Kommentar

Spieler auf Pump?

Ein Kommentar von Carsten Sander. Besonders originell ist die Idee nicht. Sich von Sportrechtevermarkter Infront langfristig die Garantien für die Einnahme von Werbe-Millionen geben zu lassen, um damit bei Banken Geld aufzunehmen, hat schon Methode beim SV Werder Bremen. 2008 ging es im Zuge des Stadionumbaus um Steine, jetzt sind es Beine, die die Bremer brauchen, um die Mannschaft zu renovieren. Andere Baustelle, gleiches Finanzierungsmodell – wieso eigentlich nicht?

Werder ist jetzt für den Fall, dass der Aufsichtsrat grünes Licht für eine Verschuldung zugunsten neuer Spieler geben wird, gerüstet. Denn mit der Sicherheit der Infront-Garantien gehen in jedem Bankhaus die Türen auf. Ob Werder im Winter tatsächlich auch eintreten muss, hängt entscheidend davon ab, wie sich die sportliche Situation dann darstellen wird. Verwandelt sich die Mannschaft in den kommenden Wochen auf wundersame Weise doch noch in einen zuverlässigen Punkteproduzenten, sind Kredite und neue Spieler nicht zwingend nötig. Verharrt Werder dagegen auf einem Abstiegsplatz, kann es nur einen Weg geben. Kaufen – auch auf Pump. Im Notfall muss die Bundesliga gerettet werden, nicht die Bilanz.

Rubriklistenbild: © nordphoto

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