Das ist der Neuzugang vom SV Werder

Werder Bremen verpflichtet in Anthony Jung einen echten Meister

Mit Anthony Jung wechselt ein echter Meister zum SV Werder Bremen.
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Mit Anthony Jung wechselt ein echter Meister zum SV Werder Bremen.

Niemand sollte behaupten, die Bröndby-Fans hätten nicht um ihn gekämpft. Als sich abzeichnete, dass Anthony Jung seinen Vertrag bei Bröndby Kopenhagen nach vier Jahren nicht verlängern würde, gab es verschiedene Aktionen, um den deutschen Verteidiger doch zum Bleiben zu überreden. Vergeblich. Denn Jung unterschrieb am Mittwochnachmittag einen Vertrag bei Werder Bremen. Der 29-jährige Abwehrspieler ist der erste Neuzugang nach dem Abstieg in die 2. Liga – und er ist ablösefrei.

„Wir sind sehr froh, mit Anthony einen erfahrenen Profi verpflichtet zu haben. Er hat bei Bröndby auf und neben dem Platz eine ganz wichtige Rolle eingenommen“, sagt Werder-Sportchef Frank Baumann, der mit der Verpflichtung des ehemaligen deutschen U20-Nationalspielers (zwei Einsätze) einen Bereich im Team bearbeitet, der sich noch zur Großbaustelle entwickeln wird. Weil Niklas Moisander schon weg ist und auch die EM-Fahrer Marco Friedl und Ludwig Augustinsson ziemlich sicher nicht mit in die 2. Liga gehen werden, hat Werder Bremen links defensiv erhöhten Handlungsbedarf. Und genau dort ist Linksfuß Anthony Jung fußballerisch zu Hause. „Anthony kann Dreierkette und mehrere Positionen in der Viererkette spielen. Er ist sehr variabel. Er bringt eine positive Energie und eine Siegermentalität in unsere Mannschaft, die nach dem Abstieg wichtig für uns ist“, erklärt Bremens neuer Chefcoach Markus Anfang in einer Vereinsmitteilung.

Werder Bremen verpflichtet Anthony Jung: Meister aus Dänemark wechselt an die Weser

In Dänemark wird über den Wechsel die eine oder andere Träne vergossen werden. Denn Jung, den hätten sie bei Bröndby gerne behalten. Jedenfalls lässt die Twitter-Aktion „foreverjung“ in Anlehnung an den alten Alphaville-Hit „Forever young“ sowie ein Musik-Video auf Youtube darauf schließen. Auf die Melodie des Beatles-Klassikers „Let it be“ wurde einfach der Refrain „Bleib jetzt hier in Bröndby, Anthony“ gepackt und dazu viele Fotos von Jung im Bröndby-Trikot gestellt. Herzzerreißend, aber fruchtlos. Anthony Jung hat sich nach einem Pokalsieg mit Bröndby (2018) und der Meisterschaft in diesem Sommer entschieden, nach Deutschland zurückzukehren. Am Mittwoch absolvierte er den Medizincheck, am Nachmittag erfolgte Jungs Unterschrift beim SV Werder Bremen.

Aber wer ist eigentlich dieser Anthony Jung, der in Kopenhagen eine so kreative und musikalische Fan-Gemeinde hat? Geboren wurde er in Villajoyosa an der spanischen Costa Blanca, aufgewachsen ist er aber in Hessen. Und Fußballspielen hat er beim SV Wehen Wiesbaden sowie bei Eintracht Frankfurt gelernt. Zweimal lief Jung für die deutsche U20-Nationalmannschaft auf, ehe beim FSV Frankfurt die Profi-Karriere startete. Nach zehn Zweitliga-Einsätzen ging es weiter zu RB Leipzig, wo Jung zum Stammpersonal gehörte, das zwischen 2013 und 2016 von der dritten in die erste Liga marschierte. Dann ein Jahr auf Leihbasis beim FC Ingolstadt mit 16 Erstliga-Einsätzen und schließlich 2017 der Wechsel zu Bröndby IF. Dort war der 1,86 Meter große Defensivakteur in der Meistersaison absoluter Stammspieler, absolvierte 31 von 32 Partien und ging immer über die volle Distanz. Leistungsträger und Publikumsliebling – das sind zwei Begriffe, die zu Jung und seiner letzten Saison in Dänemark gehören.

Werder Bremen-Transfers: Dänischer Ex-Profi Daniel Jensen schwärmt von Neuzugang Anthony Jung

Verwunderlich ist es schon, dass ein Spieler mit diesem Standing die Chance auf die Champions League – Bröndby muss als dänischer Meister nur eine Playoff-Runde bis zur Gruppenphase überstehen – und die sichere Teilnahme an der Europa League gegen Werder Bremen und die Zweite Liga eintauscht. Von außen betrachtet ist das ein Rückschritt. Jung, Marktwert 800.000 Euro, sieht das jedoch ganz anders. „Nach gut vier Jahren in Kopenhagen mit einem erfolgreichen Abschluss und der gewonnenen Meisterschaft freue ich mich, wieder nach Deutschland zurückzukehren. Nachdem der Anruf von Werder Bremen und Markus Anfang kam, musste ich nicht lange überlegen. Es wird eine brutal spannende Liga mit vielen großen Clubs. Ich kann es kaum erwarten, bei Werder loszulegen und mit Werder erfolgreich zu sein.“ Laut Frank Baumann hat Anthony Jung sogar „sowohl ein sehr gutes Angebot von Bröndby als auch ein Angebot aus der Bundesliga abgelehnt, um zu Werder zu kommen und hier erfolgreich zu sein“.

Daniel Jensen kennt Jung aus der dänischen Superligaen, hat ihn dort oft in Aktion gesehen. „Er ist ein guter Spieler, stark auch in der Offensive“, urteilt der ehemalige Werder-Profi, der zwischen 2004 und 2011 an der Weser spielte, gegenüber der DeichStube. Heute arbeitet Jensen als Spielerberater in Dänemark. Der 41-Jährige sieht Jung jedoch nicht nur in der Abwehrkette, sondern auch in einem breiten Mittelfeld auf der linken Seite gut aufgehoben: „Er kann ein Spiel lesen.“ (csa) Alle Werder Transfer News gibt es hier.

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