Allofs steuert Happy End an

Klaus Allofs

DONAUESCHINGEN . Alle warten auf Willi Lemke. Doch es liegt nicht nur an dessen beruflichem Südamerika-Trip, dass der Machtkampf zwischen Geschäftsführung und Aufsichtsrat von Werder weiter ein Thema bleibt und den Bundesligisten in seinen Saisonplanungen blockiert.

Denn es ist gar nicht so einfach, die sechs beruflich sehr eingespannten Aufsichtsratsmitglieder an einen Tisch mit den drei hauptamtlichen Geschäftsführern zu bringen. Diese Woche soll es, muss es klappen – und es deutet sich ein Happy End an. Immer häufiger ist zu hören, dass die beiden Gremien eine Lösung finden werden, um den von Coach Thomas Schaaf geforderten Innenverteidiger, vornehmlich Sokratis Papastathopoulos (FC Genua), auszuleihen.

Per Telefon und per Mail herrscht bereits ein reger Austausch zwischen Geschäftsführer Klaus Allofs und dem Aufsichtsrat. Aber alle Beteiligten fordern das persönliche Gespräch. Allofs soll noch einmal klar aufzeigen, warum ein Innenverteidiger benötigt wird. Und er soll darlegen, wie der Club das finanziell stemmen will, damit der Aufsichtsrat grünes Licht geben kann.

Im Trainingslager in Donaueschingen schlug Allofs schon einmal versöhnliche Töne an. Die von ihm noch vor einer Woche ausgesprochene Drohung, ohne einen neuen Abwehrspieler müssten die Saisonziele nach unten korrigiert werden, war kein Thema mehr. Ganz sachlich skizzierte er die drei Möglichkeiten: 1. Werder kommt durch einen Spielerverkauf an Geld. 2. Der Aufsichtsrat stellt noch weiteres Geld zur Verfügung und geht damit noch mehr ins Risiko. 3. Es passiert nichts, Werder muss mit dem vorhandenen Spielermaterial auskommen.

Trainingslager in Donaueschingen

Trainingslager in Donaueschingen

„Das wäre sicher keine ideale Situation, aber wir würden trotzdem weitermachen – und das nicht widerwillig und auch nicht unter Protest. Wir wären dann trotzdem nicht chancenlos, denn wir haben eine gute Mannschaft“, meinte Allofs zur dritten und wohl auch unwahrscheinlichsten Lösung. Denn der Aufsichtsrat ist vor allem von Thomas Schaaf aufgeschreckt worden. Erstmals in seiner nun zwölfjährigen Tätigkeit als Werder-Chefcoach hatte Schaaf öffentlich einen neuen Spieler gefordert. Und das Vertrauen in die Kompetenz des 50-Jährigen ist im Kontrollgremium riesengroß. Auch Lemke schätzt die Arbeit des Trainers, betont immer wieder, dass er Schaaf als Idealbesetzung für den Umbruch ansieht.

Probleme gibt‘s da eher zwischen Lemke und Allofs – und das auch nicht erst seit gestern. Doch Aufsichtsratsmitglieder fordern ein sofortiges Ende der Fehde – zum Wohle des Vereins. Das gute Image des Clubs dürfe nicht weiter beschädigt werden, heißt es. Also bleiben nur die Lösungen eins und zwei. Doch ein Transfer ist derzeit nicht in Sicht. Allofs bestätigte gestern noch einmal, „dass uns keine Angebote für Spieler vorliegen“. Dabei ist Werder ganz offen. Allofs: „Werder war und ist immer bereit, Spieler abzugeben, wenn die Situation das erforderlich macht.“

Ein Verkauf sei aber im Moment kein Muss. Ohnehin nervt es den Geschäftsführer, dass Werder in einigen Medien schon als verarmt dargestellt wurde. „Bei uns muss sich niemand Sorgen machen, dass er sein Gehalt nicht bekommt, wir werden weiter pünktlich zahlen“, stellte Allofs klar und berichtete davon, dass er dieses Thema auch schon mit einigen Spielern erörtert habe. Denn die fragen sich natürlich auch, was bei Werder los ist. Zum Beispiel Tim Wiese, der Keeper forderte in einem „Express“-Interview sogar: „Sicherlich brauchen wir noch gute Spieler! Wohin das führt, wenn man keine holt, hat man letzte Saison gesehen.“ Allofs kann das nachvollziehen, sagt aber auch ganz klar: „Rufe nach einem Innenverteidiger kann ich verstehen, alle andere Positionen sind gut besetzt.“

Bleibt also nur noch Lösung zwei, der Aufsichtsrat akzeptiert ein noch höheres Minus in der aktuellen Bilanz. Machbar soll das sein. Es muss nur eine elegante Lösung gefunden werden, damit Lemke als Finanzhüter sein Gesicht wahren kann und vor allem die Rolle des Buhmannes, die ihm viele Fans gerade gegeben haben, wieder loswird.

kni

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