, sieht seine Zukunft aber in der Schweiz.

Und natürlich bei Werder, das sich laut Garcia gegen interessierte Konkurrenten aus Frankreich und England sowie Borussia Mönchengladbach durchgesetzt habe – und ihn sozusagen aus einer misslichen Lage befreit hat. In Zürich, von wo er seinen jetzigen Mitspieler Izet Hajrovic kennt, habe er unter dem damaligen Trainer Michael Skibbe eine gute Perspektive gehabt. Dann kam Pierluigi Tami als Coach – und es lief nicht mehr. Zudem hätten ihn die Grasshoppers „ein bisschen unter Druck gesetzt. Ich sollte meinen Vertrag verlängern. Und wenn ich es nicht mache, spiele ich nicht mehr – hieß es.“ Er unterschrieb nicht und war – dafür reicht ein Blick in die Statistik – total außen vor. In der vergangenen Saison kam er lediglich auf einen Europa-League-Einsatz, in der ersten Schweizer Liga spielte er gar nicht.

11 gegen 11 am Vormittag

Das soll sich nach seinem ablösefreien Wechsel nun in Bremen, wo er bis 2018 unterschrieben hat und wo ihn seine Mutter und seine Schwester abwechselnd ein Mal pro Monat in der neuen Wohnung besuchen, grundlegend ändern. „Uli“, den sie wegen seines Vornamens schon in der Schweiz so nannten und inzwischen auch bei Werder nennen, kann nicht nur zurückhaltend sein – sondern auch selbstbewusst und angriffslustig. Etwa, als er nach seiner Zukunft befragt wird. Möglicherweise landet der unerfahrene 19-Jährige, der David Alaba vom FC Bayern zum Vorbild hat, nach der Vorbereitung erst mal bei der U23 in der dritten Liga. „Kein Problem“, betont Garcia, schiebt aber gleich hinterher: „Ich habe keine Angst vor der Bundesliga. Es war schon immer mein Traum, in dieser Liga zu spielen.“ Er wolle sich bei Werder „durchsetzen, das ist mein klares Ziel. Ich denke, das Potenzial dazu habe ich. Und wenn ich meine Chance bekomme, werde ich sie nutzen.“

Ehrgeizige Worte, die Trainer Viktor Skripnik gerne hören wird. Der Coach bezeichnet Garcia als „sehr positiven jungen Mann“, der sich „gleich beweisen“ will – und soll. „Wofür haben wir ihn denn geholt?“, fragt Skripnik: „Für die Vitrine? Nein, wir erhoffen uns schon etwas von ihm. Ich traue es ihm zu, bei uns eine gute Rolle zu spielen.“

Gleiches kann auch Werder in der kommenden Saison gelingen, glaubt Garcia. Sein Urteil nach wenigen Tagen: „Wir haben eine gute Mannschaft und können die Europa League schaffen.“

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