Werders Däne begeistert Fans und Vorgesetzte

Thomas Delaney – der demütige Dirigent

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Immer den Kopf oben, immer alles im Blick: Thomas Delaney ist auf Anhieb zum Dirigenten im Bremer Spiel geworden.

Bremen - Es war die Premiere für ihn, das allererste Mal. Andere wären da vermutlich aufgeregt gewesen – er nicht. Zwar hatte er es zuvor schon hin und wieder mal anklingen lassen, nach Werders 3:0-Heimsieg gegen RB Leipzig machte Thomas Delaney dann aber Ernst.

Er beantwortete die Fragen der Journalisten auf Deutsch. „Es war toll, ein schweres Spiel, aber wir waren sehr effektiv“, begann der Däne fehlerfrei – und irgendwie war es längst keine Überraschung mehr, dass er mit der neuen Sprache ebenso schnell zurechtgekommen ist, wie mit seinem neuen Club. Spätestens seit Samstag weiß ganz Bremen: Dieser Thomas Delaney, geboren in Frederiksberg, 25 Jahre alt, ist ein Volltreffer. Er ist schon jetzt einer der besten Werder-Transfers der vergangenen Jahre.

Nach seiner Gesichtsverletzung aus dem Mainz-Spiel stand der dänische Nationalspieler gegen Leipzig erstmals wieder in der Bremer Startelf und unterstrich eindrucksvoll, dass er aus dieser nicht mehr wegzudenken ist. Als Sechser vor der Dreierkette ordnete Delaney das Spiel, schloss Räume, öffnete Räume, grätschte, köpfte, kämpfte. Am Ende hatte er es auf 63 Ballkontakte gebracht. Kein überragender Wert, aber mehr hatte keiner seiner Mitspieler. Wann immer Werder auf den langen Ball verzichtete, lief das Spiel über Delaney, den Dirigenten. Kein Zufall auch, dass er es war, der den Freistoßtrick vor dem 2:0 zwischen Zlatko Junuzovic und Florian Grillitsch auf den Weg brachte. Zwar leistete sich Delaney auch einige Fehlpässe, strahlte insgesamt aber eine Präsenz aus, die Werder in dieser Form schon lange nicht mehr gehabt hat.

Ein Mann, der genau weiß, was er kann

Was genau dabei sein Geheimnis ist, lässt sich nach erst sieben Bundesligaspielen noch nicht entschlüsseln, fest steht aber: Es gab bisher kaum eine Szene, in der dieser Däne nicht verdammt souverän wirkte. Er verkörpert sie einfach irgendwie, diese eigentlich gar nicht mögliche Mischung aus lässigem Surfertyp und seriösem Arbeiter. Dass er dabei erst seit Januar für Werder spielt – wer es nicht weiß, der würde es nicht glauben.

Kein Wunder also, dass die Fans derzeit vor allem im Internet wahre Hymnen auf den Dänen anstimmen. „Genial“, „herausragend“, „fantastisch“ – das sind dabei fast noch die eher zurückhaltenden Adjektive. Delaney selbst mag es nicht, sich in den Vordergrund zu stellen. Er sagt lieber: „Die Stabilität kommt aus der ganzen Mannschaft.“ Zwar wirkt er wie ein Mann, der genau weiß, was er kann. Eine gewisse Demut strahlt er aber auch aus.

Das Loben müssen also andere übernehmen. In Frank Baumann fand sich nach dem Leipzig-Spiel ein prominentes Werder-Gesicht dafür. „Er gibt uns Struktur, ist defensivstark, kopfballstark, zweikampfstark, hat auch am Ball viele gute Situationen“, sagte der Sportchef über diesen Thomas Delaney, Werders demütigen Dirigenten.
dco

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