DeichBlick: Sebastian Prödl schreibt für die DeichStube

Ex-Werderaner Prödl: „Marco Friedl wird sich nicht von Wechsel-Gerüchten blenden lassen“

Die DeichBlick-Kolumnisten von links nach rechts: Rolf Fuhrmann, Sebastian Prödl, Jurica Vranjes, Nils Petersen und Klaus Allofs.
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Die DeichBlick-Kolumnisten von links nach rechts: Rolf Fuhrmann, Sebastian Prödl, Jurica Vranjes, Nils Petersen und Klaus Allofs schreiben für die DeichStube über Werder Bremen.

Wer glaubt, der FC Bayern werde im Fall von Marco Friedl die Rückkaufoption in Höhe von zehn Millionen Euro ziehen, beweist meiner Meinung nach eine ordentliche Portion Phantasie. Mein Landsmann hat nach einem durchwachsenen Start bei Werder Bremen in die Spur gefunden und seine anfänglichen Fehler minimiert. Er macht einen bodenständigen Eindruck und wird sich nun von den Wechsel-Gerüchten nicht blenden lassen. Viel wichtiger für ihn ist es jetzt, dass er einen weiteren Schritt nach vorne macht und bei Werder über einen längeren Zeitraum zu einem unumstrittenen Stammspieler und Leistungsträger reift.

In München würde er sich mit Hochkarätern wie Hernandez, Upamecano, Süle, Pavard und vermutlich auch Boateng messen müssen. Drei davon sind Weltmeister, Upamecano hat sich gerade in der französischen Nationalmannschaft festgespielt und Süle zählt zu Jogi Löws größten Hoffnungen für die Zukunft der DFB-Elf. Marco Friedl müsste sich beim Champions-League-Sieger also weit hinten anstellen. Er wird das sicher nüchtern einschätzen und sich Gedanken machen, ob er für einige Einsätze bei den Bayern eine Karriere-Bremse riskieren sollte. Aber vielleicht stammen die Wechsel-Gerüchte auch nur daher, dass die Software der Scouting-Abteilung des FC Bayern mittels künstlicher Intelligenz einen möglichen Linksfuß-Innenverteidiger berechnet hat.

Werder Bremen: Gladbach-Wechsel von Florian Kohfeldt für alle gut? Prödl „kann diese Meinung nicht teilen“

Ähnlich sehe ich auch die Situation um Florian Kohfeldt. Durch den bevorstehenden Wechsel von Marco Rose zu Borussia Dortmund nimmt das Trainer-Karussell nun Schwung auf, und natürlich weiß man in der Bundesliga über die Qualitäten von Kohfeldt Bescheid. Fakt ist, dass Werder Bremen die Zukunft mit dem eingespielten Team Baumann, Kohfeldt, Fritz, Borowski und Vander plant, die nicht nur sportlich an einem Strang ziehen, sondern sich auch privat gut verstehen. Sie alle haben die Werder-DNA in sich und leben die gleiche Philosophie. Wenn dieser eingeschworene Kreis gesprengt würde, könnte ich das nur schwer nachvollziehen.

Außenstehende meinen zu wissen, dass die Abhängigkeit zu groß ist, die Entwicklung stockt und ein Wechsel von Kohfeldt nach Gladbach beide Teams erfrischen und einen Richtungswechsel einläuten würde. Diese Meinung kann ich nicht teilen. Kohfeldt könnte zwar in Gladbach wegen des größeren Potenzial des Kaders den offensiveren Fußball spielen lassen, der ihm vorschwebt – die Latte liegt jedoch für jeden Rose-Nachfolger extrem hoch.

Werder Bremen: Vertragsverlängerung mit Thomas Schaaf? Sebastian Prödl: „Kann ich nur begrüßen“

Dass Frank Baumann unterdessen auch Thomas Schaaf bei Werder halten will, kann ich nur begrüßen. Schaaf hat Werder über 13 Jahre als Trainer geprägt, ist mittlerweile schon die graue Eminenz und muss das Gesicht des Vereins bleiben. Auch wenn er als Technischer Direktor nicht mehr an vorderster Front arbeitet, verkörpert Thomas wie kein anderer die Mentalität von Werder Bremen: gemeinsam etwas kreieren, zusammen wachsen und auch im Erfolg nie die Bodenhaftung verlieren. Wenn man eine solche Lichtgestalt gehen ließe, müsste man das den Werder-Fans schon sehr genau erklären, um nicht eine Identitätskrise heraufzubeschwören.

Am Sonntag in Hoffenheim steht Werder Bremen nun vor einem richtungsweisenden Spiel, auch wenn die Tabelle vorgaukelt, man stehe im Niemandsland. Ich war schwer beeindruckt von der Leistung von Bielefeld gegen die Bayern und wenn die Arminia am Freitag gegen Wolfsburg einen Sieg einfährt, beträgt der Abstand zu Werder nur noch zwei Punkte. Hertha ist ebenfalls zuzutrauen, dass sie mit ihrem Luxuskader doch noch die Kurve kriegen. Und Mainz sollte man nicht unterschätzen – da rollt mit dem neuen Trainerteam und dem neuen alten Management eine Walze heran.

 Werder Bremen live im TV und im Live-Stream gegen die TSG Hoffenheim – alle Infos zur TV-Übertragung!

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