Werder-Coach Skripnik lässt Debüt von Johannsson noch offen

Auf der Suche

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Aron Johannsson hat Spaß an seinem neuen Arbeitsplatz, auch wenn die Arbeit härter ist als in den Niederlanden und er seine Form noch nicht gefunden hat.

Bremen - Das eine oder andere Mal hat sich Aron Johannsson schon aus seinem Hotel gewagt, um Bremen zu erkunden. Dabei erging es ihm wie auf dem Platz: Der Neuzugang des SV Werder ist auf der Suche. Johannsson wünscht sich eine nette Wohnung, und noch mehr wünscht er sich seine Topform – und das bitteschön ganz schnell.

Möglichst schon am Freitag, um Viktor Skripnik im Abschlusstraining zu überzeugen. Der Coach überlegt nämlich noch, ob er den 24-Jährigen morgen beim Bundesliga-Auftakt gegen Schalke im Weserstadion (15.30 Uhr) auflaufen lässt. „Wir haben volles Vertrauen in ihn. Aber wir wollen ihn erst nutzen, wenn er echt frisch ist“, sagt Skripnik. Deshalb wird der Ukrainer bei der Einheit heute Nachmittag noch einmal ganz genau hinschauen: „Wenn er besser spielt als die anderen, dann spielt er.“

Eines dürfte allerdings sicher sein: Johannsson wird zumindest zum 18er-Kader gehören. So kann er sich schon mal mit den Gegebenheit vertraut machen, denn die Bundesliga und die Arena kennt er noch nicht live. „Ich habe nur gehört, dass die Atmosphäre in deutschen Stadien toll sein soll, und die Werder-Fans sollen ganz besonders toll sein“, sagt der Angreifer, der bislang in eher kleineren Ligen gespielt hat: Island, Dänemark und zuletzt die Niederlande. Den Unterschied hat er auch schon sportlich zu spüren bekommen – im Training: „Hier ist es körperlicher. In Holland wird mehr gespielt und alles ist lockerer. Hier ist es ernsthafter, hier muss man härter arbeiten.“ Bereut da etwa jemand seinen Wechsel nach Deutschland? Natürlich nicht. Johannsson schiebt sofort ein „Harte Arbeit kann auch Spaß machen“ hinterher und lächelt.

Der Isländer, der für die USA spielt, wirkt nach einer Woche immer noch beeindruckt von seinem Wechsel in eine neue Fußball-Welt. „Es ist total aufregend, zu einem neuen Club zu kommen“, gesteht er denn auch – und nicht nur das: „Ich habe mich in der Mannschaft wirklich gut eingewöhnt, aber ich weiß nicht, wie lange es dauert, bis ich mein Niveau habe.“ Und dabei stellt der US-Nationalspieler hohe Anforderungen an sich: „Ich setze mich selbst sehr unter Druck. Ich will hier unbedingt gut spielen, nicht nur Tore schießen, sondern auch Tore vorbereiten. Ich will für die Mannschaft wichtig sein.“

So wie in Alkmaar. Vergangene Saison erzielte er in 21 Spielen der Ehrendivision neun Tore und bereitete drei vor. Sein letztes Spiel liegt zwei Wochen zurück: Europa-League-Quali gegen Istanbul Basaksehir. Beim 2:0-Sieg wurde er zur Halbzeit (1:0) eingewechselt. Da stand er bereits auf Werders Wunschliste als Nachfolger von Franco Di Santo, der sich wenige Tage zuvor davongeschlichen hatte. Zum FC Schalke. Also ausgerechnet dem ersten Saisongast. Johannsson könnte somit sofort auf seinen Vorgänger treffen. Wenn der 24-Jährige spielen darf. Den Eindruck, den er gestern im Training hinterließ, der war nicht schlecht. Johannsson präsentierte sich schnell, frech und mit Torinstinkt. Aber es war auch nicht zu übersehen, dass ihm zeitweise noch die Bindung zum Spiel fehlt. Er ist eben noch auf der Suche.

kni/phi

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