Eichin im SZ-Interview über sein Ende in Bremen

„Das war ein bisschen konstruiert“

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Thomas Eichin (Archivbild)

Bremen - Knapp drei Monate ist es her, dass Thomas Eichin bei Werder als Sportchef entlassen wurde. Mittlerweile hat der 49-Jährige einen neuen Job als Geschäftsführer von 1860 München. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung spricht Eichin über seine neue Aufgabe bei dem Zweitligisten, schaut aber auch noch einmal auf seine Zeit bei Werder zurück.

Mit seinem Aus in Bremen und wie es kommuniziert wurde, damit ist Eichin offensichtlich nicht ganz einverstanden. „Das war ein bisschen konstruiert“, sagt er im „SZ“-Interview: „Sachlich konnte man mir nichts vorwerfen, die Aufgaben habe ich alle erfüllt, finanzielle Konsolidierung, in der Liga bleiben, das ist alles gelungen. Trotzdem glaubte man, dass ich da nicht richtig hin passe, weil ich schon auch mal unbequem sein kann. Das ist eher die Wahrheit.“

Letztlich ist Eichin bei Werder über die Trainerfrage gestolpert. Er wollte Viktor Skripnik nach der vergangenen Saison entlassen, der Aufsichtsrat um dessen Vorsitzenden Marco Bode war dagegen. Offiziell bestätigen wollte das nie jemand, vielmehr hieß es von Bremer Seite, die unterschiedliche Auffassung zur zukünftigen sportlichen Entwicklung, sei der Hauptgrund für die Trennung gewesen.

Nach seinem Aus in Bremen hatte Eichin eigentlich erst einmal eine Pause geplant, „zwei, drei Monate mal nichts machen“, so der 49-Jährige gegenüber der „SZ“. Als das Angebot von den Münchnern kam, habe er nach kurzer Bedenkzeit dann aber doch zugesagt: „Weil ich einfach das Gefühl hatte, wenn ich's nicht mache, ärgere ich mich in drei, vier Monaten.“

Eichin wollte Runjaic nach Bremen holen

Bei dem Zweitligisten trifft Eichin mit Kosta Runjaic auf einen Trainer, den er am Ende der vergangenen Saison auch gerne als Coach des SV Werder verpflichtet hätte, wie er verrät: „Gott sei dank waren bei 1860 die Gespräche mit ihm schon so weit fortgeschritten. Ich hätte ihn auch geholt als Trainer.“ In München hat Eichin mit Asan Ismaik nun zudem einen Investor im Rücken. Laut dem 49-Jährigen ein Vorteil: „Investoren haben ein klares Ziel, sprechen es klar an, und du kannst die Dinge auch klar ansprechen.“ Es sei einfacher als bei einem Verein mit Gremien, „wo jeder meint, er würde nicht entsprechend gewürdigt“, so Eichin weiter.

Was dem Geschäftsführer die Arbeit in München ebenfalls erleichtern dürfte: Ismaik ist erstmals, seitdem er sich bei 1860 eingekauft hat, bereit, größere Summen in den Kader zu investieren. So wurde beispielsweise mit Stefan Aigner für drei Millionen ein gestandener Bundesligaprofi verpflichtet - auch Ivica Olic ist zu 1860 gekommen.

Bei Werder war die Ausgangslage bei Eichins Start im Februar 2013 eine völlig andere. „Als ich angefangen habe, hatten wir viele Spieler, die unheimlich viel gekostet haben, die aber keinen entsprechenden Marktwert mehr hatten. Es war meine Aufgabe auszumisten, Spieler zu holen, die nichts oder wenig kosten und die man später für mehr Geld verkaufen kann“, so Eichin.
mib

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