Werder im Testspiel 2:2 gegen Heerenveen

Schaurig in Aurich – Kohfeldt trotzdem bald Chef?

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Max Kruse traf per Elfmeter zum 2:1 für Werder, den Vorsprung brachten die Bremer aber nicht ins Ziel.

Aurich - Vielleicht war dem Mann einfach nur langweilig. Gut möglich auch, dass der Service-Gedanke bei ihm ganz besonders ausgeprägt ist – der Stadionsprecher im Auricher Ellernfeld wurde am Donnerstagabend jedenfalls nicht müde, den aktuellen Spielstand pünktlich alle 15 Minuten durchzusagen.

Die Zuschauer bekamen also auch akustisch bestätigt, dass dort vor ihren Augen zunächst nur wenig passierte. In einem zerfahrenen Testspiel hatte Werder Bremen gegen den niederländischen Erstligisten SC Heerenveen große Mühe, kämpfte sich dann nach einem Rückstand zurück – und musste in der Schlussminute den Ausgleich zum 2:2 (0:1)-Endergebnis hinnehmen.

Spätes Gegentor ärgert Kohfeldt

Die Partie war im Grunde schon vorbei, als Heerenveen dafür sorgte, dass den Bremern das so lang ersehnte Erfolgserlebnis verwährt blieb: Jordy Bruijn traf aus kurzer Distanz zum 2:2 (90.). Das Tor war der Hauptgrund dafür, dass sich Werders Interimstrainer Florian Kohfeldt hinterher unzufrieden zeigte. „Es ärgert mich, dass wir in der letzten Minute noch ein Gegentor kriegen. Diese Mentalität müssen wir haben, dass wir auch diese Testspiele gewinnen wollen.“ Insgesamt ging das Ergebnis aber völlig in Ordnung.

Obwohl Werder wieder nicht gewann, kann sich Kohfeldt berechtigte Hoffnungen machen, bald zum neuen Bremer Chefcoach befördert zu werden. Bislang hat sich keine der möglichen Alternativen als wirklich heiße Spur herausgestellt. Lucien Favre ist nicht zu kriegen, Adi Hütter auch nicht, Bruno Labbadia war nie der Wunschkandidat – es bleibt in jedem Fall Kohfeldt als Kandidat übrig. Und längst hat der 35-Jährige den Auftrag bekommen, das Team auch auf das Bundesliga-Heimspiel am 19. November gegen Hannover 96 vorzubereiten.

Dann will Kohfeldt offensive Bremer sehen – deshalb hatte er die Partie gegen Heerenveen im Vorfeld zum Stresstest ernannt. Fazit danach: Test nicht bestanden. Werder hatte während der Partie zwar deutlich mehr Ballbesitz, Chancen resultierten daraus im ersten Durchgang aber so gut wie gar nicht. Einzig ein verunglückter Schuss von Max Kruse (41.) stand für den Bundesliga-Vorletzten zu Buche. Heerenveen machte es vorne besser.

Nach einem groben Fehler von Lamine Sane im Spielaufbau kam Pelle van Amsterfoort an den Ball und markierte per Schlenzer in den Winkel das 1:0 (23.). Danach wurde es schaurig in Aurich. „Wir hatten eine Phase, mit der ich nicht zufrieden war“, sagte Kohfeldt, dessen Team froh sein musste, nach den ersten 45 Minuten nicht noch höher zurück zu liegen. Werders Interimstrainer hatte wie schon in Frankfurt mit einer Viererkette verteidigen lassen. Neben Rückkehrer Sane erhielten dort auch Edelreservist Luca Caldirola und Thore Jacobsen aus der U23 ihre Chance.

In der zweiten Hälfte stemmt sich Werder gegen die Niederlage

Nach dem Wechsel biss sich Werder dann ins Spiel. Es war deutlich zu merken, dass sich das Team gegen die drohende Niederlage stemmte, was im Abstiegskampf der Bundesliga durchaus als kleiner Mutmacher gewertet werden darf. Nach einem Freistoß von Zlatko Junuzovic traf der eingewechselte Aron Johannsson nur den Pfosten, den Abpraller bugsierte Sane dann im Liegen ins Tor (69.). Es folgte Werders beste Phase des Abends. Die Kohfeldt-Elf drängte Heerenveen hinten rein. „Wir haben uns Chancen über Ballstaffetten herausgespielt. Das ist eine positive Erkenntnis“, sagte Kohfeldt. Per Elfmeter (Foul an Yuning Zhang) traf der ansonsten blasse Kruse zum 2:1 (76.). Das letzte Wort hatte aber Heerenveen.

Werders Profis haben nun bis zum nächsten Testspiel am Montag gegen den Regionalligisten BSV Rehden trainingsfrei, im Kopf ist allerdings längst das nächste Bundesligaspiel gegen Hannover 96, wie Kohfeldt erklärte. Dass der 35-Jährige dann weiter auf der Bremer Bank sitzt, wird immer wahrscheinlicher. In Aurich sagte er: „Das entscheidet Frank Baumann.“ Und der Sportchef, solle sich „so viel Zeit nehmen, wie er braucht.“

Werder: Drobny - Bauer (46. Gebre Selassie), Sane, Caldirola, Jacobsen, Gondorf (72. Käuper), Junuzovic (81. Schmidt), M. Eggestein (72. Zhang), Bartels (46. Hajrovic), Belfodil (46. Johannsson), Kruse.

Werder-Test gegen Heerenveen

Quelle: DeichStube

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