Vor Spiel gegen den FC Augsburg

Kohfeldt: „Die Situation ist trügerisch“

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Florian Kohfeldt warnt vor Überheblichkeit im Abstiegskampf.

Bremen - Ein Spiel noch, dann ist die Antrittsrunde beendet, dann hat Florian Kohfeldt einmal gegen den jeden der anderen 17 Bundesligisten gespielt.

Die Partie beim FC Augsburg (Samstag, 15.30 Uhr) bildet für den Werder-Trainer den Abschluss seiner ersten „Halbserie“ in Liga eins. Doch schon vor Kohfeldt-Spiel Nummer 17 lässt sich sagen, dass der Coach den SV Werder wieder richtig flott gemacht hat. Der Klassenerhalt scheint bei mittlerweile fünf Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz zum Greifen nah und das Einsammeln der noch zur absoluten Sicherheit fehlenden Zähler reine Formsache zu sein. Doch Kohfeldt haut mit dem Hackebeil in die um sich greifende grün-weiße Glückseligkeit. „Unsere Situation ist trügerisch“, sagt der 35-Jährige: „Fünf Punkte sind auch schnell wieder weg.“

Nach der Pause kommen „die Teams von oben“

Ach, was er nur wieder hat, mag man jetzt denken. Läuft doch alles super. Werder hat schon 30 Punkte auf dem Konto (25 davon unter Kohfeldts Regie geholt) und noch acht Spiele Zeit, um jene drei Siege einzufahren, die wohl alle Zweifel am Ligaverbleib zerstreuen würden. Drei Siege? Ist doch ein Klacks! Oder?

Ist es nicht, entgegnet Kohfeldt. Und es ist nicht allein die branchenübliche Vorsicht, die ihn zum Mahner macht, sondern auch der Blick auf die Gegner der letzten acht Spieltage. Zu denen gehören in Dortmund, Leverkusen, Frankfurt und Leipzig vier Teams aus den Top 6 der Liga. „Ich warne deshalb davor, die Sache zu leicht zu nehmen“, sagt Kohfeldt: „Nach Augsburg und der Länderspielpause kommen für uns die Teams von oben.“

Tatsächlich wird es – die Tabellenplätze der kommenden Gegner betreffend – ein Zickzackkurs für Werder. Einer Mannschaft mit ähnlicher Kragenweite folgt ein Großer und umgekehrt. Augsburg, Frankfurt, Hannover, Leipzig, Stuttgart, Dortmund – so geht es weiter, bis an den letzten beiden Spieltagen Leverkusen und Mainz die Gegner sind. „Es ist immer noch gefährlich für uns, wenn man dieses Programm betrachtet“, meint auch Mittelfeldspieler Maximilian Eggestein und spricht die in dieser Phase der Saison und der unteren Tabellenhälfte weit verbreitete Empfehlung aus: „Wir sollten so schnell wie möglich unsere Punkte holen.“

Für Florian Kohfeldt kommt der Partie beim FC Augsburg sogar eine kleine Schlüsselrolle zu: „Für uns wäre es wichtig, mit einem Erfolg in die Länderspielpause zu gehen.“ Und zwar sowohl psychologisch als auch tabellarisch. Denn den Vorsprung auf die Abstiegsränge zu behaupten, würde allen ein gutes Gefühl geben, bevor mit dem Spiel gegen Eintracht Frankfurt nicht nur Kohfeldts zweite Halbserie, sondern auch der Endspurt Richtung Klassenerhalt beginnt.

Werder reif genug, Probleme auch ohne Vorgaben zu lösen

Den will Florian Kohfeldt am liebsten ohne große Rechenspiele im Vorfeld angehen: „Ob wir noch drei oder vier Siege brauchen, hängt letztlich auch von den anderen Mannschaften ab. Unser Ziel ist es, die 40-Punkte-Marke zu erreichen.“ Vermutlich werden am Ende auch etwas weniger Punkte reichen, um die Klasse zu halten – aber wie gesagt: keine Rechenspiele.

Kohfeldt setzt einfach auf sein Team und die besondere Qualität seiner Spieler. Die hätten zuletzt „in den Druckspielen immer wieder Lösungen gefunden – und das waren nicht immer die Lösungen, die wir vorher besprochen hatten. Wir mussten auch mal nachjustieren.“ Soll heißen: Werder ist reif genug, Schwierigkeiten auch ohne Plan und Vorgaben zu meistern. Mit spielerischem Vermögen, mit Intuition, Geduld und manchmal auch mit purer Willenskraft. Diese Eigenschaften sind es, die Kohfeldt auch als die eigentlichen Errungenschaften seiner noch kurzen Amtszeit als Werder-Trainer betrachtet: „Die Jungs lassen im Spiel nicht nach, sondern haben die Sicherheit zu wissen, dass der Moment für sie irgendwann kommt.“

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Quelle: DeichStube

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