„Wir spielen nicht Fußball wie ein Tabellen-18.“ / Trainer bekommt alle Zeit

Letzter – und Dutt versteht nicht warum

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Drei Punkte wollte Robin Dutt gegen den SC Freiburg holen, doch der Werder-Coach bekam nur einen – und ist deshalb ziemlich wütend: „Wir waren die bessere Mannschaft.“

Bremen - Als Werder das letzte Mal auf Platz 18 stand, und das nicht wie 2010 bedeutungslos nach dem ersten Spieltag, haben die Offiziellen reagiert: Trainer Wolfgang Sidka musste Mitte Oktober 1998 gehen – nach einer 2:3-Heimpleite am achten Spieltag gegen den SC Freiburg. Jetzt haben die Breisgauer die noch sieglosen Bremer wieder ans Tabellenende geschickt – mit einem 1:1. Einen Trainerwechsel wird es diesmal aber nicht geben, Robin Dutt darf bleiben.

„Ich habe alle Geduld der Welt, so lange ich das Gefühl habe, dass die Mannschaft arbeitet, dass jeder für jeden alles gibt, dass zwischen Trainer und Mannschaft eine Geschlossenheit herrscht. Und die herrscht nach wie vor. Und deshalb glaube ich, dass wir die nötigen Punkte machen“, stellte Thomas Eichin bei „Sky“ klar. Den Namen Dutt nahm er dabei allerdings nicht in den Mund, denn der Sportchef äußert sich eigentlich nicht zur Trainerfrage. Deshalb gab es lediglich indirekte Rückendeckung für den in die Kritik geratenen Coach. Der fand das nicht schlimm, beantwortete ebenfalls keine Fragen zu seiner Zukunft und stellte gestern genüsslich fest: „Thomas Eichin und ich haben ein absolutes Topverhältnis.“

Das gilt auch für Assani Lukimya und Dutt. Der Innenverteidiger hielt ein regelrechtes Plädoyer für seinen Coach, der ihn in dieser Saison zum Stammspieler gemacht hat: „Die Mannschaft steht hundertprozentig zum Trainer. Er ist der richtige Trainer für diese Situation. Es ist schwer vorstellbar, dass es ein anderer Trainer besser machen könnte.“ Und als hätten sich Lukimya und Dutt vor ihren Interviews gestern Mittag abgesprochen, gab es noch eine fast wortgleiche Aussage: „Wir spielen nicht Fußball wie ein Tabellen-18..“ Das ist Dutts Umgang mit der „Ergebniskrise“, wie er die aktuelle Situation bezeichnet. Der 49-Jährige kann einfach nicht verstehen, warum die Rote Laterne nach dem Hamburger 1:0-Coup beim BVB nun in Bremen hängt. „Normalerweise führen andere Leistungen auf diesen Tabellenplatz. Das macht uns wütend“, meinte Dutt und prophezeite: „Es gibt keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Mit unseren Leistungen kannst du nicht dauerhaft diese schlechte Punkteausbeute haben.“

Also alles nur Pech, dass Werder nach sieben Spielen erst vier Zähler gesammelt hat und so schlecht gestartet ist wie seit 44 Jahren nicht mehr? „Das ist uninteressant“, meinte Dutt: „Wir brauchen kein Mitleid, wir brauchen drei Punkte.“ Und die wären seiner Meinung nach gegen Freiburg absolut in Ordnung gewesen: „Wir waren die bessere Mannschaft. Wir hätten den Sieg verdient gehabt – und das nicht zum ersten Mal in dieser Saison.“ Dutt verwies dabei zum Beispiel auf die Torschussstatistik, die Werder mit 18:7 vorne sieht. Doch von diesen Versuchen gingen nur sieben aufs Tor – und waren zumeist harmlos. Da hatten die beiden Freiburger Pfostentreffer nach der Pause eine ganz andere Qualität.

Das mit der Klasse ist ohnehin so eine Sache. Nach nicht einmal einer halben Stunde hatte Dutt seiner Mannschaft spielerische Lösungen quasi verboten und lange Bälle verordnet. Nach dem Rückstand durch das Elfmetertor von Vladimir Darida (8.) wollte es der Coach für sein schwer angeschlagenes Team so einfach wie möglich machen. „Das ist eine gute Option“, befand der Coach. Es sah allerdings eher hilflos aus.

Die Noten: Werder Bremen - SC Freiburg

Dass es Werder anders kann, bewies der Ausgleich durch Franco Di Santo. Der auf die Außenbahn verbannte Zlatko Junuzovic hatte die Kugel geschickt durchgesteckt, als er mal wieder in seine geliebte Mitte gewechselt war (31.). Di Santo sorgte als Vollstrecker dafür, dass im unruhigen Rund wieder Hoffnung aufkam. Denn anders als in der Vergangenheit war beim Publikum eine gewisse Ungeduld nicht zu überhören. Da gab es lautes Stöhnen bei Fehlpässen und auch schon mal Pfiffe bei unnötigen Rückpässen. Natürlich wurde die Mannschaft wieder lautstark unterstützt, aber nach dem enttäuschenden 1:1 auch ziemlich leise verabschiedet. Die Enttäuschung war riesig, weil die Verantwortlichen einen Sieg angekündigt hatten. Und der Sturz ans Tabellenende machte den Schmerz noch größer.

Werder Bremen - SC Freiburg

Da leidet ein Robin Dutt natürlich mit: „Ich fühle mich durch und durch als Werderaner – und dann kannst du dich als 18. nicht gut fühlen.“ Ein Dauerzustand soll das nicht bleiben, versprach Dutt: „Ich habe volles Vertrauen in die Mannschaft. Mit diesen Jungs packen wir das.“

Dumm nur, dass der nächste Bremer Gastgeber Bayern München heißt. Deshalb schaut Lukimya auch schon weiter. Denn danach kommt Köln, anschließend geht es gegen Mainz, Stuttgart, Hamburg und Paderborn. Gegner auf „Augenhöhe“ seien das, so der Abwehrspieler. Übrigens alles Mannschaften, die schon gewonnen haben. Werder hat das noch nicht geschafft und ist daher alles andere als überraschend ganz unten angekommen.

kni

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