Anthony Ujah hat Werder „den Arsch“ gerettet“

"Dieser Sieg ist für unsere Fans, sie verdienen ihn"

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GER, 1.FBL, Werder Bremen vs Eintracht Frankfurt

Bremen - Von Björn Knips. Er kam, er sah, er traf – okay, das mit dem Treffen stimmt nicht so ganz. Anthony Ujah war nur zu 90 Prozent der Schütze des Werder-Siegtores gegen Eintracht Frankfurt. Die restlichen Millimeter des Balles auf dem Weg ins Tor hatte Papy Djilobodji zu verantworten. Ujah durfte sich dennoch als Matchwinner sehen – und machte das auch in einer Medienrunde.

Anthony Ujah, können Sie schon fassen, was passiert ist? 

Ujah: Es ist unglaublich. Mir fehlen die Worte für meine Gefühle. Ich muss morgen aufwachen und überprüfen, ob das wirklich alles passiert ist.

Es war sehr knapp. Das Tor fiel erst zwei Minuten vor Schluss. 

Ujah: Die Jungs haben es super gemacht, nur das Tor hat lange gefehlt. Als ich reingekommen bin, habe ich gewusst, dass ich nur einen Job habe: das Tor zu schießen. Ich habe es zu einem richtigen Zeitpunkt gemacht.

Moment: Ist es nun Ihr Tor oder das von Papy Djilobodji? 

Ujah: Ich habe es nicht gut gesehen. Aber egal – wir brauchten dieses Tor, wir haben es gemacht. Jetzt sind wir alle sehr, sehr glücklich.

Sie sind nach dem Tor einfach losgerannt – hatten Sie ein Ziel? 

Ujah: Nein, ich bin einfach nur los, wusste nicht, in welche Richtung. Ich wollte einfach nur weiterlaufen.

Und dann waren Sie plötzlich verletzt – ein Jubelfaserriss im Oberschenkel? 

Ujah (lacht): Ja, von dem Jubellauf war ich plötzlich ganz kaputt. Ich bin auf dem Platz noch nie so schnell gelaufen...

Erlösung in der 88. Minute

Wie war es auf der Bank? Haben Sie gewusst, dass Sie irgendwann gebracht werden? 

Ujah: Zur Halbzeit stand es 0:0, es war klar, dass wir noch ein Tor brauchten. Da war klar, dass ich noch kommen würde.

Was passiert am Abend, in der Nacht?

Ujah: Geplant ist nichts. Aber eine Party wird es wohl geben.

Die Fans strömten eine Viertelstunde nach Abpfiff auf den Platz. Wie war das für Sie? 

Ujah: Wow! Ich kann nicht erklären, wie die Stimmung heute vor und nach dem Spiel war unglaublich. Dieser Sieg heute ist für unsere Fans, sie verdienen ihn. Es war eine schwierige Saison, aber jetzt können wir uns freuen.

Sie haben in den zurückliegenden Wochen nur wenig gespielt, jetzt haben Sie mit Ihrer Torvorlage eine Hauptrolle bei der Rettung eingenommen. Was bedeutet das für Sie? 

Ujah: Es war nicht einfach in den letzten Wochen. Aber ich bin ein Teamplayer und versuche immer, der Mannschaft zu helfen. Ich habe ein paar Tore als Joker geschossen, aber heute war das die wichtigste Aktion. Am Ende haben wir es als Mannschaft geschafft.

Trainer Viktor Skripnik hat berichtet, er habe Ihnen bei der Einwechslung gesagt, Sie sollen allen „den Arsch retten“. 

Ujah: Ja, hat er. Ich bin jetzt sehr glücklich auch für ihn. Es war keine einfache Saison für den Trainer.

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