Vor dem Spiel gegen Borussia Mönchengladbach

Mit Mut und Überzeugung

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Florian Kohfeldt sieht die Partie gegen Gladbach nicht als Schlüsselspiel.

Bremen - Manchmal hilft er ja, der Blick zurück – beim Einordnen, beim Relativieren einer Situation. Und deshalb hat Werder-Trainer Florian Kohfeldt am Donnerstag kurz an die Vergangenheit erinnert. „Die Lage, in der wir uns befinden, ist Luxus“, sagte er, „so etwas gab es hier in den letzten sechs, sieben Jahren nicht.“

Zehn Bundesligaspiele sind in der laufenden Saison absolviert, Werder hat davon fünf gewonnen, zwei unentschieden gespielt und drei verloren, was 17 Punkte und Tabellenplatz sechs bedeutet, eine gute Ausbeute also. Da die Bremer ihre zwei jüngsten Spiele aber verloren haben – mit 2:6 gegen Leverkusen und 1:2 in Mainz –, ist es in der Öffentlichkeit entstanden, dieses Gefühl des Schwebezustands. Wohin führt Werders Weg denn nun? Fest steht: Jetzt kommt Gladbach, der Tabellenzweite, ein Gradmesser – gar schon ein Schlüsselspiel für die Bremer? Kohfeldt trat dem vehement entgegen.

„Es ist völlig klar, dass wir in diesem Spiel punkten wollen“, sagte der 36-Jährige, „aber es ist kein Spiel, das über irgendetwas entscheidet oder eine Tendenz gibt.“ Dem Trainer geht es vorrangig darum, dass seine Spieler wieder den Fußball zeigen, den sie zu Saisonbeginn gezeigt haben und für den Werder stehen will.

„Wir wollen wieder mit Mut und großer Überzeugung auftreten“, sagte Kohfeldt. Ein zentraler Punkt dabei: „Den Moment des Ballverlustes eher als Chance begreifen denn als Problem.“ Ein anderer: In Ballbesitz voller Überzeugung in die eigenen Stärken den Weg nach vorne suchen. Diese Dinge predigt Werders Coach vom ersten Spieltag an, zuletzt hat er sie aber nicht oder nur in Ansätzen zu sehen bekommen.

Woran das lag? Diese Frage konnte Kohfeldt nicht eindeutig beantworten, weil es „seriös nicht möglich ist“, sagte er. Klar sei aber, dass Trainer und Mannschaft darüber nicht einfach hinweggehen werden. Die beste Antwort dürfte ohnehin ein gutes Ergebnis gegen Gladbach sein.

Mittelfeldraute die Lösung gegen Gladbach?

Gut möglich, dass sich Werder wieder eines altbewährten taktischen Stilmittels bedient, um dieses Ziel zu erreichen. Kohfeldt deutete zumindest an, dass die Mittelfeldraute am Samstag von Beginn an eine Option sein könnte. Zuletzt hatten die Bremer in dieser Formation gut ausgesehen. „Das System bietet in der Offensive viele Möglichkeiten, um vertikal durchs Zentrum zu spielen“, sagte Kohfeldt. Defensiv würde es eine hohe Aggressivität gegen den Ball ermöglichen.

Ob nun mit oder ohne Raute, im 4-4-2 oder 4-3-3, an Kohfeldts grundsätzlicher Forderung an sein Team ändert sich nichts. „Nicht nachlassen, ruhig bleiben, nur auf uns schauen“, fasste er zusammen. Wenn Werder das gelingt, möglichst während der kompletten restlichen Saison, „dann haben wir in meinen Augen sehr gute Chancen, unter die ersten Sechs zu kommen“.

Quelle: DeichStube

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