Nicht leihen, sondern kaufen

Werder will Gnabry ganz und gar

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Serge Gnabry

Bremen - Der nächste und wohl letzte Bremer Transfercoup des Sommers ist ein verwirrender. Am frühen Nachmittag schien es schon perfekt zu sein, dass Serge Gnabry (21) vom FC Arsenal via Bayern München auf Leihbasis zu Werder Bremen wechseln würde. Das hatte Gnabrys Vater gegenüber Stuttgarter Medien sogar schon bestätigt. Doch Werder hat etwas ganz anderes im Sinn. Die Bremer wollen nicht leihen, die Bremer wollen kaufen. „Der FC Bayern spielt bei einem möglichen Wechsel keine Rolle. Mit dem Spieler sind wir uns einig. Wir sind zuversichtlich, dass der Wechsel klappt“, erklärte Werder-Sportchef Frank Baumann vor Bremer Journalisten.

Mit Gnabry wollen die Bremer den monatelangen Ausfall von Königstransfer Max Kruse (Außenbandriss im Knie) kompensieren. Und es gilt: Entweder Gnabry oder keiner. „Wenn es mit ihm nicht klappen sollte, wovon ich nicht ausgehe, werden wir nichts mehr machen“, sagte Baumann: „Wir haben grundsätzlich eine Einigung mit Arsenal erzielt. Aber es ist noch nichts unterschrieben.“ Morgen Mittag muss der Transfer aber konkret auf den Weg gebracht sein, um 18.00 Uhr schließt das Transferfenster.

Kurz bevor Baumann in Bremen vor die Medien trat, war der Vater von Serge Gnabry noch von einem ganz anderen Transferweg ausgegangen. „Serge geht zum FC Bayern und vor dort zu Werder“, wurde Jean-Hermann Gnabry in den „Stuttgarter Nachrichten“ zitiert. Der ehemalige Nationalspieler der Elfenbeinküste, der mit seinem Sohn in London lebt, würde offenbar lieber in der britschen Metropole bleiben. „Serge hätte mehr Geduld haben sollen“, sagte Gnabry senior.

Doch beim FC Arsenal war die Karriere des talentierten Linksfußes zuletzt gewaltig ins Stocken geraten. Nach dem Premier-League-Debüt mit nur 17 Jahren sowie dem ersten (und einzigen) Premier-League-Tor mit 18 Jahren kam nicht mehr viel für Gnabry. In der vergangenen Saison war er an Westbromwich Albion ausgeliehen, blieb dort aber nur für ein halbes Jahr (ein Premier-League-Einsatz). Insgesamt stehen für Gnabry nach vier Jahren in englischen Profi-Teams elf Premier-League-Einsätze in der Vita.

Dass es nicht mehr geworden sind, dafür waren auch Verletzungen verantwortlich. Zuletzt konnte sich der in der Nähe von Stuttgart aufgewachsene Gnabry auf der Insel nicht mehr in den Vordergrund spielen. Wohl aber bei den Olympischen Spielen. Bei allen sechs Spielen der deutschen Mannschaft kam er zum Einsatz, erzielte dabei sechs Tore – keiner schaffte mehr. Gnabry hatte einen Riesenanteil, dass die deutsche Auswahl in Rio de Janeiro Silber gewann.

Bei Werder ist er aber nicht auf seiner Lieblingsposition als Linksaußen eingeplant, sondern soll zentraler spielen, als hängende Spitze oder spielgestaltender Mittelfeldmann – die Kruse-Rolle eben. Dass er das kann, muss er erst noch beweisen. Am nötigen Talent und fußballerischen Rüstzeug mangelt es Gnabry gewiss nicht. Arsenal-Coach Arsene Wenger hatte einst über das „German Wunderkind“ gesagt: „Er hat das Talent und die Persönlichkeit, um es weit zu bringen. Seine Aktionen stecken voller Überzeugung.“ Und Per Mertesacker, Gnabrys Kollege bei Arsenal und einst ein Abwehrriese bei Werder, riet den Bremern nachdrücklich zur Verpflichtung. Baumann: „Wir haben uns Infos über Serge Gnabry bei Mertesacker eingeholt. Per war voll des Lobes.“ 

csa/mr

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