Petsos will bei Werder ein Leader sein

Ein Typ wie Kroos?

Die internationale Begrüßung am Werder-Teamhotel in Neuruppin – wie gemacht für Thanos Petsos. J Foto: Gumz

Neuruppin - Als Thanos Petsos im Januar seinen ab dem 1. Juli gültigen Vertrag unterschrieb, war die Werder-Welt noch eine andere. Clemens Fritz stand ein halbes Jahr vor seinem Karriereende, und Florian Grillitsch war ein talentierter Mittelfeldspieler mit vor allem offensiven Potenzial. Die Welt hat sich gedreht – und zwar nicht gerade zum Vorteil für Thanos Petsos.

Clemens Fritz hängt noch eine Saison dran, und bei Florian Grillitsch wurde entdeckt, dass er auch defensives Talent besitzt. Folge: Die „Sechs“, also die Position im defensiven Mittelfeld, für die Petsos noch von Ex-Geschäftsführer Thomas Eichin geholt wurde, ist bei Werder mindestens dreifach besetzt. Wenn Philipp Bargfrede (Meniskussriss) irgendwann zurückkehrt, sogar vierfach. Und wenn Milos Veljkovic angreift, sind’s schon fünf, die sich streiten.

„So brauchen wir das“, freut sich zwar Trainer Viktor Skripnik über den zu erwartenden Konkurrenzkampf. Doch Petsos, in Düsseldorf als Sohn griechischer Eltern geboren, hatte bei Vertragsunterschrift noch einen barrierefreieren Weg in die Stanmmelf erwarten können. Dass es nicht so ist, akzeptiert er und geht die Sache an. Mit einer gewaltigen Portion Selbstvertrauen. „Je schwerer die Aufgabe, desto besser werde ich“, behauptet der 25-Jährige und ist bereit sich in den Konkurrenzkampf zu stürzen. Seine Prognose: „Wenn ich gesund bleibe, ist alles offen.“

Gesund war der ablösefrei von Rapid Wien geholte aktuelle griechische Nationalspieler (vier Einsätze) zuletzt allerdings nicht. Im April erlitt er einen Innenbandriss im linken Knie, drei Monate lang hatte er bis zum Trainingsstart in Bremen nicht mehr gegen den Ball getreten. Jetzt tastet er sich wieder an die Vollbelastung heran. Mit einem kleinen Rückschlag. Wegen muskulärer Probleme verpasste er das Testspiel in Berlin am Dienstagabend und das Training am Mittwoch. Donnerstag soll es aber weitergehen. Dann wird wieder auf Angriff geschaltet. Diesen Eindruck vermittelt Petsos jedenfalls.

Vor seiner Verpflichtung habe man ihm von Werderseite gesagt, dass er „als Leader und Führungsspieler“ geholt werde – den Auftrag will er erfüllen. Petsos: „Bei Rapid hatte ich im Schnitt mehr als 100 Ballkontakte pro Spiel.“ Per Selbsteinschätzung beschreibt er sich als „spielenden Sechser“, als einen, der den Spielaufbau beherrscht und für Ordnung auf dem Platz sorgen kann. Dass Werder zuletzt Probleme in genau diesen Bereichen hatte, kommentiert er mit einem selbstsicheren Lachen: „Dann bin ich ja hier richtig.“

An Selbstvertrauen, das wird überdeutlich, mangelt es dem bei Bayer Leverkusen ausgebildeten Petsos nicht. An Mut für große Vergleiche auch nicht. Bei der Suche nach einem, dem er in der Veranlagung ähnelt, sagt er schließlich: „Kroos vielleicht.“ Es ist davon auszugehen, dass er nicht den Ex-Bremer Felix (jetzt bei Union Berlin), sondern dessen Bruder, Real-Madrid-Star, Weltmeister und EM-All-Star Toni meint.
csa

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