Dutt legt den Finger in die Wunde

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Trainer Robin Dutt hatte den Werder-Profis einiges zu sagen, ehe er sie heute spielen ließ

Bremen - Von Björn Knips. Robin Dutt macht sofort ernst. Schon an seinem zweiten Tag in Amt und Würden arbeitete der neue Coach des SV Werder heute Morgen am größten Bremer Problem der vergangenen Jahre: der Defensive. Mit ersten kleinen Erfolgen: Nach ein paar Erklärungen und Anweisungen des Trainerteams hatte das muntere Toreschießen beim Umschaltspiel ein rasches Ende.

„In der Offensive war das letztes Jahr gut, in der Verteidigung gibt es schon Luft nach oben und das Ziel, weniger Gegentreffer zu bekommen“, erklärte Dutt nach dem Training. Mit Blick auf die gerade absolvierte Einheit fügte er hinzu: „Man hat gleich wieder gesehen: In der Offensive schaute es gut aus. Dann haben wir es der Offensive etwas schwerer gemacht, den jungen Spielern Tipps gegeben – und dann fielen nicht mehr so viele Tore.“

Die Spielform war ganz einfach, simulierte einen Ballverlust im Mittelfeld und eine Unterzahl der Verteidigung. Zwei Abwehrspieler mussten drei Angreifer stoppen, konnten aber auf Unterstützung von einem Teamkollegen hoffen, der aus einiger Entfernung zurückeilen durfte. Da war ordentlich Tempo drin. Und das war Dutt heute noch wichtiger als das Spielverständnis. Denn in der ersten Trainingswoche geht es hauptsächlich um die Kondition. In diesem Fall um intervallmäßige Belastung. Eine andere Gruppe war zeitgleich mit Athletiktrainer Reinhard Schnittker in der Pauliner Marsch unterwegs, um die Ausdauer zu verbessern. Nach einer halben Stunde gab es den Wechsel. Ähnlich wurde auch am Nachmittag trainiert.

Die Bilder vom Training

Werder-Training am Wochenende

Dutt will sein Team so schnell wie möglich fit bekommen. Über den Leistungsstand der einzelnen Spieler weiß der 48-Jährige seit dem Laktattest am Freitag Bescheid. „Die Jungs sind in einem ordentlichen Zustand“, urteilte der Coach und verriet, dass er die Daten natürlich mit seinen vorherigen Stationen Leverkusen und Freiburg verglichen hat. „Das ist spannend, vor allem, wenn man sich Spieler anschaut, die auf der gleichen Position spielen“, sagte Dutt, stellte aber zugleich klar: „Das ist nichts für die Öffentlichkeit. Man kann sehr viel in diese Zahlen hineininterpretieren, man darf aber auch nicht zu viel interpretieren.“

So oder so – die Profis können sich auf harte Arbeit einstellen. Am Sonntagmorgen noch in Bremen, ab Montag dann auf Norderney. Bis Freitag wird auf der Lieblingsinsel von Dutts Vorgänger Thomas Schaaf geschuftet. „Wir gehen da noch nicht groß auf die Gesamtspielphilosophie ein. Das machen wir erst, wenn auch die Nationalspieler da sind. Aber in jeder Spielform gibt es natürlich kleine Details, die für das große Ganze wichtig sind“, erläuterte Dutt. Dass er ein Freund von umfangreichen Einheiten ist, bewies er schon heute. Trainingsbeginn war um 10 Uhr nicht auf dem Platz, sondern in den Katakomben des Weserstadions. Es gab ein „kleines Stabilisationsprogramm mit der Mannschaft“, klärte Dutt später auf. Um 10.20 Uhr folgte das Aufwärmen auf dem Platz und dann die Arbeit in zwei Gruppen. Die insgesamt 105 Trainingsminuten waren durchaus rekordverdächtig.

Aus gutem Grund. Werder muss wieder besser werden, um nach drei sportlich enttäuschenden Jahren in die Erfolgsspur zurückzukehren. „Das Spiel ist in den vergangenen Jahren viel schneller und athletischer geworden“, sagte Dutt und fügte fast schon philosophisch an: „Raum und Zeit – da herrscht auf dem Platz eine große Knappheit.“ Darauf will der 48-Jährige Werder bestmöglich vorbereiten.

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