Große Konkurrenz im Bremer Profi-Kader

Der Fluch des Allrounders: Simon Straudis komplizierte Situation beim SV Werder Bremen

Demnächst muss eine Entscheidung her, ob Werder Bremen den Vertrag mit Simon Straudi verlängern will
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Demnächst muss eine Entscheidung her, ob Werder Bremen den Vertrag mit Simon Straudi verlängern will

Bremen – Es hätte, so viel steht fest, eine der elegantesten Szenen während des Trainings von Werder Bremen werden können, wenn die Sache nur nicht derart in die Hose, oder besser gesagt: ins Gesicht gegangen wäre. Beim Versuch, den Ball nach hinten artistisch über sich selbst hinweg zu heben, schoss ihn sich Simon Straudi vor einigen Tagen gegen den Kopf – was bei seinem unweit entfernt stehenden Trainer prompt einen heftigen Lachanfall auslöste.

„Das haben die jetzt alles auf der Kamera“, flachste Markus Anfang, deutete in Richtung der Journalisten – und nahm den ebenfalls grinsenden Simon Straudi herzlich in den Arm. Es war eine gelöste Szene, ein vollkommen unbeschwerter Moment, der allerdings etwas über Straudis derzeit ziemlich komplizierte Situation bei Werder Bremen hinwegtäuscht.

Seit dieser Saison gehört der 22-Jährige zwar fest dem Bremer Profikader an, eine wirkliche Rolle spielt er dort aber nicht, weil es ursprünglich auch gar nicht der Plan gewesen war, dass er nach dem Sommer noch da ist. Nachdem Werder Bremen Simon Straudi bereits in der vergangenen Serie an den österreichischen Zweitligisten SK Klagenfurt verliehen hatte, sollte er auch in der Spielzeit 2021/22 andernorts Praxis sammeln, woraus allerdings nichts wurde. „Es gab leider nicht diesen einen Verein, von dem wir und der Spieler gesagt haben: Das passt jetzt“, berichtet Anfang, der Straudi deshalb in seinen Kader aufnahm. Die Aussichten auf regelmäßige Spielzeit, die der Italiener laut Anfang nun „dringend braucht“, sind dort allerdings schwindend gering.

Für Simon Straudi gibt es im Kader von Werder Bremen große Konkurrenz

„Er ist ein guter Junge, der im Training gefühlt auf allen Positionen spielen kann“, lobt der Coach, doch genau diese Vielseitigkeit wird Straudi gerade zum Verhängnis: „Er bringt alles mit, was es braucht, um ein guter Allrounder zu sein, aber er ist noch kein Spezialist für eine bestimmte Position.“ Linker oder rechter Außenverteidiger, Sechser, Achter, sogar auf dem Flügel – all das könne Straudi durchaus spielen. Aufgrund der großen Konkurrenz im Kader sei die Situation aber gerade „einfach nicht da, dass ich Simon für diese oder jene Position aufbauen muss“, erklärt Anfang. Gerade weil Simon Straudi so ein Allrounder ist, sei seine „Positionierung etwas schwierig“. Im Training, das betont Anfang mit Nachdruck, falle der Spieler keinesfalls negativ auf – „er sticht aber auch nicht wahnsinnig hervor“.

Simon Straudi muss vorerst weiterhin in der U23 von Werder Bremen Spielpraxis sammeln

Bedeutet: Spielpraxis wird Simon Straudi vorerst weiterhin bei Werders U23 in der Regionalliga Nord sammeln müssen. In der laufenden Saison kam er für das Team bereits viermal zum Einsatz. Der Vertrag des 1,76-Meter-Mannes läuft im kommenden Sommer aus. Demnächst muss also eine Entscheidung her, ob Werder Bremen das Arbeitspapier nach 2019 abermals verlängert, um damit eine erneute Ausleihe möglich zu machen, oder ob es zur Trennung kommt. (dco) Lest auch: Werder winkt Millionen-Ablöse: Maik Nawrocki startet in Warschau durch!

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