Schaaf und Wolter würdigen Geburtstagskind Rehhagel

„Wir haben vor Lachen auf dem Boden gelegen“

Thomas Schaaf (r.) ist ein Jünger Otto Rehhagels.
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Thomas Schaaf (r.) ist ein Jünger Otto Rehhagels.

Bremen - Von Hans-Günter Klemm. Thomas Schaaf und Thomas Wolter zählen zu den Urgesteinen bei Werder Bremen – zu den Dauerbrennern bei dem Erstligisten, die für die glorreiche Ära von und mit Otto Rehhagel stehen.

Der Erfolgstrainer feiert am Donnerstag seinen 80. Geburtstag. Da lassen es sich zwei seiner wichtigsten Spieler nicht nehmen, ihn zu würdigen: Schaaf (57), der gerade als Technischer Direktor zu Werder zurückgekehrt ist, und Wolter (54), der sportliche Leiter des Leistungszentrums, im Gespräch mit der DeichStube.

Wer von Ihnen wird Ex-Trainer Otto Rehhagel heute als Erster anrufen und zum Geburtstag gratulieren?

Thomas Schaaf: Wir (seine Frau und er, Anm. d. Red.) halten es seit Jahren so, dass wir Otto Rehhagel zu solchen Anlässen vorher schreiben und auf diese Weise gratulieren. Von daher müssen wir ihn nicht mehr anrufen.

Thomas Wolter: Ich werde es probieren, ihn an die Strippe zu bekommen. Doch ich weiß nicht, ob es mir gelingen wird.

Ein Wiedersehen könnte es am Samstag beim Tag der Fans im Weserstadion geben, die Meisterelf von 1993 soll beim 25-jährigen Jubiläum geehrt werden. Hat Rehhagel zugesagt?

Wolter: Nach meinen Informationen kommt Otto.

Wann haben Sie den früheren Coach zuletzt gesehen?

Wolter: Im August 2017, 25 Jahre nach unserem Sieg im Europapokal. Danach haben wir noch einige Male telefoniert. Wir stehen in lockerem Kontakt.

Schaaf: Ich weiß gar nicht mehr, wann genau es der Fall gewesen ist. Irgendwann bei einem Spiel im Europacup wird es gewesen sein, beim Finale der Europa League oder der Champions League. An der Europacup-Feier in Bremen konnte ich leider nicht teilnehmen.

Sie haben beide über viele Jahre mit Rehhagel zusammengearbeitet. An welchen besonderen Moment können Sie sich noch erinnern?

Schaaf: Bei mir waren es sage und schreibe 14 Jahre. Diese lange Zeit lässt sich schwer auf ein Ereignis reduzieren. Das kann ich beileibe nicht, weil jede Saison und jeder Erfolg, den wir gefeiert haben, für sich steht und etwas Besonderes hat.

Wolter: Ich durfte elf Jahre unter Otto Rehhagel spielen. Ich habe noch unsere erste Begegnung vor Augen, die Szene, als wir uns kennengelernt haben. Als junger Spieler aus Hamburg war ich zum Probetraining in Bremen bestellt, ich war entsprechend nervös auf der Zugfahrt. Ich kam am Bremer Hauptbahnhof an. Und dort stand auf dem Bahnsteig Otto Rehhagel, der mich abgeholt hat. In diesem Augenblick war für mich alles gelaufen, die ganze Anspannung abgefallen. Anschließend fuhren wir zum Frühstück. Nicht in dem berühmten Café, in dem Rehhagel später oft saß, sondern in ein Kaufhaus in der Innenstadt, wo bereits Beate Rehhagel wartete.

Otto Rehhagel: Die besten Sprüche der Werder-Legende

„Mal verliert man und mal gewinnen die anderen.“
„Mal verliert man und mal gewinnen die anderen.“ © gumzmedia
„Wir spielen am besten, wenn der Gegner nicht da ist.“
„Wir spielen am besten, wenn der Gegner nicht da ist.“ © imago
„Wenn ich ein paar Spiele verliere, lassen die Leute an den Blumen, die sie mir zuwerfen, plötzlich die Töpfe dran.“
„Wenn ich ein paar Spiele verliere, lassen die Leute an den Blumen, die sie mir zuwerfen, plötzlich die Töpfe dran.“ © imago
„In diesem Geschäft gibt es nur eine Wahrheit: Der Ball muss ins Tor.“
„In diesem Geschäft gibt es nur eine Wahrheit: Der Ball muss ins Tor.“ © imago
„Mit 50 bist Du als Fußballtrainer reif für die Klapsmühle. Wenn Du genug Geld verdient hast, kannst Du wenigstens erster Klasse liegen.“
„Mit 50 bist Du als Fußballtrainer reif für die Klapsmühle. Wenn Du genug Geld verdient hast, kannst Du wenigstens erster Klasse liegen.“ © gumzmedia
„Wer Erster ist, hat immer Recht. Ich habe also Recht. Und wenn ich Fünfter bin, können Sie wieder mit mir reden.“
„Wer Erster ist, hat immer Recht. Ich habe also Recht. Und wenn ich Fünfter bin, können Sie wieder mit mir reden.“ © imago
„Marco, für Fußball interessieren Sie sich ja nicht. Sie spielen bei mir nur, weil meine Frau Sie mag und Sie Abitur haben.“ (über Marco Bode)
„Marco, für Fußball interessieren Sie sich ja nicht. Sie spielen bei mir nur, weil meine Frau Sie mag und Sie Abitur haben.“ (über Marco Bode) © imago
„Modern spielt, wer gewinnt.“
„Modern spielt, wer gewinnt.“ © imago
„Es muss doch einfach nur einer der Schiedsrichter, die immer auf die Trainer aufpassen, oben vor dem Fernseher sitzen und herunterrufen: ‚Geben Sie das Tor.‘ Damit hat sich die Sache schon erledigt.“
„Es muss doch einfach nur einer der Schiedsrichter, die immer auf die Trainer aufpassen, oben vor dem Fernseher sitzen und herunterrufen: ‚Geben Sie das Tor.‘ Damit hat sich die Sache schon erledigt.“ © imago
„Die Griechen haben die Demokratie erfunden. Ich habe eine demokratische Diktatur eingeführt.“
„Die Griechen haben die Demokratie erfunden. Ich habe eine demokratische Diktatur eingeführt.“ © imago
„Leichte Bälle zu halten ist einfach. Schwierige Bälle zu halten ist immer schwierig.“
„Leichte Bälle zu halten ist einfach. Schwierige Bälle zu halten ist immer schwierig.“ © gumzmedia
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„Hier kann jeder sagen, was ich will.“ © imago
„95 Prozent meiner Spieler merken, dass ich meine Spieler liebe.“
„95 Prozent meiner Spieler merken, dass ich meine Spieler liebe.“ © imago
„Die sollen sich nicht so anstellen, bei mir zählen nur glatte Brüche als Verletzungen.“
„Die sollen sich nicht so anstellen, bei mir zählen nur glatte Brüche als Verletzungen.“ © imago
„Die Wahrheit liegt auf dem Platz.“
„Die Wahrheit liegt auf dem Platz.“ © gumzmedia

Rehhagel war bekannt dafür, seine legendären Mannschaftssitzungen mit gelungenen Sprüchen oder historischen Zitaten großer deutscher Dichter zu untermalen. Ist Ihnen ein Beispiel präsent?

Wolter: Seine Ansprachen in der Kabine waren unfassbar, einzigartig und oft sehr witzig. Wir haben häufig alle vor Lachen auf dem Boden gelegen. Ein besonderer Spruch ist nicht bei mir haften geblieben. Dafür erinnere ich mich, wie er intern manche Dinge erklärt und relativiert hat. Uns Verteidigern wie Thomas Schaaf und mir oder wie Dieter Eilts oder Mirko Votava hat er stets die Bedeutung und Wichtigkeit unserer Rollen verdeutlicht. Im Vergleich zu den Stürmern, die immer gefeiert und umjubelt werden.

Hatte dies möglicherweise den Hintergrund, dass Rehhagel selbst in seiner aktiven Zeit ein Defensivspieler gewesen ist?

Schaaf: Es steht generell für seine Einstellung zum Spiel, seine Gedanken zum Fußball im Allgemeinen. Kontrollierte Offensive, das Wort, das er geprägt und immer gepredigt hat, besagt alles. Es war sein Hauptsatz, sein Ansatz für den Fußball, der ihm vorschwebte. Heute wird es anders benannt, meint aber das Gleiche: kompaktes Abwehrverhalten mit dem Ziel, offensiv zu agieren.

Was war Rehhagels Erfolgsgeheimnis?

Schaaf: Er war seine Fähigkeit, eine Mannschaft zusammenzubauen und zu formen. Es war sein Vermögen, jedem im Team zu vermitteln, wie wichtig er für das Ganze ist.

Wolter: Genau, er hat es geschafft, verschiedene Charaktere zusammenzubringen. Otto hat nicht nur leicht zu leitende Spieler geholt, sondern auch schwierige Charaktere. Und er hat vollbracht, dass alles gepasst hat.

Gerühmt wird in diesem Zusammenhang seine Art der Menschenführung.

Wolter: Völlig zu Recht, jeder, der unter ihm arbeiten durfte, spricht noch heute von diesem Punkt mit Hochachtung. Alle Kollegen rühmen seine Art, wie er mit uns Spielern umgegangen ist. Otto war immer da für uns. Jeder konnte zu ihm kommen, wenn er ein Problem hatte. Dabei hat er immer zwischen dem Spieler und dem Menschen unterschieden. Wenn es um sportliche Dinge ging, konnte er knallhart sein. Doch er hat sich auch für den Menschen hinter dem Profi interessiert, für dessen Sorgen und Nöte. Das habe ich an ihm immer bewundert.

Thomas Wolter kümmert sich bei Werder Bremen um die Nachwuchsteams.

Die Spieler haben ihn, wie alle betonen, stets respektiert. Es gab Spiele, wo Sie beiden nicht zur Startelf zählten. Konnten Sie daher dies leichter verkraften?

Schaaf: Zunächst einmal: Wer nicht von Beginn an spielt, ist erst einmal unzufrieden. So war es auch bei mir, sicherlich auch bei Thomas Wolter. Doch wir haben es akzeptiert, konnten mit dieser Situation umgehen. Es zeichnete Otto Rehhagel aus, dass er, wenn er Spielertransfers getätigt hat, auch auf den Charakter der Spieler geschaut hat, nicht nur auf das Können. Otto hatte ein Gespür dafür, Akteure zu holen, die sich persönlich zurückzunehmen wussten und bereit waren, alles für den Erfolg der Mannschaft zu tun. So war es bei mir, auch bei Thomas Wolter. Wir spielten auf der gleichen Position, waren insofern Konkurrenten. Wir sind mit dieser Situation klargekommen, haben den anderen respektiert. Andererseits haben wir zeitweise auch gemeinsam in der Elf gestanden und erfolgreich harmoniert.

Wolter: Otto Rehhagel war bei seinen personellen Entscheidungen manchmal knallhart. Ich habe es 1990 erfahren. Im verlorenen Pokalfinale gegen Kaiserslautern hatte ich ganz schlecht gespielt, war ausgewechselt worden. Eine Maßnahme, die ich nachvollziehen konnte. Doch es war damit noch nicht zu Ende. Otto hat es mich in der neuen Saison spüren lassen, etwa drei Monate lang musste ich bluten, fand mich häufig auf der Ersatzbank wieder.

In einem Interview für den „kicker“ hat Willi Lemke, Rehhagels Pendant als Manager in der Führungsetage, mal geäußert: „Otto hatte alles im Griff.“ Der Begriff Diktator sei nicht so falsch gewesen. Stimmt es?

Schaaf: Er selbst hat damals den Begriff „demokratischer Diktator“ geprägt, was den Kern schon traf. Unserem Trainer war klar, dass er für alles verantwortlich gemacht wird, also forderte er eine Position ein, von der aus er auch Verantwortung übernehmen konnte. Otto hat sich um alles gekümmert. Um alles, was wichtig war im sportlichen Bereich. Diese Vollmacht war die Basis dafür, dass sich der Erfolg einstellte.

Erfolg auf der ganzen Linie an vielen Stationen. Europapokal mit Werder, der Titel mit dem Aufsteiger Kaiserslautern oder die Europameisterschaft als Nationaltrainer Griechenlands. Was war sein größter Erfolg?

Wolter: Jeder Erfolg, jeder Titel oder Pokal steht für sich. Das Kennzeichen aller dieser Titelgewinne ist dabei dies: Alle kamen ziemlich überraschend. Als wir in Bremen 1988 erstmals mit ihm Meister wurden, zählten wir im Dauerduell mit den Münchner Bayern nicht gerade zu den Favoriten. Wir hatten Rudi Völler abgegeben, im Tor den Wechsel zu Oliver Reck vollzogen. Unfassbar gar sein Titel mit Lautern, dem Neuling. Ich behaupte: Das wird so nicht mehr möglich sein. Und die Griechen 2004 bei der EM: ein Triumph aus dem Nichts.

Werders Bundesliga-Trainer

Willi Multhaup
Werders erster Bundesliga-Trainer Willi Multhaup wurde auch zum ersten Meister-Trainer. Nachdem Multhaup die Mannschaft zur Saison 1963/64 übernommen hatte, führte er Werder Bremen 1964/65 zur Deutschen Meisterschaft. © imago
Günter Brocker
Sein Nachfolger Günter Brocker übernahm in der Spielzeit 1965/66, blieb aber auch nur zwei Jahre im Amt. Nach drei Niederlagen in Folge musste er zu Beginn der Saison 1967/68 seinen Platz räumen. © imago
Fritz Langner
Im September 1967 begann damit Fritz Langners erste Amtszeit bei Werder. Nach der Vizemeisterschaft 1967/68 wurde er im Oktober 1968 wegen einer Erkrankung drei Spiele lang von Richard Ackerschott vertreten. Im Anschluss an die folgende Saison 1968/69 wechselte er zu 1860 München. © imago
Fritz Rebell
Auf ihn folgte Fritz Rebell, der noch während einer mittelmäßigen Spielzeit 1969/70 im März entlassen wurde. Er saß nur 22 Spiele lang auf der Werder-Bank. © imago
Hans Tilkowski
Den Rest der Saison 1969/70 bestritt Werder mit Hans Tilkowski an der Seitenlinie. Es war seine erste Anstellung als Trainer, die Grün-Weißen landeten am Ende auf Platz 11. © imago
Robert Gebhardt
Zur Saison 1970/71 übernahm Robert Gebhart, konnte Werder aber auch nicht aus dem Mittelfeld der Liga führen. In der darauffolgenden Spielzeit wurde er nach acht Spieltagen und zwei Niederlagen hintereinander entlassen. © imago
Willi Multhaup
Ein bekanntes Gesicht kehrte daraufhin zurück: Willi Multhaup, hier mit seinem späteren Nachfolger Josef Piontek, trainierte Werder in der Saison 1971/72 aber nur einen Monat lang. © imago
Josef Piontek
Nach seiner aktiven Karriere übernahm Josef Piontek den Trainerposten von Multhaup. Das Training konnte er zunächst aber nicht leiten, da er erst seine Lizenz ablegen musste. © imago
Fritz Langner
Deshalb sprang auch 1972 Fritz Langner noch einmal für sechs Spiele ein. Im Juni 1972 kehrte Piontek jedoch zurück und blieb bis zur Saison 1974/75 Trainer von Werder Bremen. © imago
Herbert Burdenski
Nachfolger wurde Herbert Burdenski, seine Amtszeit hielt allerdings nur 22 Pflichtspiele an. Nach drei sieglosen Spielen musste er im Februar 1976 gehen. © imago
Otto Rehhagel
Otto Rehhagel übernahm für die restliche Spielzeit 1975/76, seine erste Saison bei Werder endete auf Platz 13 – Klassenerhalt. © imago
Hans Tilkowski
Schon während Rehhagels Amtszeit war klar, dass Hans Tilkowski in der folgenden Saison 1976/77 an die Weser zurückkehren würde. Unter ihm blieb Werder im Mittelfeld der Tabelle, im Dezember 1977 war Schluss. © imago
Fred Schulz
Mit Fred Schulz (Mitte) nahm Ende 1977 der älteste Trainer der Bundesligageschichte auf Werders Trainerbank Platz. Manager Rudi Assauer (rechts) war eigentlich eingesprungen, brauchte aber einen lizenzierten Trainer neben sich. Zum Saisonende 1977/78 und nur auf Platz 15 musste Schulz gehen. © imago
Wolfgang Weber
Auch sein Nachfolger Wolfgang Weber kam in der Saison 1978/79 mit der Mannschaft nicht aus dem Mittelfeld heraus. Im folgenden Jahr geriet Werder wieder in Abstiegsgefahr, Weber wurde im Januar 1980 entlassen. © imago
Fritz Langner und Rudi Assauer
Zum dritten Mal kehrte Fritz Langner (links) als Trainer an die Weser zurück. Rudi Assauer (rechts) hatte nach wie vor keine Lizenz, saß aber während einer Partie offiziell als Coach an der Seitenlinie. Es half alles nichts, Werder stieg nach der Saison 1979/80 ab. © imago
Kuno Klötzer
In der Zweiten Liga übernahm 1980/81 Kuno Klötzer das Traineramt und startete erfolgreich das Projekt Wiederaufstieg. Aufgrund eines schweren Autounfalls musste er jedoch im April 1980 sein Amt abgeben. © imago
Otto Rehhagel
Es begann die Ära Otto Rehhagel. In seiner zweiten Amtszeit von 1981 bis 1995 führte „König Otto“ die Grün-Weißen zunächst zurück in die Erste Bundesliga, dann 1988 und 1993 zur Deutschen Meisterschaft und zum Pokalsieg 1991 und 1994. Seine Laufbahn bei Werder krönte er 1992 mit dem Gewinn des Europapokals der Pokalsieger. © imago
Aad de Mos
Als Otto Rehhagel 1995 ausgerechnet zum Ligakonkurrenten Bayern München wechselte, folgte auf ihn der Niederländer Aad de Mos. Nach einer erfolglosen ersten Saisonhälfte 1995/96 verließ er den Verein jedoch wieder. © imago
Hans-Jürgen Dörner
Für ihn kam Hans-Jürgen Dörner im Januar 1996. Werder blieb mit ihm im Mittelfeld, zu Beginn der Saison 1997/98 trennten sich die Wege von Verein und Trainer. © imago
Wolfgang Sidka
Es übernahm Wolfgang Sidka und während die Saison 1997/98 noch versöhnlich auf Platz 7 endete, rutschte Werder in der folgenden Spielzeit in die Abstiegsränge. Im Oktober 1998 war Sidkas Zeit abgelaufen. © imago
Felix Magath
Auf ihn folgte Felix Magath, der aber keine ganze Saison im Verein blieb. Nach vier Niederlagen in Folge und Platz 15 trat er im Mai 1999 zurück. © imago
Thomas Schaaf
Der Trainer der U23, Thomas Schaaf, übernahm die Mannschaft, wandte den Abstieg ab und holte 1999 prompt den DFB-Pokal. Zwei weitere Pokalsiege sollten 2004 und 2009 folgen. In der Saison 2003/04 gelang sogar das ganz große Ding: Meisterschaft, Pokal - Doublesieger! Im Mai 2013 endete die Ära Schaaf. © imago
Robin Dutt
Sein Nachfolger hieß Robin Dutt. Nach einer mäßigen Saison 2013/14 und neun Spielen ohne Sieg zu Beginn der Spielzeit 2014/15 war für ihn aber wieder Schluss. © imago
Viktor Skripnik
Das geglückte Experiment Schaaf ließ die Werder-Verantwortlichen danach auf Viktor Skripnik setzen, zu diesem Zeitpunkt U23-Trainer. Die Saison 2014/15 schloss Werder auf Platz 10 ab, die Folgende auf dem 13. Rang. Nach einem schlechten Start 2016, wurde er im September entlassen. © gumzmedia
Alexander Nouri
Es übernahm wiederum der Trainer von Werders U23, Alexander Nouri. In der Rückrunde der Saison 2016/17 startete er mit der Mannschaft eine Siegesserie und verpasste den internationalen Wettbewerb nur knapp. Nach dem zehnten Spieltag der Folge-Saison holte Werder keinen Sieg und Nouri wurde am 30. September entlassen. © gumzmedia
Florian Kohfeldt
Es folgte wieder ein U23-Trainer, der die Profis im Herbst übernahm: Florian Kohfeldt. © gumzmedia

Schaaf: Woran werden Erfolge festgemacht? Meistens doch an Titelgewinnen. Doch für mich ist weitaus wichtiger, sich zu fragen, was hinter den Titeln steckt, wie es dazu gekommen ist. Der größte Erfolg in der Karriere des Otto Rehhagel ist für mich, wie er mit den Erfolgen umgegangen ist, wie er sich damit auseinandergesetzt hat. Diese Gabe und dieser Respekt zu seinen Spielern, beides prägt ihn auch heute noch.

Sie haben beide auch den Beruf des Trainers ergriffen, arbeiten schon seit vielen Jahren erfolgreich in dem Job und zählen zu den Rehhagel-Jüngern. Was haben Sie von Ihrem populären Lehrmeister übernommen?

Schaaf: Es ist ein schlechter Trainer, der es nur auf eine Kopie anlegt. So habe ich es immer gehalten, wollte Otto Rehhagel nie in bestimmten Dingen nacheifern. Doch seine Verhaltensweisen haben mich sicherlich inspiriert und geprägt. Generell seine Grundhaltung, seine Umgangsformen untereinander in der Mannschaft, wie er sich um seine Spielern gekümmert hat. Daraus habe auch ich einen Lustgewinn für meine tägliche Arbeit gezogen.

Wolter: Thomas hat Recht. Jeder sollte seinen eigenen Weg finden. So habe ich es auch gehalten. Entscheidend ist, immer authentisch zu bleiben. Ich habe stets angestrebt, von allen Trainern, die ich gehabt habe, etwas mitzunehmen für mich. In dieser Hinsicht habe ich gewiss das Meiste von Otto Rehhagel übernommen, der auch mich entscheidend geprägt hat. Doch einige Dinge auch von Aad de Mos, wie man es machen oder nicht machen sollte. Dabei habe ich mich bemüht, immer ich selbst zu bleiben.

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Dieter Eilts machte 390 Bundesliga-Spiele für Werder Bremen. Sein Spitzname: Ostfriesen Alemao. © dpa
1993/94 stand es im Gruppenspiel der Champions League gegen RSC Anderlecht nach 66 Minuten 0:3, doch Werder gewann noch 5:3. Torjäger Wynton Rufer und Bernd Hobsch (r.) jubeln. © dpa
1987/88: Das "Wunder an der Weser" - im Rückspiel der zweiten UEFA-Cup-Runde schlägt der SV Werder Bremen Spartak Moskau mit 6:2 nach Verlängerung. Das Hinspiel hatten die Bremer 1:4 verloren. Manfred Burgsmüller (r.) im Arm von Otto erzielt in der 108. Minute das entscheidende Tor. © dpa
Aus der Saison 1983/1984: Eintracht Braunschweig gegen Werder Bremen 1:2. Auf der Trainerbank sitzt neben Werder Trainer Otto Rehhagel Rudi Völler (2.v.l.) und Norbert Meier (l.). © Nordphoto
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Dieter Eilts machte 390 Bundesliga-Spiele für Werder Bremen. Sein Spitzname: Ostfriesen Alemao.
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Neun Jahre lang lang spielte der Norweger Rune Bratseth - hier neben Otto Rehhagel - für Werder Bremen und brachte die gegnerischen Angreifer als Libero an den Rand der Verzweiflung. © dpa
10. September 1988 im Niedersachsenstadion Hannover. Thomas Schaaf damals noch als Werder Spieler unter Trainer Otto Rehhagel.
Marco Bode gilt mit nur zehn Verwarnungen in 379 Spielen als einer der fairsten Spieler der Bundesligageschichte. Von 1989 bis 2002 bei Werder.
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Als Rudi Völler Werder im Sommer 1987 in Richtung Rom verließ, hatte Rehhagel mit Karlheinz Riedle Ersatz.
12. Juli 1988 im Niedersachsenstadion in Celle: Frank Neubarth (v.l.), Michael Kutzop und Rune Bratseth bei einem Turnier. © Nordphoto
12. Juli 1988 im Niedersachsenstadion in Celle: Manfred Burgsmüller und Mirko Votava. © Nordphoto
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Nicht zuletzt durch Zukäufe von in Deutschland bis dahin unbekannter ausländischer Spieler wie Wynton Rufer (1989), der in dieser Zeit zu Ozeaniens Fußballer des Jahres wurden, glänzte Otto Rehhagel. © Nordphoto
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1983/1984 Frank Neubarth im Spiel Eintracht Braunschweig gegen Werder Bremen 1:2. © Nordphoto
1992 wechselte Andreas Herzog von Rapid Wien nach Bremen. Er wurde zu einem der besten Mittelfeldspieler der Bundesliga. © dpa
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