„Ich suche nach nichts“

Thomas Delaney: Gelandet und bereit zu bleiben

Thomas Delaney ist einer der Gründe, warum Werder endlich zu null spielt.
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Thomas Delaney ist einer der Gründe, warum Werder endlich zu null spielt.

Bremen - Am Mittwoch hat Thomas Delaney neue Möbel bekommen. Sofas und einen Stuhl - „sehr teuer“ war das alles, seufzt der Werder-Profi und verdreht die Augen.

Er lacht dabei. Denn er denkt, dass das Geld sehr gut investiert ist. Für eine Wohlfühlzeit in Bremen. Die hat für ihn gerade erst begonnen, und die soll für ihn nicht so schnell wieder enden. Deshalb erzählt Delaney die Geschichte mit den Sofas. „Ich bin im Prinzip doch gerade erst hier in Bremen und bei Werder gelandet. Und ich bin sehr zufrieden hier“, sagt der Däne, der so gut eingeschlagen ist bei Werder, dass manch ein Fan schon fürchtet, der neue Kopf der Mannschaft könnte schon bald ein neuer Verlockung erliegen.

Sprich: sich den nächst größeren Club mit der nächst größeren Herausforderung suchen. Aber, beteuert Delaney: „Ich suche nach nichts. Da gibt es nichts, was mir sagt, ich sollte nicht bleiben.“ Gleichwohl gilt bei Delaney wie bei jedem Profi: Wenn Angebote kommen, muss drüber geredet werden. Erst zu Jahresbeginn war der 25-Jährige vom FC Kopenhagen zum SV Werder gewechselt – er hatte damit den Schritt von der Champions League runter in den Bundesliga-Abstiegskampf gemacht. Aber eben auch den raus aus der dänischen Liga rein in eine der besten Ligen Europas.

Delaney ist einer der Gründe, warum Werder endlich zu null spielt

Delaney hat das immer als großen Schritt bezeichnet – und dabei bleibt es auch. Hirngespinste, es könnte für ihn in Kürze noch höher hinaus gehen, hat er nicht. Und selbst wenn er von höheren Aufgaben träumen sollte, sagt er es doch nicht. „Werder war für mich die richtige Wahl“, erklärt er. Hier will er bleiben, sich weiter entwickeln. Er ist nach nur sieben Partien mit den Grün-Weißen schon ein absoluter Leistungsträger im Team und gewiss auch einer der Gründe, weshalb Werder plötzlich kaum noch Gegentore kassiert.

Zu Null endete für Thomas Delaney am Wochenende auch das WM-Qualifikationsspiel mit Dänemark in Rumänien. Allerdings 0:0 – was letztlich für die Dänen zu wenig war. „Unzufrieden“, ist er mit dem Resultat, sagt der Werder-Profi, „wir hatten die meisten und die besten Chancen“. Ein Tor hätte die Chancen auf Platz zwei in der Gruppe E deutlich erhöht, aber so bleibt Dänemark (7 Punkte) hinter Montenegro (ebenfalls 7) und Polen (13 Zähler) auf Rang drei.

„Polen ist leider weit weg, unser Ziel ist deshalb Platz zwei, das ist realistisch“, meint Delaney, der fit nach Bremen zurückgekehrt ist. Die Dänen hätten auf dem Weg zur WM 2018 in Russland jetzt „die Rolle eines Jägers – und ich bin zuversichtlich, dass wir es am Ende schaffen.“ Dafür müssen allerdings noch jede Menge Punkte her. Denn von den neun Gruppenzweiten schaffen es nur die acht besten in die Playoffs – und die Dänemark-Gruppe stellt nach Hälfte aller Qualifikationsspiele den schwächsten Zweiten.

Verlieren zuletzt erfolgreich abgewöhnt

„Es wird also nicht leicht“, so Delaney: „Zumal wir mit dem Nationalteam noch nach unserer Form und Konstanz suchen.“ Die WM wäre für den neuen Bremer Fan-Liebling das erste große Turnier der Karriere. Die EM 2016 hatte Dänemark verpasst, in den Playoffs scheiterte das Team ausgerechnet am Erzrivalen Schweden. „Das ist wie eine Niederlage mit Werder gegen den HSV – schlimm“, meint Delaney.

Mit Werder hat sich der Däne das Verlieren zuletzt aber erfolgreich abgewöhnt. Fünf Spiele in Folge ohne Niederlage haben das Selbstbewusstsein gestärkt. Aber nicht so weit, dass Thomas Delaney nun euphorisch werden würde. Vor der englischen Woche mit Spielen beim SC Freiburg (Samstag, 15.30 Uhr), gegen Schalke 04 (Dienstag, 20 Uhr) und am Freitag darauf bei Eintracht Frankfurt (20.30 Uhr) warnt er vor dem leichtfertigen Glauben, alles würde wie selbstverständlich so weitergehen wie zuletzt: „Es wäre verrückt, nochmal 13 Punkte aus den nächsten fünf Spielen zu erwarten. Das wäre ein bisschen überzogen.“ Aber eben nur ein bisschen.

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