Skripnik gibt sich selbstbewusst vor Bayern-Spiel

"Alles ist möglich im Fußball"

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Werder-Coach Skripnik (l.) auf der Pk vor dem Bayern-Spiel

Bremen - Ein Wunder in München? Ausgeschlossen, sagen die meisten. Warum nicht, sagt dagegen Viktor Skripnik und versprüht vor dem DFB-Pokal-Halbfinale des SV Werder bei Bayern München (Dienstag, 20.30 Uhr) ungewohnt viel Optimismus.

„Warum sollen wir nicht glauben, dass das Wunder passiert und Werder in München gewinnt? Alles ist möglich im Fußball“, meint der Bremer Trainer, der sich vor der Herkulesaufgabe offenbar ein bisschen neu erfunden hat. Der Viktor Skripnik, den man bislang kannte, hat vor Spielen mit scheinbar übermächtigen Gegnern meistens schon die weiße Fahne gehisst – und dann auch prompt deutlich verloren. Wie bei der 0:5-Punktspielpleite in der Allianz Arena vor fünf Wochen. Doch diesmal gibt sich der Coach trotz der krassen Außenseiterrolle aufmüpfig. „Wir sind im Halbfinale eines sehr attraktiven Wettbewerbs. Wir werden mit starken Kräften angreifen.“

Das sollte wohl so etwas wie ein Versprechen sein, niemanden für das wichtige Nordderby am Freitag beim Hamburger SV zu schonen. Auch der in der Liga zuletzt gesperrte Innenverteidiger Papy Djilobodji wird wieder dabei sein. Mit Bestbesetzung gegen die Bayern – Skripnik will es probieren. Es wäre auch unverständlich, wenn nicht. Denn in einem Halbfinale gibt es nur eine Chance – und dass das Finale in Berlin lockt, kann der zweifache Pokalgewinner Skripnik (1999, 2004) nicht leugnen: „Wir müssen einfach alles versuchen, um dorthin zu kommen.“ Werder-Kapitän Clemens Fritz war schon zwei Mal in Berlin dabei. Er gehörte zu jener Werder-Truppe, die den bis dato letzten Pokalsieg der Club-Historie errungen hatte. 2009 war das, 2010 folgte noch ein Finale, doch das ging mit 0:4 verloren. Gegen die Bayern. Nun von der Chance zur Revanche zu reden, geht Fritz zwar etwas weit, aber chancenlos sieht auch er die eigene Mannschaft nicht. „Man kann alles schaffen. Das Wichtige ist, dass der Glaube da ist“, sagt der 35-Jährige.

Dass eben dieser Glaube speziell gegen die Bayern zuletzt oft gefehlt hat – geschenkt. Aktuell zählt das nicht mehr. Aktuell zählt nur, eine Begeisterung für die Aufgabe zu entwickeln. Und möge sie noch so groß erscheinen. Fritz: „So ein Finale in Berlin ist ein tolles Erlebnis. Es lohnt sich hart dafür zu kämpfen.“ Auf die Unterstützung der eigenen Fans kann Werder in jedem Fall bauen. Knapp 8000 Supporter begleiten die Mannschaft nach München – „das ist an einem Dienstag nicht selbstverständlich“, sagt Fritz anerkennend: „Ich hoffe, dass es für uns alle eine Genuss wird.“ Vielleicht mit dem ersten „Wunder von der Isar“ – das wäre dann so etwas wie die kleine Schwester der „Wunder von der Weser“.
csa/mr

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