Comeback gegen Augsburg eher unwahrscheinlich, danach wird es ernst

Prödl – ein Platzhirsch muss auf den Prüfstand

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Wieder am Ball: Sebastian Prödl glaubt aber nicht an das schnelle Comeback schon gegen den FC Augsburg. „Für mich bringt es nichts, halbfit auf den Platz zu gehen“, sagt er.

Bremen - Was wäre wohl gesen, wenn sich Alejandro Galvez nicht schwer verletzt hätte? Wären die Storys, die nun über Sebastian Prödl geschrieben werden, andere geworden? Vermutlich ja.

Man hätte darüber diskutieren müssen, ob das neu zusammengestellte und gut funktionierende Innenverteidigerpaar Galvez/Jannik Vestergaard auseinandergerissen werden soll, um Prödl bei seinem bevorstehenden Comeback zurück in die Startelf zu verhelfen. Es ist gut für Sebastian Prödl, dass diese Debatte nicht geführt werden muss. Sie hätte seine Reputation beschädigt.

Weil die Dinge sind, wie sie sind, und Galvez mit einem Syndesmosebandanriss drei bis vier Wochen ausfallen wird, schauen stattdessen alle erwartungsvoll auf Prödl. Wann kann er wieder spielen? Schon gegen Augsburg? Erst gegen Schalke? Werder braucht den Mann, der bis zu seinem Innen- bandanriss – zugezogen Mitte Dezember beim 3:3 gegen Hannover 96 – der Abwehrchef war, dringend zurück. Als „relativ gering“ stuft Prödl selbst allerdings die Chance ein, schon am Samstag im Heimspiel gegen Angstgegner FC Augsburg wieder dabei zu sein. Aber die Partie auf Schalke eine Woche später „schwirrt mir natürlich auch im Kopf herum“, sagte er.

Seit Montag ist der 27-Jährige zurück im Mannschaftstraining, gestern absolvierte er am Nachmittag die erste richtig intensive Einheit mit Zweikämpfen und ohne Rücksicht auf das Knie. Jedenfalls hatte er es sich so gewünscht. „Das Band ist zwar ausgeheilt und stabil“, erklärte Prödl, „aber das Problem ist das Zusammenspiel zwischen Kopf und Knie. Die Restbeschwerden müssen so toleriert werden, dass es nicht hemmt.“ Sprich: nicht nachdenken, einfach machen – an diesem Punkt ist Sebastian Prödl offenbar noch nicht: „Für mich bringt es nichts, halbfit auf den Platz zu gehen.“

Weshalb am Samstag wohl noch Assani Lukimya verteidigen wird. Erst im Auswärtsspiel bei Schalke 04 eine Woche später kommt es voraussichtlich zur Premiere einer interessanten Innenverteidiger-Kombination: Platzhirsch Prödl zusammen mit Neuzugang Jannik Vestergaard. Der eine 1,94m groß, der andere sogar 1,99m. „Zwei Türme“, meint Prödl, der Kleinere, mit einem Lachen, „davor kann der Gegner schon mal Respekt haben“.

So komisch es nach sieben Jahren, die Prödl mittlerweile für den SV Werder spielt, klingen mag: Das Zusammenspiel mit Vestergaard wird für den Vize-Kapitän auch zu einem Casting. Denn Trainer Viktor Skripnik und Sportchef Thomas Eichin wollen genau sehen, wie es zwischen den beiden klappt, ob eine Vertragsverlängerung mit Prödl überhaupt nötig ist. Oder ob Vestergaard (22) ihn ersetzen kann und mit Galvez (25) die Lösung für die Zukunft ist.

In den Verhandlungen zwischen Prödl und Eichin ist deshalb im Moment wenig bis gar keine Dynamik. „Es ist erstmal wichtig, dass er wieder spielt“, sagt der Geschäftsführer und macht nicht den Eindruck, als habe er es nach der Vestergaard-Verpflichtung („Die Situation hat sich ein bisschen verändert“) besonders eilig, Sebastian Prödl von einem Verbleib in Bremen zu überzeugen. Der Stand der Dinge zwischen den Parteien? „Alles offen“, erklärt Eichin. Was auch bedeutet: Prödl hat derzeit kein gültiges Angebot von Werder vorliegen. Entwürfe der Vergangenheit haben wegen verstrichener Fristen keine Gültigkeit mehr. Und Werder lässt seinen Vize-Kapitän, der die Vertragsgespräche lange selber hinausgezögert hatte, jetzt offenbar zappeln.

Vielleicht ist das der Grund, weshalb der sonst sehr umgängliche und freundliche Abwehrspieler gestern auf die Frage nach seiner Zukunft unwirsch reagierte und ein TV-Interview einfach kurzerhand abbrach: „Immer die gleichen Fragen“, raunzte er verärgert.

csa

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