„Schlüsselspiel“ gegen Darmstadt – auch für Skripnik

„Wenn ich jetzt Angst hätte, wäre das falsch“

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Lebenslang Grün-Weiß? Das wird sich zeigen. Werder-Trainer Viktor Skripnik muss schleunigst Erfolgserlebnisse liefern.

Bremen - Von Malte Rehnert und Cord Krüger. Thomas Eichin fühlte sich am Donnerstagmittag an die Vergangenheit erinnert. Und es waren keine schönen Erinnerungen. Werder Bremens Sportchef wurde mal wieder gelöchert zum Thema Trainer. Ob bei einer weiteren Pleite Konsequenzen gezogen werden und ob der aktuelle denn noch der richtige Mann sei. Genau wie 2013 bei Thomas Schaaf und 2014 bei Robin Dutt.

„Diese Fragen wurden mir schon so oft gestellt“, stöhnte Eichin: „Und ich habe sie nie beantwortet.“ Aber gehandelt hat er in den Fällen Schaaf und Dutt – beide mussten gehen. So weit ist es bei Viktor Skripnik, dem derzeitigen und ebenfalls in der Kritik stehenden Coach, noch nicht. „Wir wollen unseren Weg hier weitergehen. Viktor weiß, dass er die volle Unterstützung von Geschäftsführung und Aufsichtsrat hat“, sagte Eichin. Ähnliche Treuebekenntnisse gab es bei den Trainer-Vorgängern allerdings auch, bis sie wegen anhhaltender Erfolglosigkeit dann doch gefeuert wurden. Mit der „vollen Unterstützung“ kann es eben schnell vorbei sein, wenn die Ergebnisse ausbleiben.

Skripnik bekommt allerdings die (letzte?) Chance, das Ruder noch herumzureißen – morgen Nachmittag (15.30 Uhr) im Heimspiel gegen Aufsteiger SV Darmstadt 98. „Das ist ganz wichtig für uns, das ist klar. Es versteht sich von selbst, dass wir da gewinnen müssen“, forderte Eichin und ergänzte: „Das ist ein Schlüsselspiel für uns.“ Das gilt auch für den Trainer – auch wenn der Sportchef das so nicht sagte. Wenn Skripnik den passenden Schlüssel auch morgen nicht findet und Werder wieder so katastrophal auftritt wie zuletzt beim 0:2 in Ingolstadt, wird der Ukrainer kaum noch zu halten sein.

Skripnik weiß, was ihm droht und was von ihm verlangt wird. Er steht extrem unter Zugzwang. Anzumerken war ihm das gestern auf der Pressekonferenz jedoch nicht. Obwohl Werder und auch ihm das Wasser bis zum Hals steht, wirkte er nicht sonderlich angespannt, dünnhäutig oder bissig in seinen Antworten (wie sonst häufiger) – sondern sachlich und ruhig. „Der Druck ist nicht neu für mich, der ist immer da. Und ich habe ihn nicht alleine. Nur zusammen schaffen wir es“, meinte der 46-Jährige und fügte an: „Ich versuche, weiter alles für das Team und den Verein zu tun.“

Ob er sich Sorgen um seinen Arbeitsplatz mache, wurde Skripnik dann noch gefragt. Macht er bestimmt. Doch seine Antwort sollte so klingen, als wäre es nicht der Fall. „Was kann passieren? Der Trainer kann entlassen werden, aber das ist normal in diesem Job. Wenn ich jetzt Angst hätte, wäre das falsch“, sagte der Coach: „Ich arbeite mit meinem Trainerteam weiter fleißig, sachlich, professionell und ehrlich. Und ich habe schon tausend Mal gesagt, dass es hier nicht um mich geht, sondern um Werder Bremen.“

Samstag mehr Offensivgeist

Mit seiner Zerstörer-Taktik in Ingolstadt lag Werder-Trainer Viktor Skripnik voll daneben. Das hat er eingesehen – und wird seine Mannschaft morgen im Heimspiel gegen Darmstadt anders ausrichten. Sowohl personell als auch taktisch. „Wir werden definitiv etwas umstellen“, kündigte Skripnik gestern an und versprach mehr Offensivgeist: „Wir wollen Fußball spielen und attraktive Lösungen bringen.“ Genau das hatte Innenverteidiger Jannik Vestergaard für das Duell mit dem Aufsteiger gefordert. Dass er mit den Änderungen auf Signale aus der Mannschaft reagiere, wollte Skripnik indes nicht bestätigen.

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