Vertragsverlängerung wieder wahrscheinlich: „Wir sind nah beieinander“

Di Santo lehnt Top-Offerten ab: „Ich warte auf Werder“

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Gut gelaunt zurück aus dem Urlaub: Franco Di Santo sprach gestern über den neuesten Stand seiner Zukunftsplanung. Demnach ist er bereit, in Bremen zu verlängern, wenn Werder alles gibt, „um mich hier zu halten“.

Bremen - Von Carsten Sander. Die letzte Temporunde hätte er fast nicht mehr geschafft. Franco Di Santo trudelte mehr ins Ziel, als dass er lief. Er stützte sich schwer atmend auf die eigenen Knie, ließ sich zum x-ten Mal an diesem Tag Blut aus dem angepiksten Ohrläppchen drücken. Der Argentinier schnaufte. So ein Laktattest am ersten Arbeitstag nach einem langen Urlaub hat es eben in sich. Genau wie die Worte, die Di Santo sprach, als sich Atmung und Puls wieder beruhigt hatten.

Wenn denn alles nichts als die Wahrheit war, dann sieht es doch sehr danach aus, dass der Stürmer seinen bis 2016 laufenden Vertrag bei Werder Bremen verlängern wird. Angebote anderer Clubs habe er bisher ausgeschlagen.

Di Santo stellte sich am ersten Arbeitstag der neuen Saison den Journalisten und bezog Stellung. Was er plant, was er will – es waren während des Urlaubs Zweifel aufgekommen, dass seine Antwort auf diese Fragen noch Werder Bremen lauten würde. Doch gestern überraschte er mit Aussagen, die so deutlich nicht zu erwarten waren. „Viele wollen mich. Aber ich bevorzuge es, bei Werder Bremen zu bleiben“, sagte der Torjäger und beschrieb den Stand der Verhandlungen mit dem Club: „Wir sind nah beieinander. Es geht aber noch um ein paar Punkte, die geklärt werden müssen.“ Er warte auf Signale von Werder.

Damit hatte er nur wenige Worte gebraucht, um die aktuelle Lage mal eben um 180 Grad zu drehen. Eben noch war er der Bad Boy der Geschichte. Der, der Werder zappeln lässt und sich nicht positionieren will. Nun ist plötzlich Werder am Zug. So wird das Spiel gespielt.

Geschäftsführer Thomas Eichin, der zuletzt noch behauptet hatte, sich nicht mehr auf Di Santo zubewegen zu wollen („Die Karten liegen auf dem Tisch“), räumt immerhin ein, dass Bewegung in den Gesprächen ist. „Wir nähern uns an“, bestätigte er. Und wagte nach Wochen des Stillstands sogar eine optimistische Einschätzung. „Ich bin guter Dinge, das hinzukriegen.“

Trainingsauftakt bei Werder in Bildern

Woran es hakt? Darüber kann derzeit nur spekuliert werden. Sehr wahrscheinlich ist, dass Werder und Di Santo noch um eine Ausstiegsklausel im neuen Vertrag ringen. Das Gehalt, behauptet jedenfalls der Spieler, ist nicht der Knackpunkt. „Es ist nicht nur Geld. Wenn es nur um Geld ginge, wäre ich schon gegangen. Denn Clubs aus der Türkei und Dubai mit viel Geld haben mir vier, fünf Millionen geboten.“ Auch aus England und Spanien („Die Namen kann ich nicht nennen“) seien Offerten gekommen. „Die Angebote waren wirklich attraktiv. Aber Priorität hat Werder“, sagte der 26-Jährige und kickte den Ball damit abermals ins Feld seines Arbeitgebers.

Franco Di Santo ist ihn erstmal los. Seine Botschaft hat er rübergebracht: Er würde ja vorzeitig verlängern, wenn Werder seine Bedingungen erfüllt. Was bisher – laut seiner Darstellung – nicht der Fall ist: „Ich gebe mein Bestes und hoffe, dass Werder das auch macht, um mich hier zu halten.“ Er hätte auch sagen können: Dann machen Sie mal, Herr Eichin.

Der Geschäftsführer macht auch, redet aber nicht übermäßig viel darüber. Schon gar nicht über Ablöseangebote der angeblich so zahlreich vorhandenen Di-Santo-Interessenten: „Ich gebe nicht preis, was alles in mein Büro flattert.“

Neuzugang Anthony Ujah bittet allerdings, dass Eichin etwaige Kaufangebote für Di Santo in den Papierkorb wirft. Der neue Sturmpartner sei schließlich „ein Grund gewesen, wieso Werder für mich so aufregend ist. Ich hoffe, dass Franco bleibt“, sagte der Nigerianer. Seit gestern ist diese Hoffnung wieder berechtigt.

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