Klaassen und Gebre Selassie lassen Bremen weiter träumen

Werder schon im Lederhosen-Modus

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Die Werder-Profis bejubeln den Heimsieg gegen Freiburg und fiebern den wichtigen Spielen gegen die Bayern entgegen.

Bremen - Florian Kohfeldt probierte es mit seinem schon bekannten Ohren-Trick. „Im Spiel höre ich doch immer so schlecht“, sagte der Werder-Coach nach dem verdienten 2:1 (0:0)-Heimsieg gegen den SC Freiburg, grinste schelmisch und gestand dann: „Okay, ich habe es gehört.“ Diese Aufforderung der Werder-Fans „Zieht den Bayern die Lederhosen aus“ dürfte fast bis nach München zu hören gewesen sein.

Dort müssen die Bremer am Samstag in der Bundesliga antreten, am Mittwoch darauf steigt dann das DFB-Pokal-Halbfinale gegen den Rekordmeister im Weserstadion – und Kohfeldt blickte ausnahmsweise schon so weit voraus: „Ich freue mich wie ein kleines Kind auf dieses Spiel.“ Kohfeldt wünscht sich ein Fest – und zwar in der ganzen Stadt. Und natürlich will er beide Spiele gewinnen, „weil wir immer gewinnen wollen“.

So war es auch gegen den SC Freiburg gewesen. Der Weg dahin entpuppte sich allerdings als wesentlich steiniger, als es die meisten der 42 100 Zuschauer im ausverkauften Weserstadion erwartet hatten. Doch wie stellte Maximilian Eggestein so schön nach der Partie fest: „Die Freiburger können extrem gut verteidigen, die Bayern haben auch nur ein 1:1 geschafft.“

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Davy Klaassen sorgt für die Erlösung

In Bremen sah es ebenfalls lange Zeit nach einem Unentschieden aus. Bis Davy Klaassen mal wieder für die Erlösung sorgte (76.). Der Niederländer traf in seinem dritten Pflichtspiel in Folge, bestens in Szene gesetzt von Milot Rashica. Nach seinem Kopfball zum 1:0 rannte Klaassen in die Ostkurve und brüllte die Freude nur so aus sich heraus: „Ich weiß nicht mehr, was ich geschrien habe, ich war so erleichtert.“ Der Video-Assistent hatte noch kurz drauf geschaut und kein Abseits erkannt. „Der Klaassen macht das sensationell, er braucht keine Sekunde, um aus dem Abseits zu kommen“, lobte Freiburgs Coach Christian Streich den cleveren Laufweg des Bremers.

In der 84. Minute ließ Theodor Gebre Selassie ebenfalls per Kopf – diesmal nach einer Ecke von Max Kruse – das 2:0 folgen. Als die Fans schon von Lederhosen und Europa sangen, machte es Luca Waldschmidt in der Nachspielzeit mit seinem Anschlusstreffer noch einmal spannend.

Das passte zu diesem Spiel, in dem sich Werder eigentlich nie sicher fühlen durfte. Dabei hatte es gut begonnen. Die Bremer bestimmten die Partie. „Ich war mit der ersten Halbzeit mehr zufrieden als mit der zweiten“, urteilte Kohfeldt. Geduldig habe sein Team nach Chancen gesucht. „Milos muss den einfach machen“, ärgerte sich der Coach über den zu hoch angesetzten Kopfball von Veljkovic (6.). Auch Yuya Osako, der erstmals in diesem Jahr in der Startelf gestanden und den verletzten Johannes Eggestein ersetzt hatte, ließ eine gute Gelegenheit aus (18.). 

Freiburg durfte allerdings ebenfalls hadern, Vincenzo Grifo hatte kurz vor der Pause die große Gelegenheit zur Führung liegen gelassen. Ja, Werder war besser, das Pendel hätte aber durchaus in beide Richtungen ausschlagen können. „Da haben wir auch etwas Glück gehabt“, räumte Maximilian Eggestein ein, und Klaassen lobte dabei Ersatzkeeper Stefanos Kapino: „Er hat seinen Anteil am Sieg.“ Jiri Pavlenka war nach einem Schlag auf den Oberschenkel trotz einer Behandlung in der Pause nicht mehr einsatzfähig gewesen. Kapino kam und parierte stark gegen Florian Niederlechner (71.).

Fotostrecke: Bremer Geduld wird belohnt

Werder Bremen gegen SC Freiburg
Werder Bremen gegen SC Freiburg © dpa
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Kurze Zeit später bebte das Weserstadion, weil Klaassen zugelangt hatte. Selbst Kohfeldt war davor nicht mehr ganz so optimistisch gewesen, ob sein Team auch im 30. Bundesligaspiel in Folge treffen sollte: „Wir wollten es viel zu früh nur noch erzwingen. Da haben wir Bälle reingespielt, die hatten wir so ganz bestimmt nicht besprochen.“ 

Ein bisschen musste sich der Coach dann auch selbst loben: „Zum Glück haben wir ja diesen jungen Peruaner auf der Bank sitzen. Den haben wir gebracht, dann hatten wir wieder mehr Ruhe auf dem Platz.“ Gemeint war natürlich Claudio Pizarro, der rüstige 40-Jährige sorgte nicht nur für Struktur, sondern auch für zuvor etwas abhanden gekommene Torgefahr.

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Bremer Traum von Europa lebt weiter

Am Ende durften die Bremer nicht nur einen 2:1-Sieg bejubeln, sondern genauso die Rückkehr auf Platz sechs. Hoffenheim kann am Sonntag mit einem Sieg im Heimspiel gegen Berlin wieder vorbeiziehen, aber der Traum von Europa lebt immer weiter. Was ist das nur für eine super Saison!

Da kommt der Bayern-Doppelpack zur besten Zeit. „Wir fahren mit einem viel besseren Gefühl nach München als früher“, meinte Gebre Selassie. Pizarro tönte schon mal: „Wir sind bereit für die Bayern.“ Kohfeldt hat nichts gegen diese forschen Aussagen forderte aber sogleich: „Entscheidend ist, dass wir auch am Samstag auf dem Platz mutig sind. Wir spielen gegen die von der individuellen Klasse her beste Mannschaft in Deutschland. Da werden wir ganz viel Mut brauchen.“ Aber den in diesem Jahr immer noch unbesiegten Bremern ist aktuell alles zuzutrauen – und dann sind die Lederhosen-Songs definitiv unüberhörbar.

Quelle: DeichStube

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