Neue Hoffnung nach Sieg in Freiburg

Kommentar: Werder Bremen wehrt sich endlich

Haben Florian Kohfeldt und seine Jungs im Spiel von Werder Bremen gegen den SC Freiburg die Wende für den Verein eingeläutet?
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Haben Florian Kohfeldt und seine Jungs im Spiel von Werder Bremen gegen den SC Freiburg die Wende für den Verein eingeläutet?

Ein Kommentar von Björn Knips. Seien wir doch mal ehrlich: Eine ordentliche Schlammschlacht am Strand oder im Wald, die hat schon was, die macht einfach Spaß.

Doch wenn der Schlamm aus Worten besteht, dann wird es unschön, weil es anschließend nicht reicht, die Waschmaschine anzuschmeißen. Der Streit in der Werder-Familie wird deshalb Spuren hinterlassen.

Der Hinweis von Florian Kohfeldt, die Art und Weise der öffentlichen Kritik habe ihm weh getan, ist gewiss nicht einfach so dahingesagt. Dass er explizit noch betonte, seine Familie dabei unbedingt schützen zu wollen, soll an dieser Stelle nicht unerwähnt und den Kritikern im Gedächtnis bleiben. Es geht ihm genauso wenig wie Sportchef Frank Baumann darum, Kritiker mundtot zu machen. Doch der Vorwurf, sie würden bei Werder Bremen klüngeln, sich gegenseitig nur die Jobs sichern und den Club im Abstiegssumpf versinken lassen, durfte nicht unwidersprochen stehen bleiben. Ansonsten wäre es ein Eingeständnis gewesen.

Werder Bremen kämpft!

Werder Bremen musste sich wehren – und hat es endlich auch mal öffentlich getan. Zu lange schon besteht der Eindruck, der Club würde viel zu viel über sich ergehen lassen. Im Polizeikostenstreit, bei Diskussionen um Spielansetzungen oder der Fortsetzung der Saison. Aufsichtsratschef Marco Bode hat neulich den Anfang gemacht, als er den Abstiegsregel-Überfall der Deutschen Fußball-Liga mit deutlichen Worten und Allianzen mit anderen Clubs vorerst abwehrte.

Nun hat sich erst Kohfeldt wortgewaltig gegen Kritiker aus der eigenen Familie gewehrt, dann Frank Baumann. Der Sportchef zeigte dabei ein Gesicht, das er bislang gut verborgen hat: das eines rücksichtslosen Angreifers. Er hat Kritiker Dieter Burdenski, Ehrenspielführer und ein Werder-Urgestein, mit einer brisanten Geschichte bloßgestellt, um sich und den Verein zu schützen. Das ist ein klares Signal, sich nicht mehr alles gefallen zu lassen. Werder Bremen kämpft!

War das bei Werder Bremen die Wende zum Guten?

Profis sind solche Gewitter im Club eigentlich egal, sie machen ihr Ding. Doch Niklas Moisander und Co. hat Kohfeldts öffentlicher Vorstoß offenbar auch wie ein Energiestoß getroffen. So leidenschaftlich und wehrhaft wie beim 1:0-Sieg in Freiburg sind sie schon lange nicht mehr zu Werke gegangen. Es ist ein Ruck durch die Mannschaft gegangen. Es ist allerdings nicht der erste. Solche Momente gab es schon in dieser Saison, es sei nur an die Pokalschlacht gegen Dortmund erinnert.

Deswegen stellt sich jetzt auch die Frage der Nachhaltigkeit. War dieser Auftritt wieder mal nur ein Ausrutscher? Oder war es tatsächlich die Wende zum Guten?

Nach der Schlammschlacht geht es darum, den Karren gemeinsam aus dem Dreck zu ziehen. Kohfeldt und Baumann haben in den letzten Tagen bewiesen, dass sie noch die Kraft und Qualität dafür haben, die Spieler auf diesen Weg bringen zu können. Man darf ihnen also weiter vertrauen. (kni)

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