Gemeinsame Pläne mit Di Santo sind durchkreuzt worden

Ujah singt und tanzt sich den Frust von der Seele

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Statt mit Franco Di Santo jubelt Anthony Ujah (links) nun eben mit anderen Teamkollegen – wie hier mit Zlatko Junuzovic nach dem Tor zuum 2:0 gegen den FC Sevilla.

Bremen - Von Malte Rehnert. Die Werder-Profis haben ihre ganz eigene Schock-Therapie, um mit dem plötzlichen Abschied von Franco Di Santo umzugehen. Am Samstag schlugen sie Europa-League-Sieger FC Sevilla (3:1) und tankten Selbstvertrauen, am Sonntag trafen sie sich dann zum geselligen Teamabend – und lenkten sich ein bisschen vom Wechsel des Top-Torjägers zum FC Schalke 04 ab.

„Es hat viel Spaß gemacht, die Stimmung war gut“, berichtet Anthony Ujah, der wie die anderen Neuzugänge Ulisses Garcia und Felix Wiedwald zum Einstand ein Liedchen trällern musste. „Bei mir war es nigerianische Musik. Und ich habe auch getanzt“, erzählt der 24-Jährige, „aber singen kann ,Uli‘ besser als Felix und ich.“

Ujah wirkte gestern Mittag ziemlich entspannt und gut gelaunt, dabei hat ihn Di Santos Weggang besonders hart getroffen. Der Nigerianer absolvierte mehrere Testspiele an der Seite des Argentiniers. Das Duo nährte die Hoffnung, ein neuer Bremer Traumsturm zu werden. Und auch privat verstanden sich die beiden prächtig. Im Trainingslager im Zillertal hat Di Santo dem neuen Stürmer sogar Schwimmunterricht im Hotelpool gegeben. „Wir werden Franco natürlich alle vermissen. Er ist ein positiver und wichtiger Typ gewesen, nicht nur wegen seiner Tore“, meint Ujah und gesteht, dass er sich gedanklich bereits ausgemalt hat, wie schön es mit Di Santo im Angriff hätte werden können: „Ich hatte schon im Kopf, was wir zusammen in der nächsten Saison machen. Es ist schade, dass er weg ist. Ich hatte mich sehr darauf gefreut, mit ihm zusammenszuspielen.“

Dass es nun nicht mehr dazu kommt, hat Ujah sehr überrascht, „wie alle anderen auch. Die Signale waren positiv. Alle haben gedacht, dass Franco vielleicht sogar am Samstag verlängert.“ Stattdessen wurde – ausgerechnet am „Tag der Fans“ – Di Santos Wechsel verkündet. Der 26-Jährige nutzte seine Ausstiegsklausel, ging für die festgeschriebene Ablöse von sechs Millionen Euro nach Gelsenkirchen.

Sein bisheriger Sturmpartner mag ihm das nicht verübeln. „Wenn er sagt, dass es besser für seine Karriere und Zukunft ist, kann ich ihn verstehen. Ich bin ihm nicht böse“, sagt Ujah, der ebenfalls per Klausel (4,5 Millionen Euro) vom 1.FC Köln gekommen war. Seither weiß er auch nur allzu gut, wie es sich anfühlt, wenn die Fans nach so einer Nachricht toben. Köln war noch nicht gerettet, als sein Werder-Wechsel öffentlich wurde. Und dann posierte er auch noch vor einem Banner mit der Aufschrift „100 Prozent Werder“. Im letzten Heimspiel pfiffen ihn die Kölner Fans deshalb gnadenlos aus. Ujah kauerte wie ein Häufchen Elend auf der Ersatzbank, es flossen Tränen.

Eine ähnliche Reaktion von den Rängen droht auch Di Santo, wenn er mit Schalke am ersten Spieltag (15. August) im Weserstadion aufkreuzt. „Die Fans sind nicht glücklich. Aber ich hoffe, sie bleiben ruhig“, sagt Ujah: „Franco hat ja auch viele Tore für den Verein gemacht. Und die Entscheidung ist ihm schwergefallen, das hat man bei seinem Abschied in der Kabine gemerkt.“

Für ihn selbst taucht nun ohne Di Santo noch ein neues, kleines Problem auf – er hat keinen Schwimmlehrer mehr. „,Uli‘ kann das leider auch nicht so gut“, verrät Ujah und fügt mit einem breiten Grinsen an: „Ich muss jetzt im Internet und auf Videos gucken, wie man es macht.“

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