Nach Werders 1:2-Niederlage

Langkamp zweimal einen Tick zu spät

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Sebastian Langkamp verpasste kurz vor Schluss den Treffer zum 2:2-Ausgleich.

Hannover - Am Ende hätte Sebastian Langkamp allen einen großen Gefallen tun können – sich selbst wohl noch am allermeisten.

Denn wenn er in der zweiten Minute der Nachspielzeit nur etwas schneller reagiert hätte, als er wenige Meter vor dem Tor völlig frei stand, dann hätte Werder Bremen das Spiel bei Hannover 96 nicht verloren. Und dann hätten anschließend nicht alle auf eine Statistik geschaut, die auch Langkamp selbst irgendwie betrifft. Es ist eine Statistik, die besagt, dass Werder fast immer verliert, wenn Niklas Moisander nicht auf dem Platz steht. Von zehn Spielen ohne den Finnen gingen acht verloren, zwei endeten unentschieden. Heißt also: Ohne Abwehrchef Moisander geht es nicht.

Langkamp hat es „abgeklärt gemacht“

Sebastian Langkamp hätte sicher gerne das Gegenteil bewiesen. Schließlich stand er in Hannover als Vertreter des gelb-gesperrten Innenverteidigers auf dem Platz. Aber es klappte nicht. Zu behaupten, dass Langkamp daran eine direkte und individuelle Schuld traf, wäre übertrieben. Er war halt Teil einer Mannschaft, die an diesem Abend in Hannover einfach nicht wie sonst funktionierte.

Sportchef Frank Baumann führte die Pleite deshalb auch nicht auf das Fehlen von Moisander und von Linksverteidiger Ludwig Augustinsson zurück. „Daran lag es nicht. Wir haben in allen Mannschaftsteilen nicht zu unserem Spiel gefunden“, analysierte der 42-Jährige. Und Trainer Florian Kohfeldt urteilte, dass Basti Langkamp es „abgeklärt gemacht“ und Marco Friedl als Augustinsson-Vertreter „ein ordentliches Spiel“ gezeigt habe. Die Umstellungen in der Abwehr – sie waren für ihn folglich ebenfalls nicht der Grund für die erste Niederlage nach zuvor fünf Spielen ohne Pleite.

Fotostrecke: Werder-Niederlage gegen 96

Hannover 96 gegen Werder Bremen
Hannover 96 gegen Werder Bremen © gumzmedia
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Aber klar: Wenn Langkamp in der Nachspielzeit das rechte Knie etwas kontrollierter Richtung Ball hätte bringen können, wäre aus dem 1:2 noch ein 2:2 geworden. Die Bremer Leistung wäre deshalb nicht besser geworden, die allgemeine Wahrnehmung der Partie wäre aber eine andere gewesen. Remis trotz Abwehrnot und nach Aufholjagd, Moisander-Vertreter als Retter – das hätte die Richtung der Berichterstattung werden können.

Doch Langkamp lenkte den Ball neben das Tor und schlug anschließend entsetzt die Hände vor das Gesicht. „Mit ein bisschen Glück erwischt er den anders“, bewertete Zlatko Junuzovic später diese letzte Bremer Möglichkeit, die nicht nur in seinen Augen eine „Riesenchance“ war. Dass Langkamp sie ausließ – nun gut, was will man lange jammern? Junuzovic: „Das kam zu überraschend für ihn. Da kann er nicht viel machen.“

Moisander nicht eins-zu-eins ersetzbar

Ähnliches sagte der Österreicher auch über das 0:1, der zweiten großen Szene, in der Langkamp nicht glücklich aussah. Torschütze Martin Harnik war eine Fußspitze eher am Ball als der Werder-Verteidiger. „Das lässt sich nicht immer vermeiden“, meinte Junuzovic. Schlussendlich hatte sich aber einmal mehr bestätigt, was Kohfeldt schon vor dem Spiel gesagt hatte: „Einen Niklas Moisander können wir nicht eins-zu-eins ersetzen.“

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Quelle: DeichStube

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