Claudio Pizarro:„Farfan ist ein besonderer Typ“

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Hofft gegen Schalke auf drei Punkte im Abstiegskampf: Werder-Stürmer Claudio Pizarro.

Von Arne Flügge - Claudio Pizarro fiebert dem Heimspiel am Samstag gegen Schalke 04 entgegen. Und das gleich aus mehreren Gründen, wie der Stürmer von Werder Bremen im Interview verrät. In erster Linie geht’s für den 32-Jährigen im Abstiegskampf um drei ganz wichtige Punkte.

Zudem gibt’s ein Wiedersehen mit Landsmann Jefferson Farfan – und das Duell zweier Weltklassestürmer: Pizarro gegen Raul.

Claudio Pizarro, Sie haben zuletzt mit dem Training aussetzen müssen. Ist Ihr Einsatz am Samstag gegen Schalke in Gefahr?

Nein! Ich war zuletzt ein bisschen krank, hatte Magenprobleme. Aber es ist schon besser geworden. Gegen Schalke werde ich spielen können.

Sie waren in dieser Saison unheimlich viel verletzt. Haben Sie das in dieser Häufigkeit schon mal erlebt?

Nein, noch nie. Das passiert mir das erste Mal in meiner Karriere.

Gibt’s dafür eine Erklärung?

(lacht) Am Alter liegt’s nicht . . . Aber im Ernst: Ich weiß es nicht. Ich habe nun einmal so ein Jahr – das kann passieren. Das ist natürlich unheimlich frustrierend. Du arbeitest dich ran, dann verletzt du dich wieder. Das ist eine Katastrophe. Es war sehr bitter für mich, immer wieder auszufallen, nicht helfen und nicht mit der Mannschaft in dieser schwierigen Situation kämpfen zu können.

Nun sind Sie fit, am Samstag kommt Schalke ins Weserstadion. Wie groß ist Ihre Zuversicht, drei wichtige Punkte im Abstiegskampf einzufahren?

Sehr groß. Wir haben uns verbessert, sind seit sechs Spielen ohne Niederlage. Das gibt Selbstvertrauen, und ich hoffe, dass es weiter in diese Richtung geht.

Ihr Torwart Tim Wiese glaubt, bei einem weiteren Sieg den Klassenerhalt mit dann 37 Punkten geschafft zu haben. Teilen Sie seine Meinung?

Ich denke, wenn wir jetzt zwei Spiele in Folge gewinnen würden, wären wir unsere Probleme los. Doch das wird schwierig, daher könnte es bis zum Schluss eng werden.

Wie stark schätzen Sie Schalke ein?

Sie befinden sich in einer starken Phase, haben in der Champions League für Aufsehen gesorgt und auch in der Bundesliga zuletzt gewonnen. Daher glaube ich, dass es ein sehr schönes Spiel wird. Aber wir müssen dahinkommen, dass sie sich nach uns richten und wir uns nicht nach ihnen richten müssen. Wir müssen zu unserer Leistung finden, dann können wir auch etwas erreichen. Ein Heimsieg ist für uns momentan sehr, sehr wichtig.

Sie treffen am Samstag auf Ihren Landsmann Jefferson Farfan. Es heiß, Ihr Verhältnis zu ihm soll nicht so gut sein.

Ich frage mich, wer das verbreitet hat. Unser Verhältnis ist sehr gut.

Wie würden Sie ihn beschreiben? In der Liga hat er seit seinem Wechseltheater im Winter das Image eines Abzockers.

Jeder weiß, dass Jeffro als Spieler Super-Qualitäten hat. Als Mensch ist er eben ein ganz besonderer Typ.

Werden Sie vor dem Spiel noch miteinander telefonieren?

Normalerweise mache ich das vor Spielen nicht. Aber als ich jetzt mit der Nationalmannschaft unterwegs war, hat er mir eine SMS geschrieben und angekündigt, ein wenig zu sticheln . . .

Stichwort Nationalmannschaft: Sie haben kürzlich nach drei Jahren gegen Ecuador ihr Comeback für Peru gegeben. Sicher ein ganz besonderer Tag für Sie.

Es war super, ein tolles Gefühl. Darauf habe ich lange gewartet. Die Zeit, in der ich nicht dabei gewesen bin, war sehr hart für mich. Es war schwer, nicht helfen zu können. Es war bitter, zusehen zu müssen, unsere Ziele, wie die WM-Qualifikation, nicht erreicht zu haben, obwohl wir das Potenzial dafür haben. Ich hoffe, dass wir es dieses Mal schaffen.

Wie stolz waren Sie, Peru wieder als Kapitän aufs Feld zu führen?

Ich war sehr, sehr stolz, keine Frage. Aber die Nationalhymne zu hören, war einfach das Geilste. Das war unglaublich emotional.

Zurück zu Schalke. Neben dem Wiedersehen mit Farfan steht am Samstag noch ein ganz besonderes Duell im Mittelpunkt: Erfahrener Weltklasse-Stürmer trifft erfahrenen Weltklasse-Stürmer.

Und wer ist der andere? (lacht) Ich weiß, Sie meinen natürlich Raul.

Klar, und wer ist der Bessere: Pizarro oder Raul?

Jeder hat seine Qualität, die er für die Mannschaft einsetzt. Raul ist ein Topstürmer, der viele Tore schießt und eine Menge Titel gewonnen hat. Er zeigt bei Schalke seine ganzen Qualitäten, bringt seine Erfahrung mit ein. Er ist ein echter Leader.

Vergleichbar mit Ihrer Rolle bei Werder. Wie interpretieren Sie die?

Ich denke, genau wie Raul. Ich versuche, jungen Spielern zu helfen, meine Erfahrung weiterzugeben, für die Mannschaft da zu sein – und natürlich Tore zu schießen.

Wie kann man Raul stoppen?

Die Frage ist nicht, wie man Raul stoppen kann, sondern wie wir Schalke stoppen können. Darauf müssen wir uns konzentrieren. Schaffen wir das, werden wir das Spiel auch gewinnen.

Zum Abschluss noch ein Blick in die Zukunft. Ihr Vertrag läuft noch bis zum Sommer 2012 mit einer beidseitigen Option auf eine weitere Saison. Haben Sie schon konkrete Pläne für danach?

Einer meiner größten Träume ist, in meine Heimat zurückzukehren, um mit Allianza Lima noch einmal Meister zu werden. Ich kann mir aber auch durchaus vorstellen, nach meiner Karriere in Bremen zu bleiben und hier im Verein zu arbeiten. Außerdem gibt es viele schöne Länder auf der Welt: Dubai, Katar, USA. Da kann man auch noch im Alter Fußball spielen und ein schönes Leben haben. Aber das ist alles noch so weit weg. Was jetzt zählt, ist Werder.

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