Werder führt beim BVB 2:1 und verliert noch 2:3

An der Sensation geschnuppert

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Werder-Keeper Wiedwald: Starke Leistung gegen den BVB

Aus Dortmund berichtet Björn Knips. War das bitter! Der SV Werder schnupperte in Dortmund an der Sensation, führte bis zur 78. Minute mit 2:1 und verlor am Ende doch noch mit 2:3 (0:0). Nach einer tollen Leistung hätten die Bremer wenigstens einen Punkt verdient gehabt. Einziger Trost: Werder steht auch nach dem 28. Spieltag auf einem Nicht-Abstiegsplatz, weil die Konkurrenten Augsburg und Frankfurt ebenfalls verloren hatten.

Für Dortmund hatte sich Viktor Skripnik etwas Besonderes ausgedacht – ein 5:3:2-System mit dreifacher Manndeckung. Die Mittelfeldspieler Clemens Fritz, Sambou Yatabare und Florian Grillitsch kümmerten sich direkt um Dortmunds Sechser Julian Weigl, Gonzalo Castro und Spielmacher Henrikh Mkhitaryan. Mit Erfolg. Der BVB hatte zwar viel Ballbesitz, kam aber nicht richtig ins Spiel und vor allen Dingen nicht vors Bremer Tor. Nur, wenn die Gäste selbst im Spielaufbau patzten, wurde es vor Felix Wiedwald gefährlich. Der Werder-Keeper hatte mit einer unglücklichen Aktion begonnen. Sein Befreiungsschlag prallte vom Rücken von Pierre-Emerick Aubameyang zum Glück der Bremer nicht ins Tor (5.).

Doch dann zeigte Wiedwald seine starke Seite: Mit einem Mega-Reflex entschärfte er einen Schuss von Erik Durm aus kurzer Distanz (16.). Die so seltene Null stand – und das ausgerechnet in Dortmund. Die Dreier-Innenverteidigung mit Alejandro Galvez, Jannik Vestergaard und Santiago Garcia machte einen guten Job, wenngleich sich Garcia den einen oder anderen Aussetzer leistete. Da wirkte Außenverteidiger Janek Sternberg bei seinem ersten Einsatz in der Rückrunde wesentlich sicherer. Und Dortmund? Der Ausfall von Innenverteidiger Sokratis (Magen-Darm-Grippe) fiel wegen der wenigen Bremer Angriffsversuche nicht auf, dafür aber der freiwillige Verzicht auf Mats Hummels.

Junuzovic als Dauerläufer, Garcia überfordert

Der Abwehrchef ist auch für den Spielaufbau extrem wichtig, seine langen, präzisen Bälle fehlten den Gastgebern. Doch der Tabellenzweite hat ja noch jede Menge anderes Personal mit Extraklasse – und das ließ es dann in der 54. Minute mit einem Blitzkonter krachen. Marco Reus auf Mkhitaryan, der weiter auf den superschnellen Aubameyang, perfekter Lupfer – 1:0. Der mit 81 359 Zuschauern ausverkaufte Signal-Iduna-Park bebte. Schlimm für Werder, wieder war es ein Ballverlust gewesen, der den BVB stark gemacht hatte. Nun drohte der Untergang, denn die Gastgeber gaben weiter Vollgas. Doch Durm scheiterte erneut an Wiedwald (60.). Skripnik reagierte, nahm den schwachen Garcia vom Platz und brachte den offensiven Levin Öztunali. Dazu gab es einen Taktikwechsel. Aus der Fünfer- wurde eine Viererkette.

BVB schlägt nach Rückstand eiskalt zurück

Anstatt sich also gegen eine Torflut zu wappnen, ging der Coach ins Risiko – und wurde tatsächlich belohnt: Nach einer abgewehrten Junuzovic-Ecke drosch Galvez die Kugel aus dem Hinterhalt eigentlich neben das Tor, doch Dortmunds Gonzalo Castro fälschte folgenschwer ab – 1:1 (70.). Und es kam noch viel besser. Öztunali setzte sich am rechten Flügel trotz eines Fouls durch, bediente Junuzovic – 2:1 (74.). Der Wahnsinn – und das direkt vor den 8 000 mitgereisten Werder-Fans. Doch die durften nicht lange feiern, denn der BVB schlug nur drei Minuten später zurück.

Der eingewechselte Shinji Kagawa raste in eine präzise Hereingabe von Schmelzer und jagte den Ball unhaltbar ins Tor – 2:2. Was für ein Spiel! Das machte Spaß, aber aus Bremer Sicht leider nur bis zur 82. Minute. Denn nach einer Ecke von Mkhitaryan köpfte der ebenfalls eingewechselte Ramos den Favoriten wieder in Führung. Diesen Vorsprung ließen sich die Gastgeber nicht mehr nehmen. Für Werder gab es zwar keine Punkte, aber jede Menge Selbstbewusstsein. Und das ist ganz wichtig vor dem Kellerduell am Samstag gegen den FC Augsburg.

Zwei Treffer, keine Punkte

Borussia Dortmund - Werder Bremen 3:2 (0:0)
1:0 Aubameyang (53.)
1:1 Castro (69., Eigentor)
1:2 Junuzovic (74.)
2:2 Kagawa (77.)
3:2 Ramos (82.)
Dortmund: Bürki - Piszczek, Ginter, Sven Bender, Schmelzer (80. Ramos) - Weigl - Castro, Durm (74. Kagawa), Mchitarjan, Reus (80. Pulisic) - Aubameyang
Bremen: Wiedwald - Gebre Selassie, Galvez, Vestergaard, Santiago Garcia (65. Öztunali), Sternberg - Fritz, Grillitsch - Yatabare (85. Lorenzen), Junuzovic - Ujah (86. Fröde)
Schiedsrichter: Tobias Welz (Wiesbaden)
Zuschauer:  81.359 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Castro - Santiago Garcia (8), Yatabare (2), Galvez (3) Erweiterte Statistik
Torschüsse: 23:9
Ecken: 11:2
Ballbesitz: 65:35 Prozent 

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