Bundesliga-Debüt als Bestätigung

Werder-Rekord futsch, aber Schaaf freut sich riesig für Woltemade

Thomas Schaaf (li.) feierte wie Nick Woltemade einst mit 17 Jahren sein Debüt für Werder Bremen.
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Thomas Schaaf (li.) feierte wie Nick Woltemade einst mit 17 Jahren sein Debüt für Werder Bremen.

Bremen – „Ich habe mich total geärgert“, beginnt Thomas Schaaf das Gespräch mit der DeichStube über Nick Woltemade und lacht. 

Dass der 17-Jährige ihm am Samstag seinen Rekord als jüngster Profi des SV Werder Bremen in der Bundesliga-Geschichte stibitzt hat, ärgert ihn natürlich nicht, sondern: „Wir alle haben uns riesig gefreut. Das bestätigt unsere Nachwuchsarbeit bei Werder. Rekorde sind doch dazu da, um gebrochen zu werden. Und ein paar Rekorde habe ich ja noch...“

Mit seinen 17 Jahren und 18 Tagen war Nick Woltemade beim Debüt am Samstag in Augsburg genau einen Tag jünger als damals Schaaf. Der hatte am 18. April 1979 seine Premiere im Fußball-Oberhaus gefeiert – und wie Woltemade in Augsburg (1:2) ebenfalls eine Niederlage (0:3) in Bochum kassiert.

Werder Bremen: Nick Woltemade schaffte es von der U10 bis zu den Profis

Bei Schaaf folgte eine Mega-Karriere mit grün-weißen Erfolgen als Spieler und Trainer. Inzwischen ist der 58-Jährige bei Werder Bremen als Technischer Direktor tätig. Da gefällt ihm so eine Geschichte eines Debütanten, der aus Bremen stammt und es von der U10 bis zu den Profis geschafft hat, natürlich besonders gut. „Es ist unser großes Ziel, unsere Talente möglichst schnell dorthin zu bringen, sie dann aber auch nachhaltig dort zu etablieren“, sagt Schaaf. Darum gehe es jetzt auch in der weiteren Entwicklung des jungen Nick Woltemade.

Werder Bremen: Nick Woltemade in Augsburg überraschen in Startelf

Der Spieler selbst gehe mit seiner neuen Situation sehr gut um. „Nick hat sich am Sonntag das Spiel seiner U19 in Wolfsburg angeschaut. Ich finde es gut, dass er sich weiter mit den Jungs identifiziert. Es passt aber auch zu ihm, denn er ist immer mit beiden Beinen auf der Erde geblieben“, erzählt Schaaf. Natürlich sei es auch für ihn eine kleine Überraschung gewesen, dass Woltemade in Augsburg sofort in der Startelf stand. Aber der 17-Jährige sei einen guten Weg gegangen, habe sich im Training gezeigt – „und ich weiß, wie sehr in Florian Kohfeldt schätzt“. 

Denn Woltemade sei schon ein besonderer Spieler, dessen fußballerischen Qualitäten auf den ersten Blick gar nicht so erkennbar seien. „Man denkt: Was ist denn das für ein Schlaks mit seinen 1,98 Meter? Wenn du ihm dann aber fünf, zehn Minuten zuschaust, siehst du, welche Fähigkeiten er hat. Er ist technisch sehr beschlagen, was bei seiner Größe nicht selbstverständlich ist. Er hat ein gutes Gefühl für den Pass, für Kombinationen. Er verfolgt das Spielgeschehen auf eine besondere Weise.“ Und er ist frech: Gegen Augsburg wagte er sogar einen Hackentrick und tunnelte damit seinen Gegenspieler. „Das macht Nick aber nicht, um sich selbst in Szene zu setzen, sondern weil er es in dem Moment für die richtige Aktion hält“, erklärt Schaaf.

Werder Bremen: Am Dienstag im Pokal gegen Borussia Dortmund

Nach dem Debüt wartet schon die nächste, noch größere Bühne auf Nick Woltemade: das Pokal-Heimspiel am Dienstag gegen Borussia Dortmund. Schaaf wird natürlich ganz genau hinschauen, was sein Nachfolger machen wird, aber er warnt auch davor, nun zu viel von dem Jungen zu erwarten. Beim ihm selbst war damals viel Geduld gefragt. Nach seinem Debüt ging es für ein Jahr zurück zu den Amateuren. Damit blieb ihm allerdings Werders einziger Abstieg erspart. (kni)

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Ohne Nick Woltemade? Mit dieser Aufstellung könnte Werder Bremen im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Borussia Dortmund beginnen. 

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