2:1 – Werder triumphiert bei 1899 Hoffenheim

Stark! Jetzt klappt’s auch auswärts

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Zwei entscheidende Figuren beim Bremer Auswärtstriumph in Hoffenheim: Philipp Bargfrede (links) schoss das Siegtor, Santiago Garcia (rechts) rettete zwei Mal in höchster Not – entsprechend gut gelaunt waren die beiden.

Sinsheim - Was macht dieser Viktor Skripnik bloß mit dem SV Werder? Jetzt gewinnen die Bremer sogar auswärts! Die bislang schlechteste Auswärtsmannschaft landete gestern Abend einen 2:1 (1:1)-Erfolg bei der so heimstarken TSG 1899 Hoffenheim und sammelte damit drei Bonuspunkte im Kampf um den Klassenerhalt. Die Bremer kletterten durch den zweiten Sieg im zweiten Rückrundenspiel auf Platz elf der Tabelle und haben schon ein kleines Polster auf die Abstiegsränge.

Als einen Grund für die Auswärtsschwäche hatte Trainer Skripnik die fehlende Erfahrung seiner zahlreichen jungen Spieler ausgemacht. Deshalb ließ er U23-Aufsteiger Janek Sternberg draußen und Santiago Garcia auf der linken Seite verteidigen. Zudem rutschte Kapitän Clemens Fritz (34) für den gelb-gesperrten Zlatko Junuzovic rein. Ansonsten gab es im Vergleich zur Startelf gegen gegen Hertha BSC (2:0) keine Veränderungen.

Die diesmal etwas routinierteren Bremer agierten in der Fremde endlich mal mutiger, suchten sofort spielerische Lösungen – und wurden prompt belohnt: Davie Selke tankte sich am Strafraum durch, der Ball landete bei Franco Di Santo – und der Argentinier trifft im Moment einfach alles. Diesmal aus 16 Metern. Ein feines Törchen zum 1:0 (8.), sein neuntes in dieser Saison. Die Gastgeber waren geschockt, hatten offenbar nicht mit so starken Bremern gerechnet. Werder bestimmte die Partie. Allerdings nicht lange. Nach einer Viertelstunde wachte Hoffenheim auf. Kevin Volland scheiterte an Raphael Wolf (17.). Sechs Minuten später war der Werder-Keeper schon geschlagen, doch Garcia klärte vor dem einschussbereiten Adam Szalai. Dann war der Ball drin – und Erinnerungen an Frankfurt wurden wach. Doch diesmal entschied der Unparteiische Guido Winkmann nach einem Rempler von Tarik Elyounoussi pro Wolf und gab den Treffer von Pirmin Schwegler zurecht nicht (28.). In Frankfurt hatte das Tor gezählt – und eine Hüftprellung das Spiel des Werder-Keepers beendet.

Die Bremer durften sich aber nur kurz über das nicht gegebene Tor freuen, denn in der 34. Minute war die Führung futsch. Neuzugang Jannik Vestergaard hatte Ermin Bicakcic aus den Augen verloren, und der köpfte eine von Szalai verlängerte Ecke ungehindert zum 1:1 ein. Wolf war zum Ball gehechtet, aber nicht drangekommen.

Werder-Einzelkritik

Und es hätte noch schlimmer für Werder kommen müssen, als Wolf nach einer Freistoß-Hereingabe von Kim ganz übel patzte und Tobias Strobl den Ball vor die Füße boxte. Doch der Abwehrspieler zögerte vor dem leeren Tor einen Moment und wurde gerade noch von Garcia geblockt (39.). Was für eine starke Rettungstat!

Werder atmete ganz tief durch – und wäre beinahe durch Selke wieder in Front gegangen (45.), doch Baumann parierte. Trotzdem ein wichtiges Bremer Lebenszeichen. Genauso wichtig wie offenbar Skripniks Pausenansprache. Werder kehrte mutiger aus der Kabine zurück. Und erneut gab es den schnellen Lohn. Natürlich vom Hoffenheim-Experten Philipp Bargfrede, der einen cleveren Rückpass von Di Santo einlochte (52.). Es war sein vierter Bundesliga-Treffer, drei davon gegen die Kraichgauer. Er profitierte aber davon, dass TSG-Kapitän Andreas Beck noch leicht abgefälscht hatte. Vor 23631 Zuschauern in der Rhein-Neckar-Arena reagierte Hoffenheim wütend, drängte vehement auf den Ausgleich. Doch Werder verteidigte mit viel Leidenschaft, mit großem Geschick und auch ein bisschen Dusel den knappen Vorsprung.

Wer hätte das vor drei Monaten gedacht? Da war Werder mit nur vier Punkten nach neun Spielen mausetot. Doch dann kam Skripnik und sammelte in nun zehn Partien unglaubliche 19 Punkte. „Der SVW ist wieder da“, sangen die 1000 mitgereisten Werder-Fans und konnten es auch kaum fassen.

Di Santo und Bargfrede schießen Werder zum Sieg

kni

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