Spielberechtigung für die U23 bereitet Probleme

Wo soll Zhang eigentlich spielen?

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Yuning Zhang

Bremen - Es war schon ein bisschen ruhiger geworden um Yuning Zhang – diesem speziellen Neuzugang des SV Werder, der bei seiner Vorstellung vor zwei Wochen durchaus für einen Medienwirbel gesorgt und den Stempel Marketing-Gag verpasst bekommen hatte.

Nun setzte der 20-jährige Chinese mit seinem Tor beim 3:0-Testspielsieg ein erstes sportliches Ausrufezeichen und zieht das Interesse wieder auf sich. Doch ein Problem ist geblieben: Wo soll Zhang nach der Vorbereitung eigentlich spielen?

Es überhaupt in den 18er-Kader eines Bundesligaspiels zu schaffen, wird für ihn extrem schwierig. Zwar fiel Zhang in Osnabrück nicht nur wegen seines Tores auf, sondern auch durch viel Arbeit und eine ordentliche Ballbehauptung, aber die Defizite waren nicht zu übersehen. 

Der Weg zum echten Bundesliga-Profi ist noch sehr, sehr weit. Da würden Einsätze in der U23 in der dritten Liga natürlich helfen. Doch bislang fehlt ihm als Chinese für diese Klasse die Spielberechtigung. „Das ist nicht so ganz einfach“, gesteht Werder-Sportchef Frank Baumann: „Wir sind gerade im Austausch, welche Möglichkeiten es da gibt.“

Keine Sache von Tagen, sondern Wochen

Es ist ein durchaus heikles Thema, in dem die Bremer Ausländerbehörde und der Deutsche Fußball-Bund die Hauptrollen spielen. „Unterhalb der zweiten Liga gelten da besondere Regeln. Ein chinesischer Spieler bekommt nicht direkt die Spielgenehmigung“, erklärt Baumann. Ins Detail mag er nicht gehen – auch zum Schutz des Spielers. „Wir sind in den Gesprächen. Das ist sicherlich keine Sache von Tagen, sondern eher von Wochen“, betont der Sportchef.

Ganz so tragisch sei das aber noch nicht, findet Baumann. Es gehe jetzt ohnehin erstmal darum, dass sich Zhang an Werder und an seine neue Heimat Bremen gewöhnt: „Er kann sich in Ruhe integrieren.“ Gleichzeitig ist die U23, die am Samstag in die Saison startet, auch nicht zwingend auf Zhang angewiesen. Zumal der Chinese bislang nur bei den Profis trainiert hat, es also noch überhaupt keine Berührungspunkte gab.

Yuning Zhang: Seine Karriere in Bildern

Yuning Zhang
Zhang begann seine fußballerische Karriere beim chinesischen Hangzhou Greentown, wechselte dann im Sommer 2015 in die Niederlande zur Jugend von Vitesse Arnheim. Dort spielte der Stürmer zunächst regelmäßig für die U19 und die zweite Mannschaft, bei den Profis bekam er Kurzeinsätze. © imago
Yuning Zhang
In der folgenden Saison 2016/17 stand er häufiger für die erste Mannschaft auf dem Platz und gewann mit dem Team den niederländischen Pokal. © imago
Yuning Zhang
Im Sommer 2017 dann die Verpflichtung bei Werder: Vitesse Arnheim hatte Zhang an den englischen West Bromwich Albion verkauft, die Bremer liehen ihn direkt für zwei Jahre aus - in England hatte der Chinese keine Spielberechtigung bekommen. © nordphoto
Yuning Zhang
An der Weser soll der 20-Jährige weiter ausgebildet werden und so den Sprung in die Bundesliga schaffen. Gleichzeitig macht er Werder attraktiv für chinesische Investoren - in seiner Heimat gilt er als Nachwuchshoffnung. © nordphoto
Yuning Zhang
Zhang trainiert voll bei den Profis mit, bei Werders U23 kann er nicht eingesetzt werden, weil auch hier die Spielberechtigung fehlt.  © nordphoto
Yuning Zhang
Beim Testspiel gegen den VfL Osnabrück vor der Saison traf Zhang zum ersten Mal, Werder gewann die Partie mit 3:0.  © nordphoto
Yuning Zhang
Auch beim 2:2 im Testspiel gegen West Ham United trug er sich in die Torschützenliste ein. © nordphoto
Yuning Zhang
Das einzige Werder-Tor beim 2:0 Sieg im Test gegen Korona Kielce - wieder Zhang. © nordphoto
Yuning Zhang
Auf seine Bundesliga-Premiere muss der Stürmer trotz der Tore in den Testspielen aber noch warten. © Gumz
Yuning Zhang
In Chinas Nationalteams ist Zhang dagegen regelmäßig vertreten, er spielte in den Junioren-Mannschaften und feierte im Juni 2016 sein Debüt für die A-Nationalmannschaft. © imago

Ohnehin geht es bei Zhang mehr ums Profi-Geschäft. Der englische Erstligist West Bromwich Albion hat den Angreifer von Vitesse Arnheim, der dort wenig gespielt und noch weniger getroffen hat, fest verpflichtet, aber gleich für zwei Jahre an Werder ausgeliehen. Besonders interessant daran: Der Premier-League-Club hat einen chinesischen Investor und Werder seit der Zhang-Verpflichtung einen chinesischen Sponsor – ein weiterer ist bereits angekündigt. 

Außerdem will der Bundesligist nächstes Jahr ins Reich der Mitte reisen. Mit einem Zhang im Gepäck würde das die Aufmerksamkeit vor Ort noch einmal erhöhen – vor allem, wenn dieser als Torschütze mitkommt.

Quelle: DeichStube

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