Kommentar

Der Trainer muss bleiben

Ein Kommentar von Björn Knips. „Grüner geht’s nicht“, steht auf den Plakaten – und Viktor Skripnik zeigt sein breitestes Grinsen. Er macht seit Wochen Werbung für ein Bremer Geldinstitut. Bei Werder hat er zuletzt viel Kredit verspielt.

Björn Knips

15 Punkte aus 16 Bundesliga-Spielen sind ein schlechter Ertrag. Die Performance stimmte nicht mehr. Die Phantasie war weg, dass Skripnik diese Mannschaft noch weiterentwickeln kann. Andernorts wäre dieser Trainer längst abgestoßen worden. Doch Werder tickt anders – und das zahlt sich wieder einmal aus!  Skripniks Aktien sind in einem Spiel rapide gestiegen. Aus mehreren Gründen. Siege helfen natürlich immer. Spektakuläre Siege bei Favoriten noch ein bisschen mehr. Aber viel wichtiger waren zwei andere Faktoren: Die Mannschaft hatte einen guten Plan und zeigte eine nicht mehr für möglich gehaltene spielerische Klasse. Claudio Pizarro als halber Spielmacher, zwei spielstarke Außen mit Florian Grillitsch und Levin Öztunali – so kann Werder mit Anthony Ujah vorne drin etwas bewegen. Dass Skripnik dann auch noch Janek Sternberg in die Startelf zauberte, und der sich für das Vertrauen mit seinem ersten Tor bedankte, ist Gold wert. Denn es zeigt allen, dass jeder eine Chance bekommen und sie auch nutzen kann.

Das ist wichtig für das Verhältnis Trainer/Mannschaft. Natürlich hatte das zuletzt etwas gelitten, auch Profis geraten irgendwann mal ins Grübeln. Wie sehr Ujah und Co. aber zum Trainer stehen, bewiesen sie im und nach dem Pokalkrimi. Sie spielten für Skripnik, sie jubelten mit Skripnik, sie lobten Skripnik.

Der Trainer muss bleiben, egal, was am Samstag in Frankfurt passiert. Skripnik und sein Team haben die Chance verdient, sich in der Winterpause noch einmal in ihrem Verein zu beweisen. „Grüner geht’s nicht.“ Und wer möchte schon die ganzen Plakate mit dem freundlich grinsenden Skripnik so schnell wieder einsammeln…

Rubriklistenbild: © nordphoto

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