Werders Sommerzugang Petsos

Der Grieche mit dem rechten Hammer

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Thanos Petsos wechselt im Sommer nach Bremen.

Bremen – Von Michael Baltes. Werder Bremen hat mit Thanos Petsos bereits jetzt den ersten Transfer für die kommende Saison präsentiert. Der 24-Jährige verstärkt die Grün-Weißen auf einer Schlüsselposition, dem defensiven Mittelfeld. Die Bundesliga ist dabei kein Neuland für den Griechen – auch in Bremen hat er schon für ein Ausrufezeichen gesorgt.

Ein kleiner Ausfallschritt nach links, vier Schritte Anlauf und ab geht die Post. Mit rechts versenkt Petsos einen Freistoß aus rund 25 Metern unhaltbar in den rechten Winkel. Das war im März 2013, damals spielte der 24-Jährige noch in Reihen von Greuther Fürth – und das Traumtor, sein einziger Bundesligatreffer überhaupt, gelang ihm ausgerechnet im Weserstadion gegen Bremen. „Ich erinnere mich noch genau daran, wie der uns mal einen aus 25 Metern reingenagelt hat,“ erzählt Werders Sportchef Thomas Eichin.

Ab der kommenden Saison wird Petsos wieder in Bremen zu sehen sein. Diesmal im Trikot von Werder. Nachdem es sich in den vergangenen Tagen schon angedeutet hatte, gaben die Bremer am Montag die Verpflichtung des defensiven Mittelfeldspielers bekannt. Der Grieche kommt ablösefrei von Rapid Wien und erhält bei Werder einen Dreijahresvertrag, der auch für die zweite Liga Gültigkeit hat. „Einen solchen Spieler brauchen wir, er ist ein erfahrener und verantwortungsbewusster Profi, der uns helfen kann“, sagte Eichin am Montag, um anzufügen: „Petsos ist ballsicher und kann im Mittelfeld alles spielen, er steht für einen konstruktiven Spielaufbau.“ Auch Rapid Wien hätte ihn offenkundig gerne behalten und seinen im Sommer auslaufenden Vertrag verlängert. Doch Petsos lehnte die Offerte der Österreicher ab. „Er hat uns mitgeteilt, dass er seine Zukunft ab der kommenden Saison in einer anderen Liga sieht“, hatte SCR-Sportdirektor Andreas Müller jüngst via Pressemitteilung bekanntgegeben.

Nach drei Jahren in der österreichischen Liga zieht es den Griechen wieder nach Deutschland zurück. Hier wurde er 1991 in Düsseldorf als Sohn eines griechischen Vaters und einer deutschen Mutter geboren. Hier reifte er vom Nachwuchs zum Profikicker - spielte für Leverkusen, Kaiserslautern und Fürth. Auch im Nationalteam Griechenlands kam er zum Einsatz, bisher allerdings nur zweimal (Debüt 2011). Dass Petsos nicht häufiger berücksichtigt wurde, lässt erahnen, dass seine Karriere bisher keineswegs nur senkrecht nach oben führte. Im Gegenteil. In der Bundesliga zeigte der „Scharfschütze vom Dienst“, wie er auf der Homepage von Rapid beschrieben wird, zwar phasenweise gute Leistungen – durchgehend überzeugen konnte er aber nicht.

Wechsel schon im Winter kam nicht in Frage

Ein ähnliches Auf und Ab erlebte Petsos auch in Österreich. Auf eine erste starke Saison folgte in der zweiten im Herbst 2014 ein Tief, in dem er auch öffentlich in die Kritik geriet. In dieser Zeit verschuldete der Grieche in wenigen Wochen mehrere Gegentore, wie der „Kurier“ schreibt. Die österreichische Zeitung titelte damals: „Die Krise des Herrn Petsos“. "Ich musste so defensiv spielen, dass ich zu selten nach vorne komme. So eine Rolle als Ballverteiler liegt mir nicht. Ich will offensiv teilnehmen“, verteidigte sich Petsos. Nur wenige Monate später, im Frühjahr 2015, hatte der Grieche aber wieder zu alter Leistungsstärke zurückgefunden. Auch in der laufenden Saison ist er in Rapids Mittelfeld gesetzt.

In Bremen ist die Hoffnung groß, dass Petsos auch in Werders defensivem Mittelfeld für mehr Stabilität sorgt. Gerade mit Blick auf die Verletzungsanfälligkeit von Bargfrede mussten die Bremer auf dieser Position handeln – auch wenn es doch etwas überrascht, dass die Verstärkung erst für den Sommer und nicht bereits für die anstehende Rückrunde geholt wurde. Laut Eichin kam ein Transfer im Winter aber nicht in Frage. Nach Informationen der Kreiszeitung soll es dabei nicht an finanziellen Dingen gelegen haben. Vielmehr soll es eine Entscheidung des Spielers selbst gewesen sein, dass er die Saison mit Rapid zu Ende bringt und erst im Sommer an die Weser wechselt.

Die Fans der Grün-Weißen müssen sich also noch ein wenig gedulden, bis sie Petsos in Werders Reihen sehen werden. Ein erster Eindruck lässt sich allerdings schon auf YouTube gewinnen. Auf der Videoplattform finden sich mehrere Clips von dem Bald-Werderaner. Hauptsächlich Clips mit seinen Toren. Petsos hat davon zwar noch nicht so viele erzielt – doch wenn er trifft, dann meist spektakulär mit seinem rechten Hammer.

Bilder vom Training am Montag

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