Werder-Talente Badjie, Nankishi, Park, Mina & Co.

Abstieg als Chance zum Aufstieg? Auf welche Werder-Talente Coach Anfang jetzt ein Auge haben wird

Der Abstieg könnte für viele junge Talente von Werder Bremen die große Chance auf den persönlichen Aufstieg sein.
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Der Abstieg könnte für viele junge Talente von Werder Bremen die große Chance auf den persönlichen Aufstieg sein.

Bremen – Sie heißen Badjie, Nankishi, Mina oder Schönfelder und sie haben eines gemeinsam: Der Abstieg des SV Werder Bremen könnte für sie die große Chance auf den persönlichen Aufstieg sein. Als Spieler des Bremer Leistungszentrums fristeten sie bislang in der vierten Liga ihr Dasein, doch wenn sich Werder für die 2. Liga sportlich neu sortiert und Trainer Markus Anfang nach den ungeschliffenen Diamanten im Tresor der Bremer Nachwuchsarbeit sucht, könnte ihre Stunde schlagen.

Dass Werder Bremen beim Zusammenbau einer neuen Mannschaft verstärkt auf junge Spieler setzen wird, ist wirtschaftlich eine Notwendigkeit, weil das Vorgehen in der Gegenwart Geld spart und für die Zukunft neue Spielerwerte schaffen kann. Sportlich würde es zudem für jeden einzelnen der Aufbruch in eine neue Zeit sein. In einer Extra-Trainingsgruppe hatte der Verein seine verheißungsvollsten Talente schon in der vergangenen Saison während des Regionalliga-Lockdowns trainieren lassen, um sie möglichst nahe an das Bundesliga-Team heranzubringen. Quasi als Stand-by-Spieler für den Fall, dass das Corona-Virus zuschlägt. Aus dieser Gruppe schaffte Eren Dinkci bereits den Sprung in die Bundesliga, auch Ilia Gruev tat sich hervor. Wer in der kommenden Saison eine Rolle im Zweitliga-Team übernehmen könnte, ist nur schwer zu prognostizieren, weil der Kader noch überhaupt keine Konturen hat und Coach Anfang sich erstmal einen Überblick verschaffen muss. Aber auf diese Jungs sollte er ein Auge haben:

Angreifer Kebba Badjie wechselte 2019 zu Werder Bremen

Kebba Badjie: Einen Profi- Vertrag hat Werder Bremen dem offensiven Mittelfeldspieler bereits gegeben – was deutlich macht: Badjie (21) hat das Talent für eine Profi-Liga. „Unheimlich großes Potenzial“ attestiert Clemens Fritz dem Gambier, der vor sieben Jahren im Alter von 14 Jahren als Flüchtling nach Bremen kam. Fußballerisch hat Badjie in den zwei Jahren bei Werder und trotz des Corona-Lockdowns in der Regionalliga einen großen Sprung gemacht, traf in den acht Spielen bis zum Saisonabbruch fünfmal. Die Aufnahme in den Zweitliga-Kader wäre die Fortsetzung seiner guten Entwicklung.

Oscar Schönfelder: Der Linksaußen wurde vor einem Jahr mit der klaren Perspektive Bundesliga aus der U19 von Mainz 05 an die Weser geholt. Doch dann lief viel schief. Erst stoppte ihn eine Verletzung, dann der Lockdown. Schönfelder hat im Grunde eine Saison verloren. Immerhin: Im Training ging es für den 20-Jährigen zuletzt bergauf. Sein Tempo und sein guter linker Fuß machen ihn interessant.

Seit seinem 16. Lebensjahr kickt Abdenego Nankishi bei Werder Bremen

Abdenego Nankishi: Einen wichtigen Schritt im Leben macht der 18-Jährige gerade. Seine Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement steht kurz vor dem Abschluss, nur die mündliche Prüfung muss er noch ablegen. Und dann? Büro oder doch 2. Liga? Nankishi ist als Mittelstürmer nicht gerade eine Tormaschine, hat in acht Regionalliga-Spielen nur einmal getroffen. Aber mit seiner Schnelligkeit ist er immer gefährlich. Und weil der U19-Nationalspieler noch extrem jung ist, kann ihm Anfang mit seinem Händchen für unfertige Spieler auch noch viel beibringen.

Kyu-hyun Park: Bislang war der Linksverteidiger aus Südkorea nur ausgeliehen, doch Werder Bremen arbeitet nach zwei Jahren an einer festen Verpflichtung. Für den 20-Jährigen verlief der Übergang von der U19 zur U23 beinahe reibungslos, er wurde Stammspieler in der Regionalliga und bewies sich bei Trainingseinheiten und Testspielen auch im Profi-Team. Da Werder einen Verkauf von Linksverteidiger Ludwig Augustinsson anstrebt, rückt Park als Positionszwilling beinahe schon automatisch in den Fokus.

Johan Mina: Ein schwieriger Fall. Vor einem Jahr holte Werder den damals 18 Jahre alten offensiven Mittelfeldmann aus Südamerika nach Bremen – wissend, dass Mina in der Regionalliga nicht würde spielen dürfen. Die Perspektive und Hoffnung hieß von vornherein Profi-Team. Verletzungen verhinderten jedoch eine Annäherung. Die nachzuholen, muss das Ziel des Ekuadorianers für die in zehn Tagen startende Saisonvorbereitung sein. Mina ist allerdings lange ohne Spielpraxis, was ihn zur Wundertüte für Werder Bremen macht.

Werder Bremen hat den Vertrag mit Jascha Brandt langfristig verlängert

Jascha Brandt: Auch er gehörte zu der speziellen Talente-Trainingsgruppe, den Vertrag hat Werder Bremen im Frühjahr langfristig verlängert. Doch den 18-Jährigen, jüngerer Bruder von Nationalspieler Julian Brandt, nun schon bei den Profis zu verorten, käme wohl noch etwas zu früh. Brandt steht erstmal vor dem Wechsel von der U19 zur U23. Wenn dieser Schritt vollzogen ist, kann durchaus mehr folgen für den Abwehrspieler.

Yannik Engelhardt: Die Sache ist etwas komplizierter . Engelhardts Vertrag läuft aus, doch anders als Innenverteidiger Julian Rieckmann ist der defensive Mittelfeldspieler von Werder Bremen noch nicht verabschiedet worden. Es wird noch über eine Vertragsverlängerung nachgedacht und verhandelt. Ergebnis offen.

Diese Spieler hat Werder Bremen bisher verliehen:

In Benjamin Goller (Karlsruher SC), Jan-Niklas Beste (Jahn Regensburg), Niklas Schmidt und Luc Ihorst (beide VfL Osnabrück) hatte Werder Bremen zuletzt vier Spieler auf Leihbasis in die 2. Liga abgegeben. Und wegen des Abstiegs des VfL ist zumindest bei Schmidt und Ihorst klar, dass sie nach Bremen zurückkehren werden. Der SV Werder bestätigte das am Dienstag. Auch Johannes Eggestein wird nach abgelaufener Leihe an den Linzer ASK wieder Teil des Werder-Kaders sein. Gut vorstellbar, dass alle bei Markus Anfang zunächst ihre Chance bekommen werden – Eggestein und Goller dürften dabei die besten Aussichten auf einen Platz im Zweitliga-Team haben. Schwer wird es hingegen für die ebenfalls ausgeliehenen Thore Jacobsen (1. FC Magdeburg), Simon Straudi (Austria Klagenfurt), David Philipp (ADO Den Haag), Maik Nawrocki (Warta Posen/Polen) und Jonah Osabutey (OH Leuven/Belgien). Bei Jannes Vollert sieht es nach einem Verbleib beim Drittligisten Hallescher FC aus. (csa/mwi) Auch interessant: Erster Neuzugang - Werder Bremen steht offenbar vor der Verpflichtung von Anthony Jung von Bröndby Kopenhagen!

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