Skripnik über abwanderungswilligen Junuzovic

„Zladdy verdient einen größeren Club"

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Werder-Coach Skripnik (r.) und Junuzovic im Dialog (Archivbild)

Bremen - Viktor Skripnik scheint in mancher Hinsicht ein nachsichtiger Mensch zu sein. Bei Zlatko Junuzovic zum Beispiel. Dass der Österreicher, einer der letzten Vertreter aus dem stetig schrumpfenden Kreis aktueller Werder-Stars, trotz des bis 2018 laufenden Vertrages offen seinen Wechselwunsch artikuliert hat, dringt nicht bis in Skripniks Ich-bin-jetzt-sauer-Zentrale vor.

Auch nicht, dass Junuzovics Absichten offenkundig mit einem angespannten Verhältnis zwischen ihm und dem Trainer zu tun haben. Was anderswo zu einem sofortigen Zerwürfnis führen würde, provoziert bei Viktor Skripnik maximal ein Schulterzucken. Alles, was Junuzovic sich wünscht, sei „legitim“, sagt der Ukrainer: „Das ist eine ganz normale Sache. Ich akzeptiere seinen Wunsch, nach vier schwierigen Jahren in Bremen andere Herausforderungen zu suchen.“

Mehr noch: „Zladdy verdient einen größeren Club auf anderem Niveau.“ Lobt er Junuzovic nun, weil die hohe Meinung über den Mittelfeldspieler tatsächlich keinen Schaden genommen hat? Oder lobt er ihn einfach weg – für hoffentlich gutes Geld? Skripnik sieht es so: „Ich hoffe, dass Zladdy noch sehr lange bei uns spielt. Aber wenn ein Angebot kommt, das passt, werden wir es akzeptieren.“ Wenn nicht, dann geht es eben gemeinsam weiter. So, als ob nichts gewesen wäre.

Spannungen zwischen Trainer und Spieler leugnet Skripnik nämlich. „Ich habe kein Problem mit Zlatko“, erklärt der Ukrainer und sagt, dass er dem Mittelfeldmann gar nicht böse sein könne – „bei dem, was Zladdy schon für den Verein geleistet hat.“ Wie gesagt: Die Nachsicht ist groß. Vielleicht ist es aber auch ein gut kalkulierter Frieden, denn ein offener Streit würde den Preis für den 28 Jahre alten Junuzovic mächtig drücken. Derzeit gibt es aber ohnehin keinen Kaufinteressenten für den EM-Teilnehmer, der beim Werder-Trainingsauftakt am Freitag noch fehlte.

Erst zum zweiten Trainingslager im Zillertal (ab 21. Juli) wird Junuzovic wieder die Arbeit aufnehmen. In einer Atmosphäre, die laut Geschäftsführer Frank Baumann trotz allem unbelastet sein wird. Jedenfalls von Skripniks und seiner Seite. „Es gibt überhaupt keine Bedenken, dass Zladdy hier mit vollem Engagement spielen wird. Ich gehe auch davon aus, dass er bei uns bleibt“, erklärt Baumann.
csa

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