Werder-Coach bleibt ganz souverän

Verständnis für Eggestein, Lobhudelei für Kohfeldt

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Werder-Trainer Florian Kohfeldt war am Sonntagabend zum ersten Mal zu Gast im NDR-Sportclub und stellte sich den Fragen von Moderator Gerhard Delling.

Bremen/Hamburg. Werder kommt zwar Europa nicht wirklich näher, ist aber weiterhin in der Rückrunde ungeschlagen. Die Bremer sind endlich wieder eine interessante Nummer in der Bundesliga, Spieler werden umworben, der Trainer mit Lob überschüttet. Florian Kohfeldt konnte das am Sonntagabend im Sportclub des NDR erleben – und reagierte darauf wie so oft ziemlich souverän.

Da wäre zum Beispiel das Thema Maximilian Eggestein. Der 22-Jährige ist einer der Shootingstars in dieser Bundesliga-Saison, wird bereits mit Topclubs wie Borussia Dortmund in Verbindung gebracht. Sein Vertrag läuft nur noch gut ein Jahr. Werder hat sich bislang vergeblich um eine vorzeitige Verlängerung bemüht, doch Kohfeldt bleibt ganz cool. Der Werder-Coach ist fest davon überzeugt, dass der Mittelfeldspieler in Bremen bleiben wird. „Wir haben sehr gute Argumente, ihn zu halten. Maxi weiß auch, wie die letzten Jahre gelaufen sind", sagte Kohfeldt und spielte auf Eggesteins Entwicklung an. 

Kohfeldt: „Maxi ist niemandem zu Dank verpflichtet“

Als 15-Jähriger war der gebürtige Hannoveraner an die Weser gewechselt, hatte sich bis in die Bundesliga gekämpft, musste dann aber noch mal eine Ehrenrunde in der U23 drehen. Kohfeldt machte ihn dann endgültig zum Bundesliga-Profi. Der Coach könnte das nun für sich in Anspruch nehmen und seinen Spieler damit unter Druck setzen, macht der 36-Jährige aber nicht. „Maxi ist niemandem zu Dank verpflichtet, weder Werder Bremen noch mir. Das war seine Entwicklung“, stellte Kohfeldt klar, fügte allerdings schnell noch an: „Trotzdem glaube ich, dass auch für seinen nächsten Schritt Werder Bremen ein sehr guter Verein ist." 

Schon gesehen? Martin Harnik über Maxi Eggestein

Werder ist Kohfeldt‘s Herzensverein

Und was ist mit Kohfeldt selbst? Sein Vertrag läuft noch bis 2021. Er hat stets betont, dass er diesen Kontrakt auf jeden Fall erfüllen wird, sich nicht abwerben lassen will. Egal, was da in der nächsten Zeit kommen könnte. Frank Wormuth traut ihm dabei einiges, eigentlich sogar alles in Deutschland zu. „Florian ist ein sehr guter Trainer, er kann sich an Situationen anpassen. Mit seiner Art könnte er jeden Verein trainieren – selbst Bayern München“, sagte der langjährige Leiter der Fußball-Lehrer-Ausbildung des DFB in einem Einspieler des NDR-Sportclubs. Kohfeldt wiegelte aber sofort ab: „Momentan ist das komplett ausgeschlossen. Ich würde da Frank Wormuth auch komplett widersprechen. Das wäre eine Aufgabe, zu der ich mich auf jeden Fall noch nicht bereit fühlen würde. Momentan bin ich in Bremen und habe auch vor, noch ein bisschen zu bleiben. Das ist mein Herzensverein durch und durch.“ 

Wormuth: „Kohfeldt ist einer aus der Mitte“

Kohfeldt und Wormuth kennen sich gut. 2015 hat der Bremer an der Hennes-Weisweiler-Akademie in Hennef seinen Fußball-Lehrer gemacht – als Jahrgangsbester. Ausbilder Wormuth war mehr als zufrieden mit seinem Schüler. Der habe sich zwar anfänglich etwas schwer damit getan, selbst kein Fußball-Profi gewesen zu sein. Aber mehr und mehr habe er seine Rolle gefunden, sei fachlich extrem stark. „Aber er ist kein Streber“, betonte Wormuth, der seit Sommer als Trainer beim niederländischen Erstligisten Heracles Almelo arbeitet. Fast schon philosophisch meinte der 58-Jährige: „Florian ist einer von uns - von uns Menschen. Er ist nicht als Prinz geboren. Er ist einer aus der Mitte, der besondere Fähigkeiten hat – und die auch umsetzt. Ich glaube, in der heutigen Generation sind die Trainer erfolgreich und kommen bei ihren Mannschaften an, wenn sie aus der Mitte kommen.“ 

Große Wertschätzung für Werder-Trainer

Moderator Gerhard Delling wunderte sich ein wenig über diese etwas ausufernde Lobhudelei – und Kohfeldt gestand: „Ich war auch erschrocken.“ Aber es zeigte eben auch, wie groß die Wertschätzung für Kohfeldt inzwischen ist – nicht nur in Bremen. Das gilt genauso für die Spieler - wie zum Beispiel Maximilian Eggestein. Es wird also spannend, wie sich das in den nächsten Wochen, Monaten und vielleicht auch Jahren entwickelt. Die Qualifikation für das internationale Geschäft dürfte dabei keine ganz unwichtige Rolle spielen.

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Quelle: DeichStube

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