Kommentar zum Selke-Wechsel

Diese Brause schmeckt (fast) allen

Werder-Bremen - Von Björn Knips. Glückwunsch, Werder! Acht oder gar zehn Millionen Euro für einen 20 Jahre alten Stürmer einzustreichen, der vor zwei Jahren nur 50.000 Euro Ablöse gekostet und seitdem auch nicht die Bundesliga in Grund und Boden geschossen hat, das ist bemerkenswert.

Björn Knips

Glückwunsch, Davie Selke! Nach nur 26 Bundesliga-Spielen einen Mega-Vertrag bei einem der ambitioniertesten Clubs in Deutschland zu bekommen, das ist bemerkenswert.

Glückwunsch, RB Leipzig! So viel Ablösesumme für einen Spieler zahlen zu können wie noch kein Zweitligist zuvor, das ist bemerkenswert. Zusammen macht es das perfekte Geschäft.

Alle sind zufrieden – fast alle. Denn viele Fans werden enttäuscht sein. Und zwar von Selke, der bei Werder sportlich auch noch ein, zwei weitere Jahre perfekt aufgehoben gewesen wäre, nun aber schon früh dem Ruf des Geldes folgt. Freiwillig steigt er in Liga zwei ab. Vorübergehend jedenfalls. Denn natürlich hat er mit RB Leipzig die Perspektive, rasch wieder nach oben und vielleicht sogar nach ganz oben zu kommen. Das allerdings bei einem Club, der wegen des plötzlichen Reichtums durch den Einstieg von Red Bull wenig Freunde hat. Und es ist nicht lange her, dass Selke den SV Werder als seine Herzensangelegenheit bezeichnet hat. Es wird spannend, wie die Werder-Fans darauf am Samstag im Heimspiel gegen Mainz 05 reagieren werden.

Spannend wird auch, was der Bundesligist mit den Millionen zu tun gedenkt. Nur das Minus der laufenden Saison ausgleichen? Das wäre zu kurz gedacht. Die Mannschaft muss weiterentwickelt werden, das Selke-Geld in eine Vertragsverlängerung von Franco Di Santo gesteckt werden – und in weiteres Personal. Gelingt das, dann würden die Brause-Millionen aus Leipzig wirklich allen schmecken.

Rubriklistenbild: © Mediengruppe Kreiszeitung

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