Läuft’s wieder?

Werder will nicht unbedingt mehr, aber auf jeden Fall besser rennen

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Werder-Trainer Florian Kohfeldt will beweisen, dass die erste Halbzeit seiner Mannschaft gegen Hannover ein Ausrutscher war.

Bremen - Mit den Statistiken im Fußball ist das so eine Sache. Da sind sich Journalisten und Trainer manchmal nicht ganz grün oder wie in diesem Fall nicht ganz grün-weiß.

Als Werder-Coach Florian Kohfeldt bei der Pressekonferenz zum Heimspiel gegen RB Leipzig (Sonntag, 18 Uhr) auf die zuletzt sinkende Laufleistung seiner Mannschaft mit dem negativen Höhepunkt bei der 1:2-Pleite in Hannover (sieben Kilometer weniger als der Gegner) angesprochen wurde, da reagierte er etwas barsch: „Die Laufleistung ist nicht so wichtig, sondern wie wir laufen.“

In Hannover war das – und das gab der Coach dann auch zu – nicht so gut. Werder war überhaupt nicht in die Zweikämpfe gekommen, hatte die Zwischenräume nicht gut besetzt. Da fehlte oftmals die nötige Bewegung zum richtigen Zeitpunkt. Bei den Siegen zuvor in Augsburg und gegen Frankfurt war das noch anders gewesen. „Da habe ich viele extrem gute Laufwege gesehen“, erinnerte sich Kohfeldt. Und da will er mit seiner Mannschaft wieder hin – unabhängig von der Gesamtlaufleistung.

In der Woche hat der Coach dafür einiges gemacht. Es wurde viel gesprochen, auch unter vier Augen. Und die Einheiten auf dem Platz erinnerten an das Trainingslager in Algorfa. In Spanien hatte Kohfeldt Anfang Januar den Profis seine Spielidee eingeimpft – mit vielen speziellen Übungen. Das erinnerte ein bisschen an ein Schachspiel, so oft wurden die einzelnen Figuren verschoben.

So ähnlich war es nun auch in Bremen. Es sei wichtig, immer wieder an diesen Grundlagen zu arbeiten, erklärte Kohfeldt. Er will unbedingt beweisen, dass diese erste Halbzeit gegen Hannover ein Ausrutscher war. Ein Sieg gegen Leipzig hätte da natürlich eine besondere Aussagekraft. Schließlich ist es nicht irgendein Gegner, sondern ein Champions-League-Teilnehmer, der gerade erst im Viertelfinale der Europa League ausgeschieden ist.

Werder kann nicht mehr direkt absteigen

Die Gäste dürften nach ihrem Gastspiel in Marseille beim dritten Spiel in nur sieben Tagen durchaus etwas müde sein. Die Gelegenheit ist also günstig für Werder. Perfekt können die Bremer den Klassenerhalt noch nicht machen. Aber seit Samstagnachmittag steht immerhin schon fest: Direkt kann Werder nicht mehr absteigen.

Der Relegationsplatz ist aber noch möglich. Neun Punkte beträgt der Vorsprung auf Mainz – das ist bei fünf noch ausstehenden Spielen sehr komfortabel. Allerdings: Sollte Werder gegen Leipzig verlieren und Mainz am Montag gegen Freiburg gewinnen, sind es nur noch sechs Zähler. Dann kann der Rechenschieber wieder herausgeholt werden. Aber so soll es nun wirklich nicht für Werder laufen, sondern besser – erst auf dem Platz, dann in der Tabelle.

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Quelle: DeichStube

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