Werder startet auf Schalke in die Rückrunde

Schwerer Auftakt einer schweren Mission

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Werder-Coach Viktor Skripnik

Bremen - Von Carsten Sander. Zlatko Junuzovic hatte die Lage neulich so eingeschätzt: „Sechs, sieben Mannschaften stecken unten mit drin. Im Grunde beginnt jede davon bei null.“ Damit wollte der Mittelfeldspieler von Werder Bremen die eigenen Chancen auf den Klassenerhalt vor dem Start in die Bundesliga-Rückrunde ein bisschen besser darstellen, als sie es tatsächlich sind. Oder besser: Als sie es waren.

Denn wenn Werder heute mit dem Auswärtsspiel bei Schalke 04 (17.30 Uhr) loslegt, geht es für die Bremer ganz gewiss nicht bei null los, sondern bei minus zwei. Denn auf den rettenden 15. Platz fehlen nun schon zwei Zähler. Die Punktgewinne der Konkurrenten VfB Stuttgart (3:1 in Köln) und Hoffenheim (1:1 gegen Leverkusen) haben den Druck auf Werder nochmal erhöht. Eine Überraschung ist es freilich nicht, dass die ersten Kellerkinder direkt anfangen, Punkte zu sammeln. Wer sich retten will, hat schließlich keine Zeit zu verlieren.

Für Werder gilt das auch. Aber das Auftaktprogramm ist nicht gerade leicht. Erst Schalke, dann daheim gegen Hertha, anschließend geht es nach Mönchengladbach – es warten also drei Gegner aus dem oberen Drittel der Hinrundentabelle. „Es ist eine der schwierigsten Situationen, in der du als Club stecken kannst“, hatte Junuzovic mit Blick auf die Abstiegsgefahr und die ersten Aufgaben gesagt. Das war von dem Österreicher wiederum alles andere als beschönigend formuliert.

Drei Wochen lang haben sich die Bremer auf die zweite Saisonhälfte vorbereitet und auch ein wenig am Kader herumgebastelt. Innenverteidiger Assani Lukimya (zu Liaoning FC/China) ging, Innenverteidiger Papy Djilobodji (FC Chelsea/ausgeliehen) kam. Zudem tauschte Werder das Talent Levent Aycicek (21/an 1860 München ausgeliehen) gegen das Talent Laszlo Kleinheisler (21/für 300 000 Euro vom Videoton FC/Ungarn geholt) aus. Was das alles gebracht hat, wird sich ab heute zeigen.

Trainer Viktor Skripnik ist mit der Vorarbeit zufrieden, sagte er: „Wir können mit diesem Kader alles erreichen, was wir uns vorstellen.“ Die Bremer Spieler versprühen vor der Partie auf Schalke ebenfalls Optimismus. „Auf Schalke ist es nie einfach. Aber wir können von dort etwas mitnehmen“, beteuerte Abwehrchef Jannik Vestergaard. „Wir brauchen ein gutes Ergebnis“, meinte Philipp Bargfrede und erinnerte an das vergangene Jahr, als Werder mit einem 2:0 über Hertha BSC aus der Winterpause kam: „Dieses Spiel hat gezeigt, wie wichtig es ist, gut zu starten. Es war der Schlüssel für die ganze Rückrunde.“ Werder rettete sich damals schnell und souverän. Wiederholung erwünscht.

FAKTEN ZUM SPIEL

• Nur drei Punkte ergatterten die Bremer in den letzten elf Duellen mit den Königsblauen, jeweils durch ein 1:1. Der vormalige Schalker Mesut Özil leitete am 1. Mai 2010 mit seinem Tor zum 1:0 (Endstand 2:0) den einzigen Werder-Sieg aus den letzten 13 Auftritten auf Schalke ein.
• Die Bremer sind seit fünf Spieltagen sieglos, holten aber elf ihrer 15 Zähler auf gegnerischen Plätzen.
• Die Schalker verloren mit dem 1:2 in Augsburg am 13. Dezember nur eins der letzten sechs Pflichtspiele, in denen Choupo-Moting fünf Treffer erzielte.
• Werder holte zehn von zwölf möglichen Punkten aus den bisherigen vier Sonntagspielen, sieben davon auswärts. Schalke dagegen verlor vier der letzten fünf Sonntagsspiele (ein Remis).
• Der 3:0-Hinspielerfolg in Bremen im ersten Bundesliga-Spiel unter Andre Breitenreiter war Schalkes höchster Saisonsieg. Danach folgten nur noch 20 Treffer – in der Summe war das die schlechteste Hinrunden-Ausbeute seit zehn Jahren.

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